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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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IV. Kapitel: rfrankenzerstreuung.

Band

II. Die ersten Schlachten in Elsass-Lothringen. Einschliessung und Belageruii»

von Strassburg.

Nacli dem Treffen bei Weissenburg und der Schlachtbei Wörth betrug die Zahl der Todten auf Deutscher Seite1863, während 88G4 Verwundete in den Ortschaften naheden Schlachtfeldern beistand und Pflege erheischten.')Ausserdem hatte der geschlagene Feind die Sorge für dengrössten Theil seiner Verwundeten dem nachdringendenSieger überlassen. Jedes der 20 etablirten Feldlazarethewar daher überfüllt und die denselben zufallende Aufgabeeine überwältigende.

Während des Treffens bei Weissenburg (4. August) warendie meisten Verwundeten in dem 15 Minuten entferntenDorfe Altenstadt am Geissberge untergebracht worden;etwa 400 bis 500 fanden nach Beendigung des Gefechts inder Stadt selbst Unterkunft. In den nächstfolgenden Tagenwurden die auswärts befindlichen Verwundeten auf Land-fuhrwerken nach dem Bahnhofe in Weissenburg geschafft,um von da auf der Bahn weiter befördert zu werden. DieEvakuation war in den ersten Tagen eine ziemlich regel-lose, zumal die Schlacht bei Wörth (6. August) den Zuflussvon Verwundeten alsbald aufs Neue hoch anschwellenmachte. Tag und Nacht kamen Verwundete aus Sulz undWörth an, meistens auf Leiterwagen und anderen Landfuhr-werken, theilweise auf nothdürftig hergerichteten Eisenbahn-wagen. In Weissenburg waren die Strassen mit Verwundetenvollgestopft, so dass der Verkehr nahezu unmöglich wurde.

In Gunstett lagen gegen 2000 Verwundete; eine nochgrössere Anzahl in den Dörfern Morsbronn, Sulz, Dürren-bach, Spachbach, Elsasshausen, Fröschwiller u. s. w.

Schon am Tage nach der Schlacht bei Wörth gingenzur Einholung von Verwundeten Bahnzüge von Weissenburgaus nach Sulz und Hagenau vor; nach letzterem Orte wurdenbesonders die Französischen Verwundeten geschafft. InSulz und Weissenburg begann die Weitersendung auf derBahn nach Deutschland. Die Züge wurden zunächst nachMannheim geleitet, wo sich der Etappenhauptort derIII. Armee befand.

Schon vor Beginn der eigentlichen Kriegsoperationenwaren den Kommandanturen der Pjtappenhauptorte zahl-reiche Beservelazarethe mit einer grossen Anzahl vonLagerstellen zur Aufnahme von Kranken und Verwundetenbezeichnet worden. Dem Etappen-Hauptort Mannheim warendie Reservelazarethe zu Frankfurt a. M., Kassel, Magdeburg,Erfurt, Berlin, Leipzig, Dresden, Görlitz für Norddeutsche,

!) Siehe S. 99. Vergl. zu dem Nächstfolgenden überhaupt S. 94bis 99.

Heidelberg, Würzburg, TTeilbronn, Stuttgart, Ulm für 8jjdeutsche Verwundete und Kranke .zur Belegung überlas««Die General - Etappeninspektion der III. Armee Latteangeordnet, dass die Norddeutschen zunächst nach Frank-furt a. M., die Süddeutschen nach Heidelberg dirigirt werde«sollten. Mit Beginn der Kämpfe traf auch reichliche*Material zur Ausrüstung der Züge für den Krankentransportin Mannheim ein. Trotzdem gelang es in der ersten Zeitnicht, die Krankenrückbeförderung in geordnete Bahnen zulenken. Gegenüber dem gewaltigen Zufluss Verwundeterin den ersten Tagen des August reichten die während de;raschen Aufmarsches der Heere getroffenen Maassnalmiennicht aus.

An den Verladestellen im Felde gebrach es an Materialund Personal zur gehörigen Ausrüstung der Transportzü>:die Verwundeten wurden auf den Zügen untergebracht, hgut es eben die Verhältnisse gestatteten. Da es an mili-tärischem Begleitkommando fehlte, hielten die Züge häuti«die vorgeschriebene Route nicht ein. So kam es, da«dieselben sich theilweise tief nach Norddeutschland hineinin Gegenden verirrten, nach denen sie nicht instradirtwaren, und dass nur zwei der von Mannheim abgesandtenZüge richtig dorthin zurückkehrten.

In Mannheim selbst waren am Bahnhofe nur unzuläng-liche Räume zur vorläufigen Aufnahme der Verwundetenvorhanden. Wegen Mangels an Assistenz musste sichder dortige Etappen-Stabsarzt darauf beschränken, die Ver-wundeten möglichst zu sichten, die nicht weiter Beförderung-fähigen auszuladen und auf die Mannheimer Lazarethe zuvertheilen. Die grössere Menge wurde nach Erneueriui!der Verbände, Verbesserung des Lagers und erfolgterSpeisung weiter nach rückwärts gesendet.

In den ersten Tagen nach derSchlacht beiWörth passirtaMannheim durchschnittlich täglich2000 und mehr Verwundete.

Erst nach und nach gelang es den Etappenbehördenin Mannheim, die Krankenzerstreuung regelrechter zugestalten. Die Chefärzte der Feldlazarethe erhielten An-weisung, den Etappen - Stabsarzt in Mannheim über denUmfang der zu erwartenden Evakuationstransporte zu b»nachrichtigen, worauf Letzterer nach Maassgabe der Zahlund Art der Verwundeten und Kranken die Absendung mEisenbahnzügen nach den räumungsbedürftigen Lazarethenveranlasste.

Zunächst gingen wöchentlich vier, später nur dmzwei Trausportzüge nach Elsass-Lothringen ab. Gegen den20. August war die Räumung der Lazarethe im Elsa«

ziemlich vollendetder GeneralMannheim nachHauptknotenpunktArmee zu sein.

AehnlichObwohl schon amfete sogleich auf c 1evakuirt worden inach der SchlachtAilingen u. s.Deutsche, theilswurden die Transpcvon dort mit derüberwiegendeauf der Rhein -die TransporteHauptorte dernach Köln, unterT eges und derindessen auf denund die Behördenhindern vermochtenund Köln BestimmWeissenburger Trar

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