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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.

Band

fand 129 Mann, darunter 83 grösstenteils Schwerver-wundete, theils in einem alterthümlichen, weitläufigenSchlosse, theils in zwei Privathäusern untergebracht, vondenen das eine mit Kranken, das andere mit Verwundetenbelegt war. Das Lazarethpersonal erhielt seit 5. Januar1871 Unterstützung durch vier Englische Aerzte, derenvorzügliche Transportwagen die Evakuation erleichterten.Bis zum 16. Februar hat das Lazareth 182 Kranke undVerwundete behandelt, darunter 83 Verwundete.

Nach kurzem Aufenthalte in Meung, wo das Personalsich an der ersten Einrichtung der dortigen Lazarethanstaltenbetheiligte, errichtete die 2. Sektion des Lazareth-Reserve-personals XIII. Armeekorps am 29. Dezember ein Lazarethin Chartres. Das ärztliche Personal hatte zugleich denRevierdienst bei der 17. Division zu versehen, durchwelchen ein Arzt, da es sich um die tägliche Untersuchungvon durchschnittlich 400500 Mann handelte, vollständigin Anspruch genommen war.

Nach dem Abrücken des 9. Feldlazareths V. und des10. XL Armeekorps wurden auch noch deren Kranke von demLazareth-Reservepersonal übernommen. Dieselben lagen in demTribunal civil und in einem Vergnügungslokale. Für diesyphilitisch Kranken, welche Ende Februar in grosser Zahl zu-gingen, waren zwei besondere Zimmer im Arresthause ein-gerichtet. Ausser sechs von den Feldlazarethen zurückgelassenen"Wärtern unterstützten das Personal drei freiwillige Pflege-rinnen, welche leider von den in Chartres grassirenden Pockenergriffen wurden. In den Lazarethen erkrankten an dieserSeuche fünf Mann; dieselben wurden sofort der Pockenstationim Hotel Dieu überwiesen. Insgesammt hat das Personalvom 29. Dezember his 11. März 1871 351 Kranke behandelt.

Am 23. November 1870 war das Bayerische Aufnahm;Feldspital No. 5 von Sedan nach Lagny mittels Eisenbauund von dort mit eigener Bespannung über Corbeil naclEtampes abmarschirt, um sich am 8. Dezember in demnahegelegenen Dorfe Chamarande zu etabliren.

Hier wurden zum grössten Theil Verwundete aus demGefechte bei Orleans grösstentheils aus Feldspitälern -aufgenommen. Der Zugang war nur in den ersten Tagebeträchtlich und hörte im Januar vollkommen auf. f) eilVerwundeten bot das Jagdschloss des Herzogs von Tersi^vmit seinen geräumigen und luftigen Zimmern angemesseneUnterkunft. Durch fortdauernde Evakuirung minderte sichdie Krankenzahl so erheblich, dass am 14. Februar dieMehrzahl des ärztlichen Personals nach Corbeil ab^eheikonnte, um dort auf dem Bahnhofe bei den massenhafteKrankentransporten (aus den westlich und südlich gelegene!Spitälern) Aushilfe zu leisten. Zur Aufnahme kamen161 Manu, darunter 148 Verwundete.

Nachdem ein Sanitätszug die noch verbliebenen siebenVerwundeten am 26. Februar nach Etampes übergeführthatte, war das Spital wieder verfüglich, verblieb eini«eTage in Corbeil und gelangte am 12. März nach Chälomvon wo es den Rückmarsch in die Heimath antrat.

Ergebniss.An der Krankenpflege auf dem südwestlichen Krie»schauplatze hat sich das Lazareth-Reservepersonal von fünfArmeekorps betheiligt, indem dasselbe 12 Lazarethanstaltenan sechs verschiedenen Orten verwaltet hat.

Zehnter Abschnitt.Waffenstillstand, Rückmarsch und Okkupation.

Die Deutsche Heeresleitung Hess nach Beendigungder Feindseligkeiten bis zum Abschluss des Präliminar-friedens am 26. Februar 1871 mehrfache Truppen-Dislo-kationen eintreten. 1 )

Die hierdurch bedingten Neu-Etablirungen von Feld-lazarethen sind bereits in den vorstehenden Abschnittenim Anschluss an die Besprechung des Sanitätsdienstes aufden einzelnen Kriegsschauplätzen erwähnt worden. DesWeiteren wurden nach Abschluss des Präliminarfriedenssechs Neu-Errichtungen von Feldlazarethen durch die Ein-leitung des Rückmarsches, 2 ) welcher am 3. März 1871

!) Vergl. Generalstabswerk II, S. 1393 ff.2 ) Vergl. Generalstabswerk II, S. 1414 ff.

begann, veranlasst. Theils handelte es sich hierbeidie Sicherstellung der Krankenpflege an den wichtigerenEisenbahn-Knotenpunkten, theils um die Einrichtung vKantonnements- und Etappenlazarethen. Im Allgemeine!war die Thätigkeit der in jener Zeit neu etablirten Feldlazarethe keine ausgedehnte, weder was die Zahl noch wasSchwere der Erkrankungen anlangt. Nur vereinzelt nochbefanden sich Verwundete in den Feldlazarethen; vonSeuchen war Ruhr nahezu völlig erloschen; auch die !der Typhuskranken hatte sich unter dem Einflüsse dergünstigeren Jahreszeit, mit dem Nachlass der Strapaze!und mit der besseren Verpflegung stetig vermindert;Anwachsen zeigte sich nur bei Marschkrankheiten und (in

Band t

Folge des erleichte( | ell im engeren iDie Abreise £uach Deutschland <wurde der endgiltzeichnet, am 16. Mder Französischen4. Juni 1871 bis 13.Französischer Geh

1. Armeekorps, so

2. Bayerische Divimobilem Zustand erverliessen die let:Frankreichs.

Vergl. General

Der Umfang, ierste Hilfe seitenslazarethe hat gewähstreichsten SchlaForatehenden ausfiSchlachten mit miiaus folgender Ueb(

Schlacht

Weissenburg-Wörth .Spicheren ....Colombey-Nouilly . .Vionville-Mars laTourGravelotte-St. PrivatKoisseville . . .Beaumont . . .

Sedan .....

Villiers ....

Loigny-Poupry

Beaugency-Cravant

Durchschnitt

Aus dieser Zidurchschnittlich aui