Druckschrift 
Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
Seite
217
Einzelbild herunterladen
 

Band I

bezw. 10. DozeunV.

sselben ArmeeW

egen der in Chaumontderartigen Krankenwar sehr gut e i n .anker vorzüglich n.; derselben Scnwieri«.r Nacht hei 14°E.il der "Wände nur ein

onals X. Armeekorpsm sie ihren Kranken.nont thätigen 3. AI-ergehen hatte. Die3r von dem 10. Feld-istand von 284 Manns Lyceums befanden.if dem Wege der Re-die im Lyceurn noch

;r grosse Mangel ankonnte demselbenehr gut ausgestattet«;e abgeholfen werden,nont eine bedeutende[er südlichen Etappen-ht möglich war, derrte.

an das X. Armeekorpstslazareths und, nacis Sanitätszuges, viass dann nur noch die"ranken seitens eines

war. Am 30. April

ot 94 Verwundete und

26. November 1[I. Armeekorps zuaretlis No. 1 heran-iber durch das erst-

;egründeten Lazarette'einher schon war das; St. Jacques, völlignd in die Ambulanza, jedoch im Dezemberndlichen Verwundetenken in die günstigenas Kriegslazareth aufenden Pockenkrankennkenhaus Hotel Dien«handelte. Die Ver-geuder Weise auf demms gegen Ende Manus Königlichen Maga-n aus den Depots dernd Troyes selbst. Derm drei Aerzten de's und zwei Aerztenrps versehen, denen

IX. Abschnitt: Südwestlicher Kriegsschauplatz.

'217

cb sechs Civilärzte zur Seite standen. Mit der Verringerung1 Krankenbestandes ging Hand in Hand eine Reduktion desl etlichen Personals. Bei der Ablösung des Lazareth-Reserve-ersonals X. Armeekorps am 13. April übernahm die Pflege derKranken die 3. Sektion Lazareth-Reservepersonals III. Armee-korps allein.

Auch in Troyes herrschten Typhus und Pocken. Ins-sesammt hat das Personal in Troyes während der Zeit vom1 Dezember 1870 bis 13. April 1871 2477 Mann, einschliesslich157 Verwundete, behandelt.

Westlich Troyes richtete in Nemours der dortigeEtappenarzt Ende November ein Lazareth ein. Dasselbebefand sich in dem städtischen Krankenhause, einem ehe-maligen Nonnenkloster, dessen hohe und geräumige Sälegich recht gut zu einer Krankenanstalt eigneten. Derhauptsächlich aus Typhuskranken bestehende Zugang warmassig" insgesammt behandelte das Lazareth bis 11. März1871 269 Kranke, einschliesslich 18 Verwundete.

In Orleans übernahm die 2. Sektion Lazareth-Reserve-personals IX. Armeekorps am 28. Dezember das in derErziehungsanstalt Sacre' Coeur und bald darauf auch dasin dem gegenüberliegenden Kloster de la Visitation (in derVorstadt Bannier) eingerichtete Lazareth. Insgesammt hatdas Personal vom 28. Dezember 1870 bis 11. März 1871530 Kranke, einschliesslich 372 Verwundete, verpflegt.

Am 8. Februar 1871 übernahmen die 2. SektionLazareth-Reservepersonals IX. und die 1. Sektion Lazareth-Reservepersonals X. Armeekorps das Französischerseits inder ehemaligen Kaserne St. Charles zu Orleans einge-richtete Lazareth, dessen Bestand vorwiegend Pockenkrankebildeten.

Die Kaserne war an und für sich wenig zu einem Lazarethegeeignet, da sie in dem Ueberschwemmungsgebiete der Loireoelegen ist; bei der Uebernahme kam hierzu eine Verschmutzungder Höfe (welche hoch mit Mist angefüllt waren) und derKrankenzimmer, deren Oefen überdies rauchten und derenSchlösser durchweg defekt waren. Die sehr schmalen undharten Betten konnten ebenfalls kaum gebraucht werden; alsAbtritte dienten Holztonnen, welche in den Ecken der breitenFlure aufgestellt waren. Eine Isolirung der Pockenkrankenhatte nicht stattgefunden. Dieselbe wurde sofort ausgeführt;für die Kleidungsstücke der zugehenden Pockenkranken richteteman in den Gefängnisszellen Räucherkammern her, in welchendie Effekten längere Zeit verblieben. Die Verpflegung derKranken geschah durch Requisition. Das Pflegepersonal wurdedurch einige Französische Schwestern unterstützt. AnfangMärz verringerte sich der Krankenbestand durch Evakuationenbei geringem Zugang, welcher endlich nur aus Pockenkrankenbestand, stetig, so dass nach und nach ein grosser Theil desPersonals anderweit Verwendung finden konnte. Am 13. Märzwurden die Lazareth-Einrichtungen der Französischen Inten-dantur übergeben, nachdem ein Bestand von 20 Deutschen und26 Franzosen in das Pockenhaus und in das Hotel Dieu über-geführt war. Während seiner Thätigkeit hat das Lazareth217 Mann behandelt.

Am 22. Dezember übernahm die 2. Sektion Lazareth-Reservepersonals III. Armeekorps in fünf weit von einanderliegenden Häusern der Stadt Orleans 127 Kranke, welchezum Theil bisher in Behandlung Französischer und Eng-

Suütits-Bericht ul.er di* Deutsch«» U^ein 1870/71. I. Bd.

lischer Aerzte, zum Theil auch Hessischer Militärärztegewesen waren.

Maison des petites soeurs in der Rue de la Paterne waralt und winklig. Wesentlich besser lagen die Verhältnisse inder Ecole de St. Croix. welche in ihren vier ziemlich grossen,gut heiz- und ventilirbaren Zimmern 50 Lagerstellen barg.Ausserdem versah das Personal noch drei im Faubourg Bour-gogne zuLazarethen eingerichtete Häuser, welche am 13. Januarvom Lazareth - Reservepersonal IX. Armeekorps übernommenwurden. Im Januar richtete das Personal noch ein verlassenesund verwahrlostes Privathaus in der Rue St. Come als Lazarethein, welches durch seine günstige Lage und Bauart neuesGebäude im Garten, an einem freien Platze in der Nähe derLoire sich vorzüglich zu Zwecken der Krankenpflege eignete.Insgesammt hat das Personal bis 12. März 1871 674 Mannbehandelt, darunter 91 Verwundete.

Die 3. Sektion Lazareth-Reservepersonals IX. Armee-korps übernahm,- wie erwähnt, in Orleans die Kranken desFaubourg am 13. Januar, ferner das Orphelinat, welches,nur zum kleinen Theil günstig beschaffen, lediglich mitLeichtkranken belegt wurde. Günstigere Verhältnisse botdagegen das Kloster St. Aignau, ein neues, dreistöckigesGebäude mit guter Luftheizung und Wasserleitung.

Es wurden in den gut ventilirbaren Räumen 8 Zimmer mit89 Betten belegt, in welchen vorwiegend die schweren FälleAufnahme fanden, da auch in dem gegenüberliegenden KlosterNotre Dame de Charite die hygienischen Verhältnisse zum Theilsehr viel zu wünschen Hessen. Eineinhalb Kilometer entferntvon diesen Häusern war dem Personal noch das in einem Parkgelegene Seminar Pomme de Pin überwiesen, welches sich jedoch,auch abgesehen von der Entfernung, welche den Dienstbetrieberschwerte, wenig zu einem Lazareth eignete. Dem Lazareth-personal standen zahlreiche Ordensschwestern und Infirmiers,die enteren mit vorzüglichem Erfolge, zur Seite. Die Schwesternbesorgten die in jeder Abtheilung eingerichteten Küchen undbetheiligten sich auch an der Krankenpflege. Viktualien wurdenvon der Stadt requirirt; Extradiät und Erfrischungsmittellieferten das Reserve-Depot und später die freiwillige Kranken-pflege in ausreichender Weise. Das Lazarethpersonal hat vom13. Januar bis 11. März 1871 insgesammt 025 Kranke, ein-schliesslich 199 Verwundete, behandelt.

Am 11. Januar übernahm die 3. Sektion Lazareth-Reservepersonals 111. Armeekorps die Kranken und Ver-wundeten des Lazareths Caserne de Passage, welche sichin der genannten Kaserne und 4 Privathäusern des nördlichenTheiles der Stadt befanden.

Drei Häuser wurden im Februar mit dem allmäligenSinken des Krankenstandes aufgegeben. Der Dienst war an-fänglich schwierig, da mehr als die Hälfte der 214 übernommenenKranken unter denen sich 8 Verwundete, 80 Typbus- undRuhrkranke befanden keine Bettstellen hatten und fast Alle zumal in der Kaserne unter Schmutz und Ungezieferlitten. In der Kaserne waren die meisten Matratzen verfault;sämmtliche Decken und Wäschestücke mussten erneuert werden.Der Zugang an schweren Typhusfällen war ein so bedeutender,dass nur mit der grössten Aufopferung seitens des Pflegepersonalsdie Kaltwasser-Behandlung durchgeführt werden konnte. Ins-gesammt hat das Lazareth bis 11. März 499 Mann behandelt.

In Meung (südwestlich Orleans) wurde das 1. Feld-lazareth XIII. Armeekorps am 23. Dezember abgelöst durchdas Lazareth-Reservepersonal desselben Korps. Dasselbe

28