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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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Band I,

IX. Abschnitt: Südwestlicher Kriegsschauplatz.

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lie zugetheilt, fjj fsehr mit Trupp«. Jean de la R ue i] e

Mannschaften femme und in des«,

und brachten die-trasse, wo sie y,,,den.nach dem mit derlit bei eingetretenermg der 4. Sanitäfelie durchsuchte dier, wo sich in dae Anzahl Schwer,fanden.

Räumung der Ys von dem Haupti LeichtverwundetesFeldspital No. 2 1i Orle'ans gebracltideten von den derlaffte. Den Haupte Einsteigehallelhofes in Faubour»ns-Feldspital No,ung dahin geselsoweit die im Baienden VerwundetetIwagen, welche eiInfanterie-Regiment!rays hatte schaffeien aufgeladenschoben.

las Schlachtfeld toien fanden theils iTischen Armeekorpeth XL Armeekorphms-Feldspital No.!3 Aufnahme. Amimd das BayeriMbald nach Orleaiije und reiche !3 blutigsten Kämpft,ze veranlasste, sidif diesem Operation5ten Besetzung12. Oktober) wareii der zweiten Ben

dort grösstenthei' Sektionen Lazarettjspital-Einrichtun^len. (Das Schiefe;etzung von Orle'ai

Nächst Orleans gewann Chartres die grösste Bedeutungffir den Sanitätsdienst auf dem südwestlichen Kriegsschau-plätze insbesondere dadurch, dass seine Lage es zum Mittel-punkt für die aus dem Süden nach Versailles abgehendenKvakuations-Transporte machte. 1 ) Am 25. Oktober tratin Chartres das 5. Feldlazareth XL Armeekorps in Wirk-samkeit. Da dasselbe jedoch den ihm zufallenden Auf-gaben allein nicht genügen konnte, erhielten Anfang De-zember das 10. Feldlazareth XL und das 9. FeldlazarethV, Armeekorps Befehl, sich von der Einschliessungs-Armeevor Paris hinweg nach Chartres zu begeben, wo somit vonAnfang Dezember bis in den Februar hinein drei Feld-lazarette nebeneinander eine umfangreiche Thätigkeitentfalteten.

Das bereits in Folge des Gefechts bei Artenay etablirteAufnahms-Feldspital No. 2 I. Bayerischen Armeekorps gelangteam 11. Oktober früh 8 '/s Uhr nach Artenay und übernahmsofort die am Bahnhof angesammelten 193 Verwundeten. Diesekonnten nebst 56 innerlich Kranken in dem Marktflecken (unterMitwirkung der Hamburger freiwilligen Sanitätskolonne) raschuntergebracht und gelagert werden. In den nächsten Tagentrafen noch 83 Verwundete von dem Kampfe bei Orleans ein,sowie eine grössere Anzahl von innerlich Kranken nebst mehrerenPassanten-Transporten. Als Filiale wurde ein Spital in Anger-rille, woselbst sich in Behandlung des dortigen FranzösischenArztes 51 Mann, meistens innerlich Kranke, befanden, unter-stellt und dasselbe allmälig geleert. Bis zum 24. Oktober warauch in Artenay das Spital bis auf einen intransportablen Ver-wundeten geräumt, verblieb jedoch daselbst ohne weitereIrankenaufnahme bis zum 9. November in Bereitschaft, anwelchem Tage Orleans wieder von feindlichen Truppen besetztwurde. 2 ) Im Ganzen waren 408 Mann zur Aufnahme gekommen,darunter 267 Verwundete.

Inzwischen hatte am 28. Oktober die Hälfte des ärztlichenPersonals nebst einigen Krankenwärtern nach Orleans abzugehenzur Uebernahme der Behandlung der im Salle de lTnstitutuntergebrachten Kranken. Ausserdem behandelte das Spitalin der Stadt mehrere erkrankte Offiziere und vom 11. bisH.November 197 in der Caserne de Passage nach dem Ab-züge der Deutschen Truppen vorgefundene verwundete undkranke Deutsche. Die Mehrzahl dieser Kranken und Ver-wundeten wurde von den Franzosen bis zum 15. Novembernach Bourges und Pau geschickt, so dass nur 14 Mann inOrleans vei'blieben. Am 15. November übernahmen Franzö-sische Aerzte die Krankenbehandlung,

Ebenfalls am Tage des Gefechts bei Orleans schlug das5. Feldlazareth XL Armeekorps in dem ärmlichen Dorfe Ormesauf. Dort verpflegte es 218 Mann, darunter 210 Verwundete.Nach der Besitznahme von Orleans durch die Deutschen am12. Oktober wurde die schleunigste Ueberführung der in Ormesgelagerten Verwundeten nach Orleans veranlasst. Als jedochdiese Stadt am 17. Oktober geräumt ward, 3 ) hatte auch das5. Feldlazareth der 22. Infanterie-Division zu folgen; nurein Arzt blieb mit dem nöthigen Pflegepersonal bis zum16. November in Orleans zurück. Der grössere Theil desLazareths begab sich über Chäteaudun nach Chartres undgelangte hier unter schwierigen äusseren Verhältnissenvom 25. Oktober ab im Hotel Dieu, zu welchem später noch

') Vergl. das KapitelKrankenzerstreuung''

2 ) Vergl. Generalstabswerk II, S. 359 ff.

3 ) Vergl. Generalstabswerk II, S. 248.

Sanitäts-Bericht über die Deutschen Heere 1870/71. I. B.

andere Räume (insbesondere das Bahnhofsgebäude und ein Ge-fängniss) hinzugenommen werden muSsten, aufs Neue zurThätigkeit. Das Lazareth, welches erst am 26. Februar 1871durch das 12. Feldlazareth IV. Armeekorps abgelöst wurde (sieheunten), musste zunächst bei der Unsicherheit der Lage marsch-bereit bleiben; eine eigentliche Etablirung konnte daher nichtstattfinden; dabei war der Zugang an Verwundeten und Krankenein sehr bedeutender. In Berücksichtigung dieser Umständesah das Lazareth sich genöthigt, alle diejenigen Schwerver-wundeten und Kranken, welche nicht nothwendig Schadendurch den Transport nehmen mussten, desgleichen alle die-jenigen Leichtkranken, deren Genesung in etwa 8 Tagen nichtzu erwarten stand, in der Richtung auf RambouilletVersaillesmittels Pferdebahn zu entlassen.

Am 2. bezw. 5. Dezember erhielt das 5. FeldlazarethXI. Armeekorps wie oben erwähnt Unterstützung durchAnkunft des 10. Feldlazareths desselben, bezw. des 9. Feld-lazarette V. Armeekorps. Zur Zeit des Eintreffens des erst-genannten Lazareths befanden sich in Chartres ca. 900 Lazareth-und über 1000 Revierkranke, unter den ersteren etwa 200 Ver-wundete. Das 10. Feldlazareth übernahm das Bahnhofsgebäudeund das Gefängniss, vertauschte jedoch bald diese unzweck-mässigen Räumlichkeiten mit einer Anzahl kleinerer Häuser.Im Ganzen behandelte es 1223 Mann (darunter 852 Verwundete)und übergab davon 11 am 14. Februar dem Lazareth-Reserve-personal XIII. Armeekorps.

Das 9. Feldlazareth V. Armeekorps behandelte in Chartresin Summa 1049 Mann, darunter 305 Verwundete. Die letzten13 Kranken gingen am 7. Februar ebenfalls an das Lazareth-Reservepersonal XIII. Armeekorps über.

Die Thätigkeit des oben erwähnten 12. FeldlazarethsIV. Armeekorps 1 ) in Chartres währte nur vom 26. Februar bis16. März 1871. Vom 11. bis 15. März diente dasselbe zurAufnahme sämmtlicher Kranken des III. Armeekorps.

Das Aufnahms-Feldspital No. 9 I. Bayerischen Armeekorpsrückte am 12. Oktober in Orleans ein, um den ihm zugewiesenengrossen Bahnhof zur Aufnahme der zahlreich dahin gebrachtenVerwundeten zu benutzen. Von den Räumlichkeiten daselbstwurden Dienstzimmer und Wartesäle zur Untei'kunft für Offiziereund Schwerverwundete aus den eigenen Spitalbeständen ein-gerichtet, während die grosse Einsteighalle für Leichtverwundete,später die grosse luftige Güterhalle für Operirte etc. mit dennöthigen Lagerstellen von der Mairie versehen ward. Wegenungenügender Lüftung räumte man bald die engen Dienst-zimmer und gab die verwundeten Offiziere in geeignete Privat-wohnungen der Stadt ab.

Nachdem die Räume des Bahnhofes durch Evakuirung dertransportablen Verwundeten möglichst entleert waren, musstendie daselbst noch verbleibenden 76 Schwerverwundeten am23. Oktober der anglo-amerikanischen Ambulanz unter Dr. Prattübergeben werden.

Das Bayerische Spital hatte vom 24. Oktober ab in zahl-reichen Häusern der Stadt vorzugsweise innerlich Kranke zubehandeln; nach Okkupation des Ortes durch die FranzösischeArmee am 9. November wurden die belegten Räume für krankeFranzosen in Anspruch genommen, alle irgend transportablenDeutschen Kranken aber als Gefangene fortgebracht. Am15. November übernahmen Französische Aerzte vollständig dieKrankenräume.

: ) Das IV. Armeekorps rückte während des Waffenstillstandesam 10. Februar aus seinen Stellungen vor Paris nach Chartres ab,um (ebenso wie das V. Armeekorps) für den Fall der Wieder-eröffnung der Feindseligkeiten die II. Armee zu verstärken. (VerglGeneralstebswerk II, S. 1404.)

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