Den Verwundeten leisteten die Sanitätsdetachements76 Mal den ersten Beistand; Feldlazareth-Etablirungenfanden 82 statt.
Die Winterkälte erschwerte die Hilfeleistung, ver-ursachte Erfrierungen und übte auf die Beschaffenheit derVerletzungen einen nachtheiligen Einfluss aus.
Typhus und namentlich Ruhr forderten — ebenso wieauf dem nördlichen und südwestlichen Kriegsschauplatze —sehr viel weniger Opfer als vor Metz und Paris; anderer-seits erreichten die Pocken hier eine immerhin grössereVerbreitung in der Deutschen Armee als anderwärts (ver-gleiche G. Band des Berichtes).
Wiederholt wurden Französischerseits Deutsche Aerzteund Hilfspersonal nebst den Kranken als Kriegsgefangeneweggeführt und dadurch wochenlang der Erfüllung ihrerAufgaben entzogen.
Kriegs- und Etappenlazarethe.
Von Ende November ab erhielten die an der Loire undSarthe thätigen Sanitätsanstalten durch das allmälig anden Orten seiner bisherigen Wirksamkeit frei werdendeLazareth-Reservepersonal der zur II. Armee gehörigenKorps sowie durch dasjenige des XIII. Armeekorps unddurch das der Bayerischen Spitalreserve überwiesene Auf-nahms-Feldspital No. 5 wirksame Unterstützung. Die meistenSektionen langten allerdings erst im Dezember, eine sogarerst im Januar auf dem südwestlichen Kriegsschauplatze an. 1 )
In dem wichtigen Etappenorte der II. Armee Chaumontwurde das am 14. bezw. 15. November etablirte 4. und
] ) Die 1. Sektion Lazareth-Reservepersonals III. Armeekorpsblieb bis zum 30. November in Remilly, die 2. in Pont ä Moussonbis zum 15. Dezember gefesselt, während die 3. ihre Thätigkeit inSt. Hilaire schon am 11. November beendete, jedoch in Folge mehr-facher Abkommandirungen erst im Januar wieder geschlossen zurVerwendung kam. — Von dem Lazareth-Reservepersonal IX. Armee-korps wurde die 1. Sektion zwar am 3. Dezember in Pont ä Moussonfrei, musste jedoch behufs Ergänzung des durch Krankheiten ge-lichteten Personals anderer Lazarethe und Neubildung von Lazareth-Reservepersonal für das XIII. Armeekorps aufgelöst werden; die2. Sektion wirkte bis zum 4. Dezember in Noveant, die 3. ward erstam 31. Dezember in Forbach entbehrlich. — Die drei SektionenLazareth-Reservepersonals X. Armeekorps konnten sämmtlich noch imNovember nach dem südwestlichen Kriegsschauplatze abrücken: die1. und 2. verliessen Mars la Tour schon am 6. November, währenddie 3. am 27. von Ste. Marie abmarschirte. — Die 2. Sektion Lazareth-Reservepersonals XIII. Armeekorps wirkte zunächst vom 4. Novemberbis 10. Dezember in Reims, während die 1. erst im Dezember formirtward. Das Bayerische Aufnahms-Feldspital No. 5 verliess Sedan am9. November, um sich ebenfalls nach Südwesten zu begeben, währenddie übrigen zur Bayerischen Spitalreserve gehörigen Sanitätsanstalten(mit Ausnahme des in Nancy thätigen Haupt-Feldspitals No. 2) vorParis verblieben, wo dieselben zahlreiche Bvakuations-Transporte vomsüdwestlichen Kriegsschauplätze her in Empfang zu nehmen und ent-weder zurückzubehalten oder zur Weiterbeförderung in geeignete Ver-fassung zu setzen hatten (vergl. das Kapitel „Krankenzerstreuung").
10. Feldlazareth X. Armeekorps am 6. bezw. 10. Dezemberdurch das Lazareth-Reservepersonal desselben Armeekoruabgelöst.
Das dortige städtische Spital blieb wegen der in Chaumontherrschenden Pocken-Epidemie lediglich derartigen Krankenvorbehalten. Eine Baracke (44 Betten) war sehr gut ei».gerichtet und zur Behandlung Schwerkranker vorzüglich n.eignet, obgleich eine genügende Erwärmung derselben Schwieri».keiten begegnete — es froren z. B. in einer Nacht hei —14° j>sämmtliche Mixturen ein — da ein Theil der "Wände nur einsehr einfaches Holzfachwerk besass.
Die 1. Sektion Lazareth-Reservepersonals X. Armeekorpsging am 31. Januar nach Orleans, nachdem sie ihren Kranken-bestand der seit 10. Dezember in Chaumont thätigen 3. AI).theilung Lazareth - Reservepersonals übergeben hatte. D; eletztere Abtheilung hatte am 10. Dezember von dem 10. Feld-lazareth X. Armeekorps einen Krankenbestand von 284 Hauübernommen, welche sich in 12 Sälen des Lyceums befanden,Die Verpflegung der Kranken erfolgte auf dem Wege der Re-quisition durch die Stadt, welche auch die im Lyceum nochfehlenden Bettstellen beschaffen musste.
Besonders fühlbar machte sich der grosse Mangel aiExtradiät für die Typhuskranken; es konnte demselbenauch nur theilweise von dem im Uebrigen sehr gut ausgestattetenHauptdepot der freiwilligen Krankenpflege abgeholfen werden,
Die Krankenanhäufung war in Chaumont eine bedeutende,da bei den öfteren Verkehrsstockungen auf der südlichen Etappen-linie der Krankenrückschub zeitweilig nicht möglich war, derZugang von Kranken aber stetig fortdauerte.
Im März gab das Personal die Ecole an das X. Armeekorpsab zur Einrichtung eines Kantonnementslazareths und, natlausgiebigen Krankenentlassungen mittels Sanitätszuges, vierWochen später auch das Lyceum, so dass dann nur noch diiPockenstation in der Baracke mit 13 Kranken seitens eineArztes des Reservepersonals zu verwalten war. Am 30. Aprilwurde auch diese Station aufgelöst.
Beide Abtheilungen haben insgesammt 94 Verwundete1908 Kranke verpflegt.
Nach Troyes wurde am 21 bezw. 26. November 1870Lazareth-Reservepersonal X. bezw. 111. Armeekorps zciUnterstützung des Hessischen Feldlazareths No. 1 lierangezogen, welches letztere am 1. Dezember durch das eratgenannte Personal abgelöst ward.
Die ursprünglich von Hilfsvereinen gegründeten Lazarettebefanden sich in vier Gebäuden. Im November schon war dasungünstigste Lazareth, Ambulance rue St. Jacques, vigeräumt, und der dortige Krankenbestand in die AmbulanceTrinite St. Jacque übergeführt worden. Da jedoch im Dezemberin letzterer Typhus unter den daselbst befindlichen Verwundetenausbrach, brachte man sämmtliche Kranken in die günstigereAmbulance Croix des Fourches, so dass das Kriegslazareth aufzwei Räume beschränkt blieb. Die zugehenden Pockenkrankenwurden stets sofort in das städtische Krankenhaus Hotel Diengebracht, in welchem sie der Chefarzt behandelte. Die Ver-pflegung der Kranken geschah in befriedigender Weise auf demWege der Requisition durch die Stadt bis gegen Ende März.vom April an durch Naturalienempfang aus Königlichen Mag*zinen und Selbstankauf, auch durch Gaben aus den Depots derfreiwilligen Krankenpflege in Chaumont und Troyes selbst. Derärztliche Dienst wurde im Dezember von drei Aerzten desLazareth-Reservepersonals X. Armeekorps und zwei AerztenLazareth-Reservepersonals III. Armeekorps versehen, denen
uoeb sechs Civilärzte( l es Krankenbestandeärztlichen Personals.personals X. ArmeekcKranken die 3. -Sekt:korps allein.
Auch in Troyesgesammt hat das PeI.Dezember 1870 bis157 Verwundete, beb
Westlich TroyEtappenarzt Ende Ibefand sich in demmaligen Nonnenklosach recht gut zuhauptsächlich aus r lmassig; insgesammt1871 269 Kranke, <
In Orleans übeiPersonals IX. Arm«Erziehungsanstalt Sin dem gegenüberli«Vorstadt Bannier) edas Personal vom530 Kranke, einsch
Am 8. FebruaLazareth-ReserveperReservepersonals X.der ehemaligen Kerichtete Lazareth, dtbildeten.
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nist; bei der Ueder Höfe (welche h(Krankenzimmer, derSchlösser durchwegharten Betten konnte:Abtritte dienten HolzFlure aufgestellt wa:hatte nicht stattgefuifür die Kleidungsstüclman in den Gefängniidie Effekten längereKranken geschah durdurch einige FranzcMärz verringerte sichbei geringem Zugangbestand, stetig, so daPersonals anderweit ^wurden die Lazarethdantur übergeben, na26 Franzosen in dasgeführt war. Währ247 Mann behandelt.Am 22. Dezem)Reservepersonals IIIliegenden Häusern <nun Theil bisher i
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