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III. Kapitel: Thätigkeit der Sumtätsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.
Stabswerks in der Zeit vom Oktober 1870 bis Januar1871 betragen:
todt oder in Folge Ver-wundung gestorben 84 Offiziere, 1125 Mann,verwundet .... 249 „ 4889 „
vermisst..... 5 „ 446 „
Summa: 348 Offiziere, 6460 Manu.
An diesen Verlusten ist die Schlacht bei Amiens mit76 Offizieren und 1216 Mann, die Schlacht bei St. Quentinmit 96 Offizieren und 2304 Mann betheiligt.
Den Verwundeten leisteten 20 Sanitätsdetachementsden ersten Beistand, Feldlazareth-Einrichtungen fanden37 statt.
Die Unterbringung von Kranken und Verwundeten imRücken der Armee fand einige Male unter zwingendenUmständen in solchen Gegenden statt, welche militärischerBesatzung ermangelten. Es kam in Folge dessen die Ge-fangennahme von Lazarethpersonal und einem Kranken-transport vor. Gegenüber diesen Vorkommnissen verdientdie Haltung der Gemeindevertretung von Amiens 1 ) um sorühmender hervorgehoben zu werden.
Kriegs- und Etappenlazarethe.
Die I. Armee hatte, wie erwähnt, auf ihrem Vormarschzunächst am 12. November in Etain das 5. FeldlazarethVIII. Armeekorps für die Pflege ihrer Kranken zurück-lassen müssen. Am 27. Dezember wurde das genannteFeldlazareth durch die 1. Sektion Lazareth-ReservepersonalsVIII. Armeekorps abgelöst.
Schon am 29. Dezember konnten die übernommenen26 Kranken bis auf einen Typhuskranken — welcher imstädtischen Hospitale durch einen Civilarzt behandeltwurde — evakuirt werden. Die Sektion marschirte sofortnach St. Menehould, wo das 1. Feldlazareth VIII. Armee-korps am 4. Januar abgelöst ward. Die von durch-marschirenden Truppen daselbst zurückgelasseneu29Kranken(vorwiegend Typhus-Rekonvaleszenten) waren sehr gutuntergebracht. Dieselben konnten schon am 10. Januarzurückbefördert werden.
Grössere Bedeutung erlangte das Kriegslazareth inSoissons, dem Haupt-Etappenorte der I. und Maas-Armee.
In dem Grand und Petit seminaire fand die 2. SektionLazareth-Reservepersonals VIII. Armeekorps am 23. No-vember 1870 schon 180 Kranke und Verwundete vor. BeideLazarethräume lagen frei, umgehen von Plätzen und Garten-anlagen, hatten gute Treppen und breite Korridore; die Ven-tilation war in den kleinen Zimmern des Grand seminaire undallen fünf Sälen des Petit seminaire eine gute, während einSaal zu 18 Betten im Grand seminaire nicht genügend ventilirtwerden konnte und deshalb lediglich für Leichtkranke Ver-wendung fand. Mitte Dezember wurde bei dem starken An-
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dränge von Pflegebedürftigen noch ein Theil des städtischeKrankenhauses (Hotel Dieu, 150 Betten) übernommen iwelchem schon 56 Mann (Deutsche und Franzosen) Aufnahmgefunden hatten. In diesem Spitale wurden auch die weniro nzugehenden Pockenkranken streng abgesondert von den übrimaLeuten behandelt. Der Zugang an Verwundeten und Krankenwar ein sehr bedeutender; es wurden im November 213 j\l ani]im Dezember 1049, im Januar 918, im Februar 548 — a |,.gesehen von den nur eine Nacht verweilenden Passanten -behandelt. Die Krankenzufuhr wurde hauptsächlich durchdie freiwillige Krankenpflege von Compiegne aus auf der Aisn rzuSchiffbewirkt, gelegentlich auch durch Leiterwagen, als der Ei-gang der Aisne den Schiffstransport zeitweise unmöglich machteDas Personal erhielt Unterstützung durch Französische barm-herzige Schwestern. Die Verpflegung wurde zum grösstenTheile aus Königlichen Magazinen, zum kleineren Theile durchRequisition bei der Mairie besorgt; besondere Stärkungsmittellieferte vielfach das im Orte befindliche Depot der frerwillirrejKrankenpflege.
In unmittelbarer Nähe der Kämpfe um Amiens hattedas 11. Feldlazareth VII. Armeekorps, wie erwähnt, nc K \am Tage der Schlacht ein Lazareth in Marcelcave ein-gerichtet, welches am 11. Dezember von der 1. SektionLazareth-Reservepersonals I. Armeekorps übernommenward. Am 15. Februar konnte das Lazareth, in welch«63 Mann, darunter 54 meist schwer Verwundete, weichtaus den Kämpfen bei Amiens stammten, Aufnahme gefundenhatten, aufgelöst werden. Die letzten Kranken wurdendem genannten Tage nach Amiens evakuirt.
Die südlich Amiens in den Ortschaften Dury, Hebecoiund Sains befindlichen Kranken übernahm die 3. SektiLazareth-Reservepersonals VIII. Armeekorps.
In Dury waren die Kranken in einem Schlosse und einengrossen Wohnhause gut untergebracht, ebenso in Sains indortigen Gendarmerie und Mairie, während in Hebecourt, todie vielen sehr kleinen Zimmer eines Sommerschlösschens nurschlecht ventilirt werden konnten, die hygienischen Umstand«zu wünschen übrig Hessen. Die Verpflegung der 44 Kranken(einschliesslich 43 Verwundete) erfolgte im Wege der Requisitiondurch die Mairie; Extradiät etc. konnte durch Liebesgaben andem Depot zu Amiens beschafft werden. Der ärztliche DieMwurde in .Dury und Hebecourt von dem Chefarzte unter Bei-hilfe eines Arztes der freiwilligen Krankenpflege versehen,während in Sains ein Assistenzarzt mit zwei Lazarethgehilfenund drei Krankenwärtern thätig war. Von den übernommenen44 Personen konnten bis zum 27. Januar 36 evakuirt werden.der Rest wurde einem Arzt der freiwilligen Krankenpflege über-geben, welcher bis 10. März 1871 in Sains verblieb.
In dem Städtchen Roye, südöstlich Amiens, etablirteam 28. November die 3. Sektion Lazareth-Reservepersonal:I. Armeekorps ein Lazareth in den hohen und geräumigenZimmern des Klosters Hotel Dieu, welche Raum für49 Lagerstellen boten, und in dem nicht weit vom Klostaentfernten Schulgebäude, welches in einem grösseren Zimmer10 Verwundete aufnehmen konnte.
Die Verpflegung wurde bereitwilligst von der Stadt ge-liefert, die Extradiät etc. von dem Depot der freiwilligenKrankenpflege in Amiens besorgt. An der Pflege betheiligtetsich Schwestern, welche auch der Küche und Wäsche vorstandenDen ärztlichen Dienst versah anfänglich der Chefarzt mit drei
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