3) Die Hl. Armee besass als Verbindungslinien mit(lfm i Unterbinde ausser der letztgenannten die Linie E und
die drei Süddeutschen Linien No. 1, 2 und 3.
Am 18. Juli wurde Köln Etappen-Hauptort für die1., Mainz für die IL, Mannheim für die 111. Armee. Am'23. Juli erging die Anordnung, dass die IL Armee ihreKranken nach Frankfurt zu dirigiren habe. Die in derZeit bis Anfang August den Lazarethen zugehenden Pflege-bedürftigen waren meist Marschkranke. Einige bei Rück-beförderung derselben sich ergebende Uebelstände und diedadurch hervorgerufenen Maassiegeln haben bereits im2. Kapitel (S. 62 u. 63) Erwähnung gefunden.
Uebrigens wurde schon in dieser Periode des Auf-marsches für die Beförderung Kranker nach den Reserve-lazarethen in den Bezirken des VII., VIII. und XL Armee-korps ein Vertrag von Bedeutung, welchen das PreussischeKriegsministerium am 31. Juli mit der Rheinischen Dampf-schifffahrtgesellschaft betreffs Ueberlassung von Dampfbootenzum Zwecke des Krankentransports abschloss. 1 ) Kam auchdiese und eine analoge, die Benutzung der Mosel betreffendeMaassregel hauptsächlich den Opfern der ersten grossenSchlachten und den während der ganzen Kriegsperiode bisnach der Schlacht bei Sedan Erkrankten zu Gute, so er-scheint es doch zweckmässig, bereits an dieser Stelle imZusammenhange zu berichten, in welcher Weise und inwelchem Umfange während des Krieges 1870/71 Wasser-strassen für "die Krankenzerstreuung nutzbar gemachtworden sind.
Durch den oben erwähnten Vertrag verpflichtete sichdie Rhein-Dampfschifffahrtgesellschaft, für den Kranken-transport 18 Dampfschiffe zu stellen. Schon am 31. Juliwaren 16 gemiethete Dampfboote 2 ) von Düsseldorf aus inMainz eingetroffen, welche demnächst für die Evakuationzur Verwendung kamen. Da in der Folge ein weiteresBedürfniss nicht eintrat, so blieb es bei der Indienststellungdieser 16 Schiffe.
Die Oberleitung des Dampfschifftransports lag in denHänden des stellvertretenden Generalkommandos VIII. Ar-meekorps.
Jedes der Boote konnte 90 bis 120 liegende Krankeaufnehmen. Da ausserdem stets noch eine Anzahl sitzendzu Transportirender verladen wurde, so stieg die Gesammt-zahl der mittels eines Dampfschiffs Befördei'ten auf 140 bis200 Mann und erreichte einmal sogar die Zahl 262. 3 )
Die Schiffe mussten, bevor sie für den Krankentransportübernommen wurden, auf das sorgfältigste gereinigt undvollständig geleert werden. Das Verdeck wurde durch
') Die Bestimmungen dieses Vertrages siehe in Beilage 64.
2 ) Die Dampfboote „Mannheim", „Königin", „Roland", „Rubens",„Adolf", „Biberfeld", „Concordia", „König", „Victoria", „Stadt Bonn",„Mathilde", „Elisabeth", „Goethe", „Schiller", „Marianne", „Germania".
3 ) Es waren dies Verwundete aus den Kämpfen vor Metz, welcheam 17. August von Bingen aus nach Engers und Düsseldorf befördertwurden.
Ueberspannung mit wasserdichtem Segeltuch in ein am,
Zeh umgewandelt zur Aufnahme der Verwundete]solcher Schwerkranken, welche der frischen Luft besondenbedürftig waren. Das Zeltdach konnte bei günstig»Wetter nach Belieben theilvveise oder gänzlich /gezogen werden. Die Ventilation der für die LeichtkranUbestimmten Bäume unter Deckvermittelten eigens angebrachtüber Deck gehende Luftschachte. Zur Lagerung der Krankenauf den Schiffen lieferten die Lazaretlikommissioiif.,, lMainz und. Düsseldorf 600 wollene Decken, 1900 Strohsäcke1800 Kopfpolstersäcke, ausserdem Krankentragen, Bhttfedern, Querbäume, Gummi- und Lederringe in reichlicherMenge.
Da die Lagerungsmittel häufig an den Ausladesteflaverbleiben mussten, so waren die abgegebenen Gegenständejedesmal zu ersetzen, wozu die freiwilligen Hilftvereiyihre Magazine zur Verfügung stellten. Die Labe- undErfrischungsmittel wurden durch die LazarethkonimissioniiCoblenz beschafft. Die mit den Wirthen der Rheindampfervertragsmässig vereinbarte Beköstigung entsprach im All-gemeinen den Diätregulativen für die GarnisonlazaretkDie Oberaufsicht über die Transporte führte anfangsDelegirter der freiwilligen Krankenpflege; ausserdem kitrolirte auf jedem Schiffe ein besonderer Delegirter d«Beköstigung der Kranken. Zur ärztlichen Begleitung solltdas Lazareth-Reservepersonal der IL Armee dienen; andwaren 9 Aerzte (darunter 2 Studirende der Medizin) speziellfür diesen Zweck kontraktlich angeworben. Da es imAnfang an Aerzten mangelte, so wurde nicht jedem Dampfeein Arzt beigegeben, sondern öfters Transporte von mund drei Dampfern unter der Begleitung eines einzige«Arztes abgelassen. Das männliche und weibliche Pflege-personal stellte die freiwillige Krankenpflege.
Nach Erkrankung des mit der Oberleitung der Traiporte betrauten Delegirten der freiwilligen Krankenpftaübernahm die Lazarethkommission in Mainz die Aufsicht überVerladung, Transport und Verpflegung der Befördert«Ein militärisches Begleitkommando wurde gewöhnlich nickgestellt, war aber in einzelnen Fällen nöthig, um iAndränge des Publikums zu den Haltestellen zu steuen
Die Abfahrt erfolgte meist von Mainz aus am früheMorgen, nachdem der Dampfer Abends oder in derbeladen worden war. Der Arzt, welcher die Befugühatte, nach seinem Ermessen die Fahrt jederzeit zu ratabrechen und landen zu lassen, vertheilte die Kranken an:die an der Wasserstrasse gelegenen Lazarethe je nach daAufnahmefähigkeit der letzteren, worüber er unterwegtelegraphisch benachrichtigt wurde.
Die Dauer der Fahrzeit richtete sich lediglich naidem Bedürfniss und der Möglichkeit der Abgabe vo:Kranken. Wurden Schiffe noch Abends von Mainz algelassen, so gingen sie bei St. Goar vor Anker und begab«sich am andern Morgen um 5 Uhr von dort weiter natlKöln und Düsseldorf. Oefters wurde bei Köln zum zweite
Mal genächtigt. KaaDj 80 wurde es ersNach jeder Falder Schiffe mit Chl<im d das gebrauchtMatratzen wurden iReinigung übergebe:Die regelmässiinachdem schon amKrankentransporteersten Transporte <Biebrich, Wiesbadenund Maroden (auchautuiarschirenden ILsollte die IL Arm*verfügen, später wI. Armee zugewiesmauste die Genera]dem Wassertraiispoiwurden zahlreiche Avheinabwärts geschsn\ bewältigende UeAls mit dem wreich die Wasserst:>treuung weniger iiIntendantur des V]Dampfboote den Eitember kündigte ddem IT). August ctransport - Angelegt«ehs, am IT). Septbeiden letzten noclAm 28. SeptemberPampfschifffahrtgesiin Mainz abgerüsteIm Ganzen sindauf den gemiethete10683 Mann (8262worden, und zwar:
in 78 Fahrten v
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Summe: 94 Fahrten
Die durchschn:sich demnach auf 1