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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.

Band I.

seit dem 29. Dezember in dem nahen Baigneaux bei 24 Ver-wundeten beschäftigt, führte am 20. Januar seinen damaligenBestand von 9 Verwundeten nach Bazoches les Hautes über,wo es einschliesslich der vom 2. Feldlazareth XIII. Armeekorpsübernommenen 12 Verwundeten, deren zusammen 21 behandelte.Am 23. Februar 1871 beendete es seine Arbeit an dem ge-nannten Orte.

Das Aufnahms-Feldspital No. 2 I. Bayerischen Armeekorpshatte sich am 4. Dezember in Orgeres, einem kleinen Dorfezunächst dem Schlachtfelde von Loigny und Bazoches les Hautes,zu etabliren, woselbst schon 308 Mann, grösstentheils Schwer-verwundete, unter Pflege eines Arztes und mehrerer Sanitäts-soldaten vorhanden waren.

In den nächsten drei Tagen trafen noch weitere Verwundeteund Kranke ein, unter diesen ein am 7. Dezember von einemJohanniterritter von Lumeau her geführter Verwundeten-Trans-port mit 134 Mann, so dass die Gesammtzahl der Aufgenommenen606 Mann betrug. Die Etablirung fand unter schwierigenVerhältnissen statt. Da der kleine Ort bei der Nähe des Kampf-platzes nicht verschont geblieben, von seinen Einwohnern gänzlichverlassen war und überhaupt grössere Räume nicht darbot, somussten anfänglich in sänimtlichen Häusern die kleinen, dumpfen,theilweise ganz unheizbaren Zimmer mit Verwundeten überfülltwerden, bis durch ergiebige Entlassungen bessere Unterkunftgeschaffen wurde.

Sehr erwünschte Unterstützung erhieltdas ärztliche Personaldurch die am 10. Dezember durchpassirenden Aerzte der beidenFeldspitäler No. 9 und 10. Am 16. und 18. Dezember wurden dieam schwersten Verwundeten dem in der Nähe thätigen Aufnahms-Feldspital No. 6 in Villeprevost übergeben.

In Villeprevost, einem Dorfe zunächst dem Schlachtfeldedes 1. und 2. Dezember an der Strasse von Loigny und Orgeresnach Janville, sowie in dem nahegelegenen Tillai le Peneuxwurden 546 Verwundete der dort etablirten Verbandplätze vomAufnahms-Feldspital No. 6 I. Bayerischen Armeekorps über-nommen , welche in einem Sommerschlösschen, in mehrerenScheunen, Ställen, sowie in etwa 12 Häusern des kleinen Ortesdicht gedrängt meist auf Stroh lagen, und in Tillai namentlicheinige grössere Gastwirthschaften überfüllten. Erst nach meh-reren Tagen ermöglichten ergiebige Entlassungen nach Touryund Chartres eine mehr zweckentsprechende Untei'kunft undLagerung mittels der Feldbetten im Schlosse und den umlie-genden Häusern zu Villeprevost und' zu Tillai, welcher letztere Ortam 8. Dezember als Filiale dem eingetroffenen SchweizerischenMilitärarzt Dr. Bis mit einem Bestände von 92 Verwundetenübergeben wurde.

Eine sehr unangenehme Komplikation der ohnehin meistschweren Verwundungen bildeten zahlreiche Erfrierungen,welche die Verwundeten durch längeres Liegen auf dem Schlacht-felde bei 8 ° R. und Aufenthalt in unheizbaren Räumen erlittenhatten. Am 16. Januar 1871 schloss das Spital seine Thätigkeitdaselbst mit Evakuation der letzten 10 Verwundeten ab.

Ergebniss.Die Verluste in der Schlacht bei LoignyPoupry sind(nach Anlage 93 und Berichtigung des Generalstabswerkes)folgende gewesen:todt oder in Folge

Verwundung gestorben 57 Offiziere, 714 Mann,

verwundet.....149 2682

vermisst .....2 542

208 Offiziere, 3938 Mann.Summa 4146.

Den ersten Beistand leisteten vier Sanitätsdetachementsin unmittelbarer Nähe des Schlachtfeldes Hessen sich vi«Feldlazarethe am Schlachttage selbst nieder, so daAnwesenheit von 48 etatsmässigen Aerzten der Sanitians talten angenommen werden darf; demnach entfallen »Durchschnitt 86 Deutsche Verwundete auf je 1 Arzt. DiPflege der Verwundeten wurde in sechs Feldlazarettfortgesetzt.

Weitere Kämpfe im Dezember.

Während der Schlacht bei Orleans 1 ) am 3. und 4. D»zember 1870 war von den Sanitätsdetachements des III.Arme»korps am 1. Gefechtstage das 1. bei Chilleurs thätig, ob»jedoch an diesem Tage eine ausgedehntere Wirksamkeitentfalten zu können. Seitens des IX. Armeekorps richtetedas 3. Sanitätsdetachement an der Strasse ArtenayPari;und das 1. Sanitätsdetachement in Artenay selbst einenVerbandplatz ein. Das Sanitätsdetachement der 25. (Gross-herzoglich Hessischen) Division war in seine beidenSektionen getheilt worden; die 1. wirkte in Chevilly unddemnächst in Fleury, die 2. in Glatigny. Von dem X. Anuedkorps leistete das 2. Sanitätsdetachement in Neuville amBois Beistand und bestrebte sich, die Verwundeten in daRichtung auf PithiviersMalesherbes zu befördern.

Während die Mehrzahl der am 3. Dezember thätigaSanitätsdetachements auch am zweiten Schlachttage, aiwelchem ein eiskalter Nordostwind wehte, auf den Verband-platzen vom Tage zuvor in Wirksamkeit blieb, bedingte 6einzelne das Fortschreiten des Gefechts in der Richtumauf Orleans die Verlegung der Verbandplätze in die Nähdieser Stadt. So hatte am 4. Dezember das 1. Sanitätidetachement III. Armeekorps seinen Platz bei Chezy mdas 1. IX. Armeekorps anfänglich in Chevilly, später iCercottes, einem an der Bahn gelegenen Dorfe, in AemNähe auch das 3. Sanitätsdetachement X. Armeekorps an4. Dezember zur Thätigkeit gelangte.

Die Sanitäts-Kompagnien I. Bayerischen Armeekorphatten erst am zweiten Schlachttage Gelegenheit zur IV-Standleistung. Die 1. Kompagnie errichtete in der FenMeules, nordwestlich Orleans, einen Verbandplatz, wollt.ungefähr 40 Verwundete unmittelbar aus der Gefechtsgebracht wurden. Die Verwundeten konnten in der Fernalle gut untergebracht werden. Als die Kompagnie deivorausgegangenen Division nachrückte, wurde das nötliigtWartepersonal in Meules zurückgelassen und am andernTage die Ueberführung der Verwundeten nach Orleansbewerkstelligt.

i) Vergl. Generalstabswerk II, S. 514 ff. Die Verluste bjtrugen nach Anlage 93:

todt ... 31 Offiziere, 322 Mann,verwundet . 93 1234 ,

vermisst . 67 ,.

124 Offiziere, 1623 Mann.

Während des KKompagnie in Thätinördlich Bricy (südöpnoninien war, rück,5dlich nach Le CoNachmittags noch eihe Coudray) namenAlle liier befindlicheiLoh Orleans überge

Die Kämpfe bcEtablirung einer g[hefls auf dem GeLängs der Strasse 0lazarethlX.ArmeekoDivision gehörige 6.im Verein mit bere:bindung mit den £Sirasse Orleans Ccf. und 10. Feldlazailazarethen das 6. Fherbes, westwärts delazareth XIII. Armein Ascheres le ManThätigkeit. DemnäcTon Orleans die Eridieser grossen und ifür Lazarethzwecke

Das 1. Feldlazar

3. Dezember zunidem weiteren Zugang'unser. Iu Summa ]wundete Deutsche anthiitige 4. freiwilligeFranzosen behandelteTheil des Lazareths .verweilte bei 6 Verwrgenannton Orte.

Das 6. Feldlazaiseiner 1. Sektion amToury unter ungünsti:17. Dezember war inEpinay sur Orge ') dshatte am 26. Dezembezu folgen, währendversah. In Summa wuikorps in Toury bisPassanten 572 Mann

In Malesherbes r:korps am 5. Dezembeider Klosterschule ein,unterstützten. Es \uEtappenlazaretb.es , inla Kolande entlassene]auf Paris befördern liAufgenommenen warAufgenommenen konnnach Corbeil transpor

] ) Vergl. S. 160.

Sanitäts-Bericlit über die