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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitatsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.
Band I
Das gesammte Personal des Spitals — ohne das Material —wurde am 16. November mit dem der übrigen zurückgebliebenenSpitäler durch Südfrankreich in die Schweiz befördert und trafam 23. November in München ein. Die Aerzte gingen alsbald(am 29. November) wieder auf den Kriegsschauplatz ab, trafenam 7. bezw. 11. Dezember wieder in Orleans ein und hattensich vom 12. Dezember ab an der Behandlung der in der ganzenStadt zerstreuten Verwundeten zu betheiligen. Als am18. Dezember auch das Wartepersonal mit dem ergänzten Ma-terial wieder anlangte, wurde dem Spital das Kloster SacreCoeur zur Verfügung gestellt, in welchem es vom 19. bis28. Dezember in Thätigkeit blieb. Es kamen fast nur Ver-wundete — im Ganzen 216 Mann — theils aus den wenigerguten Räumen in Orleans, theils aus den Spitälern der Umgebungzur Aufnahme.
Ausser den bereits genannten Lazarethen gelangten imLaufe des Monats Oktober noch die Aufnahms-FeldspitälerNo. 10 und 6 I. Bayerischen Armeekorps — und zwar beidein Orleans — zur Thätigkeit.
Das Aufnahms-Feldspital No. 10 I. Bayerischen Armeekorpsbrach am 16. Oktober nach Orleans auf und erhielt hier am18. desselben Monats die Manutention militaire (Kue du Co-lombier) — den grossen Getreidespeicher der Garnison — ange-wiesen, der bisher zur Unterkunft von Truppen benutzt wordenwar. Am 19. Oktober Morgens schon trafen die ersten Krankenzur Aufnahme ein. Der Zugang mehrte sich von Tag zu Tag,bis der Krankenstand am 29. Oktober die höchste Ziffer mit280 Mann erreichte. Ausserdem hatten zwei Aerzte des Spitalsvom 20. Oktober bis 9. November die in der FranzösischenAmbulanz der Caserne de Passage und der Ecole de Dessin be-findlichen Kranken zu besorgen. Wegen der Baumüberfüllungwurden die Genesenden bis zur Wiederherstellung ihrer Dienst-fähigkeit in Privatquartieren der Stadt untergebracht.
Nach dem Abmärsche des I. Bayerischen Armeekorps erfolgteam 9. November gegen Mitternacht die Okkupation von Orleansdurch feindliche Truppen. Im Verlaufe des 10. und 12. Novemberwurden die Kranken von den Französischen Behörden undAerzten übernommeu und bis zum 13. November alle Kranken,welche sich einigermaassen bewegen konnten, in die Caserned'Etape verlegt. Während des 13. und 14. November fülltensich die durch Abführung der Deutschen Kranken leer gewordenenRäume der Manutention mit Französischen Kranken und Ver-wundeten, worauf am 15. November Französische Aerzte undIntendanten das Lazareth vollständig übernahmen.
Das Personal des Spitals, mit Ausnahme zweier Assistenz-ärzte, welche die kriegsgefangenen Kranken nach Pau zu be-gleiten hatten, wurde am 16. November durch den Süden vonFrankreich und durch die Schweiz nach Deutschland gesandt.Am 29. November gingen die Aerzte wieder zur Armee nachFrankreich ab, während das übrige Personal mit dem neuergänztenMaterial nach einigen Tagen folgte.
Am 7. bezw. 11. Dezember in Orleans wieder eingetroffen,hatte dieses Personal eine grosse Anzahl von Kranken und Ver-wundeten, welche in mehreren Privatambulanzen und in derCaserne d'Etape untergebracht waren, zu versorgen.
Durch Zutheilung weiterer Räume zu den bereits belegten,von denen nur die Caserne d'Etape einem anderen (Preussischen)Lazarethe übergeben werden musste, war der Dienst auf acht inverschiedenen Theilen der sehr weitläufigen Stadt gelegeneRäumlichkeiten ausgedehnt.
Nachdem das 1. Bayerische Armeekorps Orleans am 24. De-zember verlassen, sollte das Spital vor Paris rücken, sobald dieUebergabe der Verwundeten und Kranken an die Preussischen
Eeldlazarethe ermöglicht war. Dieselbe wurde am Sl.Dezeuvbbegonnen, jedoch erst am 9. Januar beendigt, so dass an diesemTage die Thätigkeit des Spitales zum Abschlüsse kam.
Das Aufnahms-Feldspital No. 6 I. Bayerischen Arrneekom-erhielt auf dem Marsche nach Orleans am 18. Oktober BefeHzunächst in Artenay im Kantonnement zu verbleiben. Von h,wurde am 27. Oktober und 2. November der grössere TUdes ärztlichen Personals nebst einigen Krankenwärtern nachOrleans beordert, um daselbst am 28. Oktober ein bisUvon Truppenärzten besorgtes Spital am linken Loire-Ufain der Rue de Coq, Faubourg St. Marceau, einer enoetschmutzigen Strasse, zu übernehmen. Ferner wurde am2. November das Grand Seminaire, ein gut eingerichtetesgesund gelegenes Gebäude in der Nähe des Domes, übernommenendlich noch ein Spital eingerichtet im Taubstummen-InstitutSt. Laurent, das, hoch und frei gelegen, von Gärten begrenztin gut lüftbaren Zimmern und in der Kapelle 50 Kranken sehrgute Unterkunft gewährte.
Nach dem Einrücken der feindlichen Armee in Orleans au14. November übernahmen Französische Militärärzte die KrankenDas gesammte Lazarethpersonal wurde am 16. November nacldem Süden Frankreichs abgeführt und dann in die Heimathentlassen.
Bereits vor Eröffnung des 5. Feldlazareths XL Ann».korps in Chartres hatte sich zur Unterbringung vonKranken der gegen Orleans operirenden Truppen die Eta-blirung eines Feldlazareths an der Strasse Orleans—Paaals nothwendig erwiesen. Demzufolge hatte das 9. Feld-lazareth VI. Armeekorps Befehl erhalten, sich in Etampaeinzurichten und blieb hier vom 21. Oktober 1870 bis 7. Man1871 durch im Ganzen 1692 Mann (darunter 472 Verwundet!in Anspruch genommen.
Vormarsch der II. Armee.
Im Laufe des November erfuhren die Deutschen Truppqauf dem südwestlichenKriegsschauplatze eine sehr bedeutend!Verstärkung zunächst dadurch, dass unter dem 7. Novemlieieine aus dem 1. Bayerischen Armeekorps, der 17. und22. Infanterie-, der 2., 4. und (3. Kavallerie-Division Mstehende Armee-Abtheilung unter dem Oberbefehl Sr. KönklHoheit des Grossherzogs von Mecklenburg-Schwerin ge-bildet wurde, welche den Versuchen des Feindes zumsatze von Paris in südwestlicher Richtung entgegentretesollte, 1 ) und weiterhin dadurch, dass die aus drei Armee-korps und der inzwischen zugetheilten 1. Kavallerie-Divisicibestehende IL Armee unter dem Oberbefehl Sr. Königl.Hoheit des Prinzen Friedrich Karl, welche schon EndeOktober von Metz aus den Marsch nach Südwesten aigetreten hatte, 2 ) während des November auf dem süchreslliehen Kriegsschauplatze eintraf. Der Zusammensetzt!dieser Armee und der vorgenannten Armee -Abtheilnaentsprechend, gelangten nunmehr auf dem südwestliche!
1 ) Generalstabswerk II, S. 401 bezw. 389. — Im November waridieser Armee-Abtheilung auch die 5. Kavallerie-Division zugetkill(Generalstabswerk II, S. 441).
2 ) Generalstabswerk II, S. 371.
Band I.
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KriegsschauplätzeFormationen des XIdiejenigen des 111..Verwendung, aussengetheilte 6. Feldlazdes 3. Sanitätsdetac1. Kavallerie-Divisioi, nu -den die SanitätKriegsschauplätze <Oktober bis MärzVI. ArmeekorpsDezember bis in10. Fekllazareth
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(vergl. S. 201).
Während desLrten blieben fürgens, Moutargis, Nlazarethe zurück, \näher gelegenen alin Anspruch genomu
In Chaumontde« 4., am folgenden
i) Siehe 8. 199, Aü) Verbleib und 1durch Befehl des ObertS. 128 und 129). DieLammen etatsmässig 4XIII. drei eigene undVon diesen 45 hatten sindem das 2. Feldlazariltin General-Gouvernerr.merkmig 1), die Feldlaz;der 2. Landwehr - Divisilerfügnng gestellt wäreleldlazaretb. bis zum 30.der Gegend von Sedau,schauplatze Verwendungdesgl. S. 175 u. 188); dasin Verdun, später in ]lern südwestlichen Kriegssomit 39 Feldlazarette,33 den Korps der IL JZeit des Abmarsches deFeldlazarett XIII. , skorps sogleich verfügbar;korps blieben noch bis :Yeres etablirt. Von denselben bei ihrem Abmaridem III. Armeekor.. IX.
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Diesen folgten schilazareth X., am 3. das 6K. und das 10. Fehife des November rüclLazarethe nach, mit alleii■orps, welches bis zum