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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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IV. Kapitel: Krankenzerstreuung.

Band

Etappenlazareth gekommen, so ward für gewöhnlich einnicht geringer Theil derselben hier zurückbehalten, umeinem nach rückwärts zu entsendenden Evakuationstrans-porte einverleibt zu werden. Die Uebrigen wurden nachMaassgabe ihres Leidens auf die verschiedenen Lazareth-anstalten in Nancy vertheilt und demnächst dahin über-geführt.

Mit den allmälig im Bahnhofslazareth sich ansammeln-den Kranken wurde, sobald die Anzahl gross genug war,ein Evakuationszug beladen und über Weissenburg dirigirt.

Der Transport vom Bahnhof nach den zum Theil weitentfernten Lazarethen (Bonsecours und Hopital des jeunesaveugles lagen l /a bis 1 Stunde weit) war ziemlich müh-selig, zumal die zu Gebote stehenden Fahrzeuge (haupt-sächlich Möbelwagen mit Strohsacklagern) eine bequemeBeförderung nicht gewährten.

Die Begleitung übernahmen Diakonen der freiwilligenKrankenpflege.

Evakuationskommissionen in Weissenburg undSaarbrückenForbach.

Schon in den ersten Wochen des Krieges hatte essich auf das überzeugendste herausgestellt, dass diejenigenBehörden, denen die Geschäfte der Krankenzerstreuung inerster Linie zufielen, nicht im Stande waren, neben ihrenumfassenden sonstigen Obliegenheiten den unerwartet grossenAnforderungen, welche die Rückbeförderung der massenhaftzuströmenden Kranken und Verwundeten der Deutschenund der feindlichen Heere an sie stellte, zu entsprechen.Auf den Zügen selbst Hessen Wartung und Pflege derKranken zu wünschen übrig; die Transporte gelangtenanfangs oft nicht in die für sie bestimmten Lazarethe, sodass in einzelnen Provinzen eine kaum zu bewältigendeUeberfüllung der Heilanstalten eintrat,') während in anderenLandestheilen die patriotisch erregte Bevölkerung mit Sehn-sucht den heimkehrenden Verwundetentransporten entgegen-sah und über deren Ausbleiben klagte.

Um diesen Uebelständen abzuhelfen, sah sich dasPreussische Kriegsministerium veranlasst, in den Evakuations-kommissionen, von denen die erste am 1. September inWeissenburg, die zweite an demselben Tage in Saarbrücken,die dritte am 5. September in Aachen, 2 ) die vierte später inEpernay 3 ) eingesetzt wurde, besondere Organe für dieKrankenzerstreuung zu schaffen, in der Erwartung, dass die-selben, mit den nöthigen Hilfsmitteln und Anweisungen aus-gestattet, im Stande sein würden, die Krankenzerstreuungzu einer geregelteren und den Anforderungen entsprechen-deren zu gestalten.

1 ) Vergl. 8. 235 und 236.

2 ) Vergl.Schlachten bei Beaumont und Sedan" in diesem (4.)Kapitel.

3 ) Vergl.Einschliessung und Belagerung von Paris" in diesem(4.) Kapitel.

Diese Kommissionen standen unter dem unmittelbareBefehle der Preussischen Militär-Medizinal-Abtheilung welchnach Lage der Sache am besten im Stande war, die LazamhVerhältnisse im In- und Auslande zu überblicken, und hathdie Verpflichtung, sich mit den General-Etappeninspektiou,beziehungsweise Generalgouvernements, denen sie übrige»dienstlich nicht untergeordnet waren, in steter Yerbindju»zu halten.

Die Evakuationskommissionen bestanden aus je 1 OffizierAerzten, 1 Verwaltungs- und 1 Eisenbaknbeainten. J) e ,.gleichen war jeder Kommission 1 Delegirter der freiwilligenKrankenpflege und eine unter spezieller Aufsicht des Dele-girten stehende Anzahl von jungen Leuten meist Stu-dirende oder dem Gewerbestande Angehörige beigegeben,deren Aufgabe es war, die Krankentransporte als Pflege-personal zu begleiten. 1 ) Die betreffenden Generalgouverw-ments erhielten Anweisung, entsprechende militärischeBegleitkommandos zu überweisen.

Als nächste Aufgabe lag den Evakuationskommissioneiiob, eigene, vom Bahnhofe her leicht erreichbare Räumlikeiten auszuwählen und einestheils als Unterkunftsorte fürnicht weiter Transportable, zum andern Theil als Uelnachtungsstellen für die weiter zu Befördernden einzurichtaAusserdem waren auf dem Bahnhofe selbst Lokale für denWachtdienst und zur Unterkunft für das Personal, Geschäftzimmer sowie Verbandzimmer zur Vornahme des Verlwechseis bei den passirenden Verwundeten zu beschaffen,Erfrischungs- und Verpflegungsstationen mit dazu gehörige)Magazinen einzurichten. Zur Lagerung der für die An-rüstung der Züge nothwendigen Geräthschaften (Blattfedern,Tragen, Matratzen, Decken, Laternen etc.) sollten Speichelin nächster Nachbarschaft der Bahnhöfe benutzt werden.Die Materialienausstattung hatte sich auf Lebensmittel, Erfrischungen und Getränke, Verbandmittel, Lagerungs-undTransportgegenstände zu erstrecken.

Die Dienstvertheilung regelte sich dahin, dass deOffizier die eigentlichen militär-disziplinaren Geschäfte,leitende Arzt 2 ) die speziell auf den Transport imdKranken bezüglichen Angelegenheiten, der Verwaltim»-beamte die Instandhaltung des staatlichen Materialsdas Listenwesen, der Eisenbahnbeamte die bahntechnischeiFragen, der Delegirte der freiwilligen Krankenpflege ditVerwaltung der nicht staatlichen Materialien, die Beköstige«

1 ) Schon gleich nach der Mobilmachung hatte die freiwillig!Krankenpflege in Vereinbarung mit dem Preussischen Kriegsmimsteri«Begleitkolonnen" aufgestellt, welche den General-Etappeninspektionazugetheilt waren und unter der Leitung von Delegirten die Transportivon den Schlachtfeldern und Feldlazarethen zur Bisenbahn begleitesollten. Diese schon frühzeitig mit ins Feld gerückten Kolonnehatten sich inzwischen nach vielen Richtungen hin zerstreut, sosie für die Eisenbahntransporte zunächst nicht verwendbar geroackwerden konnten. (Vergl. 8. Kapitel.)

2) Vergl. Beilage 12.

der Beförderten unl^hensmitteln etc.

Nachdem die(BBtreumig in dieder Dienstbetrieb iSbereinstimmend in

Auf geschehenweiter vorwärts g<irangsstationen übiKranken- oder VerKvakuationskommhm die zu erwartquicken und nach,1er Zug eingelaufeportabelen ausgelehindesaal gelagert._ meist Güterwagam AbgangspunktiAusstattung mit S(forden die mitgevertauscht und derrüstete Wagen fürDie mitgebrachterwieder zurückkehnvorhandenen Bestä:Weissenburg und £kömmlinge nachtmmlickster Rucks

Den beiden hund Saarbrückendie Transporte artheilen, und zwarlediglich nach derfolgen. Zu dieseiservelazarethen inBayerns, welcher 5Direktionen innerlbehielt alle füran die EvakuatLmeldeten ihrerseitBerlin, wie viele ]selben abgesandt hArmee in Norddeuin Süddeutsche Lasogleich bei BeleGruppirung der Iider Weise statt,Loslösen der nacWagen ohne Uibrauchte. Mit RücBegleitkommando

') Spezielleres (Kvakuationskommissic