Druckschrift 
Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
Seite
221
Einzelbild herunterladen
 

Bai«] I.

ie Ausstattung ] eileterpersoual, welck,Pagen zu umfassend,von Kräften sei, di (den Feldlazarettsährungen des Krieaenken zu zerstreuen,Isatz obwalteten, e i Jeehnrag des Sanitat,.oder der Lazarefceil die Ueberzeugm»erer, unmittelbar nür diesen besonderenine richtige gewetqtrung, dass das Sani-ereinzelt und deshallßhe Ausbildung sein,.ermöglicht hätte, mnicht geeignet, die«

t obiger Ausfülirutiarhements gelegentlichinstalten einzurichtenrend andererseits inauf Verbandstationenirkten. Diese in derwechselseitige Unterdem Gedanken, an!itionen von einanderInanspruchnahmeecke in Zeiten derger Einschliessungen)rwurf ungenügend«e weiter zu entkräften,Sanitätsdetachenient;änger dauernder Be-tnken, eine ungleich[i die Krankentrageder Kranken vertrauti zu Tage getretenUmstand, dass mehrts getheilt zur Vetdürfniss nach grosatioiien deutlich

srvorgehoben worrbements mit 6 ben

dass ausserdem TorVerwundeten narr3then zur Verfügi

welche bis zur Unter-

Band I.

X. Abschnitt: Waffenstillstand, Rückmarsch und Okkupation. Schlussbetrachtung.

221

brineung der Verwundeten vergeht, wesentlich von derirhandenen Zahl solcher ausseretatsmässiger Transport-Fahrzeuge abhängig bleiben, da es ein für alle Mal unaus-führbar erscheint, den Train der Armeen mit einer annähernd«osreichenden Menge eigentlicher Krankenwagen zu belasten.[m Kriege 1870/71 machte sich der Mangel an Fuhrwerkennicht* selten fühlbar. Für die etatsmässigen Kranken-transportwagen ist inzwischen durch die Kriegs - Sanitäts-ordnung von 1878 ein neues Modell vorgeschrieben worden,V eil das im Kriege 1870/71 für die Norddeutsche Armeemaassgebende sich auf schlechten Wegen als zu schwer! z «ci Pferde erwiesen hat.

Die Feldlazarethe sind während der eigentlichen Kriegs-/cit. d. h. vom 1. August 1870 bis 28. Februar 1871, alsBeschlossene Formationen 545 Mal, ausserdem mit einzelnenSektionen 77 Mal in Thätigkeit getreten, 1 ) so dass jedesder 191 Lazarethe, wenn man die Lazaretheinrichtungenseitens einzelner Sektionen nur zur Hälfte anrechnet, durch-schnittlich 3 Mal etablirt gewesen ist. Verhältnissmässigam häufigsten waren die Lazarethe des I. BayerischenArmeekorps beschäftigt; es folgen sodann die des VII., XII.und 111. Armeekorps; am seltensten fiel denen des VI. Armee-korns eine anhaltendere Krankenpflege zu. In der obenangegebenen Zeit haben die Feldlazarethe, abgesehen vondem Lazareth - Reservepersonal und den 6 Lazarethen derBayerischen Spital-Reserve, 280 910 Verwundete und Kranke»usschliesslich der Passanten) aufgenommen, so dass aufein Feldlazareth durchschnittlich 1471 behandelte Krankeund Verwundete entfallen. Verhältnissmässig am stärkstenwird dieser Durchschnitt von den Bayerischen Lazarethenüberschritten, während hinter den letzteren die Lazarethedes II. und IV. Armeekorps (die drei erst später erachtetenLazarethe des XIII. Armeekorps müssen ausser Betrachtbleiben) am weitesten zurückstehen. Diese sämmtlichenkranken haben 3 245 743 Verpflegungstage beansprucht,ilso bei einem Lazareth durchschnittlich 169873 Tage.Die wirkliche Arbeitsdauer der 191 Lazarethe beträgt,wenn man diejenige der einzelnen Sektionen, so oft sieelbstständig gearbeitet haben, mit einrechnet, vom 1. August1870 bis 28. Februar 1871 im Ganzen 24 015 Tage, sodass auf ein Feldlazareth durchschnittlich 126 Arbeitstageentfallen. Verhältnissmässig am längsten haben dasU. Bayerische Armeekorps, die Württembergische Division,das Garde- und XII. (Königlich Sächsische) Armeekorpsihre Lazarethe beschäftigt, am kürzesten dagegen das 1. undV. Armeekorps.

In der Organisation der Feldlazarethe sind grössere,die allseitige, ausgiebige Leistungsfähigkeit dieser Anstaltenbeeinträchtigende Mängel nicht hervorgetreten. Die schonin den Feldzügen von 18C>4 und 1866 bewährte ärztliche

') Damit sind nur die eigentlichen Btablirungen gemeint; dieh irksamkeit auf den Schlachtfeldern zur Unterstützung der Sanitäts-detachements ist hierbei ausser Betracht gelassen.

Oberleitung derselben hat im Kriege 1870/71 auch dieschwierigere Probe endgiltig bestanden.

Das Lazareth-Reservepersonal ist 145 Mal zur Lazareth-Thätigkeit gelangt, das Personal einer Sektion mithindurchschnittlich, da (einschliesslich der Bayerischen Spital-reserve) 49 Sektionen bestanden haben, 1 ) drei Mal. Verhält-nissmässig am häufigsten ist das Lazareth-Reservepersonaldes VIII. Armeekorps in Anspruch genommen worden,während dasjenige des VI. Armeekorps nur zwei Lazarethe(davon jedoch eines während der ganzen Dauer des Krieges)versehen hat. Das Lazareth-Reservepersonal reichte nichtaus, um an allen wichtigeren Etappenorten den Sanitäts-dienst sicherzustellen. Wegen Mangels an eigenem .Ma-terial erwies es sich überdies ungeeignet, Lazarethe neuzu errichten, soll deshalb in Zukunft nur zur Uebernahmemateriell bereits ausgestatteter Lazarethe verwendetwerden. 2 )

Die Erörterung der Frage, wie weit es gelang, zurlängeren Behandlung der Verwundeten und Kranken einegenügende Anzahl der für diese Aufgabe eigentlich be-stimmten Formationen (Feldlazarethe und Lazareth-Reserve-personal) zur rechten Zeit an den Ort des Bedarfs heran-zuziehen, wird, da diese Frage nur im Zusammenhange mitder Evakuation besprochen werden kann, am Schlüsse desKapitelsKrankenzerstreuung" ihre richtige Stelle linden.

Von grösseren operativen Eingriffen an Verwundetenwurden in den Sanitätsanstalten auf dem Kriegsschauplatzemehr als 3600 vorgenommen; das Nähere darüber bleibtdem chirurgischen Theile des Berichtes vorbehalten.

Die Ausstattung der mobilen Sanitäts-Formationen mitchirurgischem, pharmazeutischem und ökonomischem Materialhat im Wesentlichen dem durchschnittlichen damaligenBedürfniss entsprochen. Dafür spricht der Umstand, dassdieselben Gegenstände Manchen als überflüssig, Anderenals unentbehrlich erschienen, während einiges nicht Vor-handene wohl von Einzelnen gewünscht, von Anderen jedochkeineswegs vermisst wurde. Betreffs der Verbandmittelist diese Frage inzwischen durch die veränderte Methodeder Wundbehandlung in ein gänzlich neues Stadium ge-treten. Hinsichtlich der ökonomischen Ausrüstung verdienthervorgehoben zu werden, dass der etatsmässige Bestandder Bayerischen Feldspitäler an Bettladen 3 ) vielfach dieEtablirung wesentlich erleichterte, dass nahezu bei allenSanitätsdetachements der Vorrath an Beleuchtungsmaterialals zu knapp bemessen empfunden wurde, und dass ge-legentlich auch Feldlazarethe das Fehlen dieses Artikelsin ihrer Ausrüstung beklagten.

') Das Badische Lazareth-Reservepersonal ist hierbei nicht ein-gerechnet (vergl. 8. 51 und Beilage 43).

2 ) Vergl. 8. 48, Anmerkung 2. Betreffs der Lazareth-Reservedepots siehe S. 52.

») Vergl. S. 50 und 51.