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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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IV. Kapitel: Krankenzerstreuung.

Bainl

bald überfüllt waren und dass die Verladung der massen-haft ankommenden Kranken den Bahnhofs! leliörden da-selbst grosse Schwierigkeiten bereitete. Um diesem Uebel-stande einigermaassen abzuhelfen, wurden zum Zwecke derEinschiffung der Kranken die beiden kleinen Orte Nogentl'Artaud und Nanteuil s. M. zu Hilfe genommen. Obgleichdie räumlichen Verhältnisse eine ausgiebige Benutzung dieserOrte für die Krankenzerstreuung erheblich erschwerten,gelang es immerhin, CMteau Thierry auf diese Weise zuentlasten.

Das erwähnte, gleichfalls au der Ostbahn gelegeneStädtchen Nogent l'Artaud,') welches vom 20. Oktober biszum 25. November Etappen-Hauptort der III. Armee war,eignete sich nur wenig zum Sammelpunkt für Kranken-transporte. Die bewohnbaren Gebäude des unbemitteltenOrtes waren zur Beherbergung Schwerkranker ungeeignet,ebenso fehlte es an passenden Räumlichkeiten zur Be-herbergung grösserer Krankentransporte für die Nacht. Einegeordnete Unterbringung gelang erst nach Erbauung mehrererBaracken in der Nähe des Bahnhofs. Mit Hilfe dieserVorkehrungen sind in dem Zeitraum von 5 Wochen (20. Ok-tober bis 25. November) ungefähr 80<)0 Kranke und Ver-wundete hier über Nacht behalten und zum Theil in dasEtappenlazareth aufgenommen worden.

Die Mehrzahl der von Versailles und Corbeil aus an-kommenden Kranken nächtigte nicht in Nogent l'Artaud,sondern blieb entweder in La Ferte' sous Jouarre, oder ge-langte, soweit es anging, direkt nach Chäteau Thierry.Späterhin kam es freilich häufig genug vor, dass Kranken-kolonnen, wenn die Landwege grundlos und aufgeweichtwaren, Chäteau Thierry nicht zu erreichen vermochten undin Nogent l'Artaud übernachten mussten.

Aehnlich lagen die Verhältnisse in dem StädtchenNanteuil s. M., welches so lange den Endpunkt der nachParis heranführenden Ostbahnlinien bildete, bis der Bauder durch Brücken- und Tunnelsprengungen nothwendiggewordenen Umgehungsbahn beendigt war.

Der Ort, klein und armselig, dazu von seinen Ein-wohnern grossentheils verlassen, besass so wenig geeigneteRäumlichkeiten zur Aufnahme grösserer Krankentransporteund so spärliche Hilfsmittel zur Pflege von Kranken, dassdie Errichtung von Lazarethen und die Herstellung vonüebernachtungsräumen auf die grössten Schwierigkeitenstiess. Trotzdem mussten daselbst öfters Kranke, welchevon Meaux, Coulommiers und aus den benachbarten Kan-tonnements dorthin gelangten, vorübergehend untergebrachtwerden. Zu grösseren Lazaretheinrichtungen kam es inNanteuil nicht.

Günstiger gestalteten sich die Umstände in dem einigeMeilen weite 1- westlich gelegenen wohlhabenden und sanitärwohlbeschaffenen Städtchen La Ferte sous Jouarre, 2 ) wo in

i) Vergl. S. 180.2 ) Vergl. S. 179.

der Ecole Bazin ein Kriegslazareth von 200 Betten undChäteau Reil ein Lazareth der freiwilligen Krankenpflegev«20 bis 30 Lagerstellen etablirt werden konnte. Im Gra»Höpital der Stadt wurden die Transportunfähigen unt«gebracht; ausserdem hatte die Bayerische Besatzung jMarodenhaus errichtet. Grössere Lokalitäten wurden ®Aufnahme derjenigen Krankenkolonnen vorbereitet, weliauf ihrem Wege von Corbeil (resp. Versailles) her 4,zweite (bezw. dritte) Nachtquartier aufsuchten.

Nach der am 21. November erfolgten Wiedereröffmii}der Bahn bis Lagny hörte die Bedeutung von La Feite i jfür die Krankentransporte auf, doch blieben dortLazarethe in Thätigkeit.

Die nächste wichtige Etappe war Meaux. 1 ) [%,mittelgrosse und begüterte Stadt, wenige Meilen hinter deiCernirungslinie gelegen, leistete während der ganzeu Dider Einschliessung von Paris wesentliche Dienste fürSammlung und Unterbringung von Kranken, sowie alDurchgangsstation für die Krankentransporte, letztere-so lange die Bahn nicht bis Lagny eröffnet war. Die Stadtbesass grössere Gebäude, in welche zahlreiche Kranliaufgenommen werden konnten. Von der III. sowohl atder Maas-Armee wurden hier Lazarethe für 600 Mai:sowie in zwei Kasernen Passantenstationen mit 230 im90 Lagerstellen eingerichtet. Besonders wichtig mMeaux für die Evakuation bei der Maas-Armee,Krankenkolonnen, falls sie nicht über Dammartin mSoissons oder Chäteau Thierry dirigirt wurden, so langiüber Meaux gingen, bis die Eröffnung weiterer Bahnstrectadie Einschiffung der zu Befördernden in Lagny, MitryGonesse ermöglichte.

Späterhin diente Meaux wesentlich zur EntlastungLagny, als dieses der Haupthafenplatz für die Kranke»transporte der III. Armee und der an der Loire kämpfend«Heere geworden war. Für die Leichtkranken und Leichtverwundeten wurden hier, in gleicher Weise wie in ChäteaiThierry, Sammellazarethe eingerichtet, von welchen ausiiGenesenen wieder zur Truppe zurückkehrten.

Die letzte Station an der nach Paris führenden Olbahnlinie war LagnyThorigny. 2 ) Mit Eröffnung der LimLagnyNanteuil s. M. am 21. November wurde erstereStai welche vom 26. November an Etappen-Hauptort dtIII. Armee war der wichtigste Stapelplatz für die «tsammte Krankenzerstremmg seitens der III. Armee, sonder an der Loire und Sarthe kämpfenden Truppen.

Die auf beiden Ufern der Marne gelegene, durch zwNothbrücken verbundene Zwillingsstadt eignete sich, weisie auch nicht reich genannt werden kann und in Folge dtFlucht ihrer Einwohner anfangs wenig Hilfsmittel bot.recht gut zur Unterbringung einer grossen Menge von Pfle?bedürftigen, namentlich als nach und nach sich Handel u»

») Vergl. S. 161 und 165.2) Vergl. S. 161 und 180.

Band I.

Wandel wieder einefordern halfen.

Als die ScMatäglichen Kämpfe aund Verwundeter i,1er Nahe des Bahijfcchtetation für ICLagny etablirten IKranke über Nach

Die freiwillig*Theil des Pflegepelieferte das Materiaund der Transportzsraben das ärztlicheKranken und VerwHanptortes ob; deileitete die Evakuaziehung die Streck(Mitte Dezember)Eperuay einen eigeinach Lagny, welch«Epernay zu besorg!

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Die Zahl derschwankte beträchtlbis 11. April 47valeszenten, von doder Durchgang in(3903 Mann) und \

An der schonwelcher vor Eröffnkolonnen aus demChäteau Thierry, Nbefanden sich LaTournan, 2 ) und BriBetracht kommende

Diese Stadt (5(Sitz der General -Ider Bayerischen (erster gesicherterwestlich von Parisein Hauptsammel- uwärts geschobenen

J ) Vergl. S. 179.

2 ) Ebendaselbst.

3 ) Vergl. S. 166.

4 ) Vergl. S. 160