Band L
VIII. Abschnitt: Nördlicher Kriegsschauplatz.
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St Quentin 1 ) ani 19. Januar 1871. Seitens des I. Armee-, ,„ s wurde das 1. Sanitätsdetachement in Grand Seraucourt,u- 3 in Essigny le Grand etablirt. Ausserdem leisteteden Verwundeten der 1. Infanterie - Division die zura ]{ a vallerie-Division kommandii-te Sektion des 3. Sanitäts-(letachements VII. Armeekorps, welche einen Verbandplatzin Holnon errichtete, Beistand.
Die Sanitätsdetachements 1 und 2 des VIII. Armee-korps waren bei Savy und Essigny le Grand thätig, währenddas 3. sich insbesondere dem Verwundetentransporte nachRoupv widmete, demnächst in Essigny le Grand das daselbstzur Etablirung gelangte 6. Feldlazareth VIII. Armeekorpsunterstützte und gleichzeitig sich bei der Beförderung derVerwundeten nach St. Quentin betheiligte.
Von den Feldlazarethen der I. Armee waren nochwährend der Schlacht fünf zur Etablirung gelangt. Das
1. Armeekorps etablirte sein 4. Feldlazareth in Cugny, sein
2. in Grand Seraucourt, das VIII. Armeekorps sein 6. Feld-lazareth in Essigny le Grand, sein 9. in Savy, die 3. Kavallerie-Division das ihr beigegebene 11. Feldlazareth VII. Armee-korps in Poeuilly. Am 21. Januar richtete sich das 5. Feld-lazareth VIII. Armeekorps in St. Quentin selbst ein.
Das 4. Feldlazareth I. Armeekorps belegte in Cugny dieMaine und das Schulhaus und nahm daselbst 18 Verwundeteauf, welche es alsbald nach Harn evakuirte. Es rücktedarauf nach Essigny le Grand und betheiligte sich dortwährend des 20. Januar an der Verwundetenpflege. Seit dem21. Januar wieder bei seinem Korps, errichtete es am 28. Januarin Nesle, am 31. Januar in Chaulnes Kranken - Transport-Stationen und war im Februar vorübergehend in Abbevillethätig.
Zu sehr viel umfangreicherer Thätigkeit gelangte das2. Feldlazareth I. Armeekorps in Grand Seraucourt. DasLazareth nahm daselbst 400 Verwundete auf, die es in derMaine, zwei Schulen, zwei Kestaurationsgebäuden, einigenPrivathäusern und einem grossen schlossartigen Wohnhauselagerte, und wurde hierbei seit dem Morgen des 20. Januarvon dem 3. Sanitätsdetachement I. Armeekorps unterstützt.Unter den Aufgenommenen befanden sich 306 Deutsche,94 Franzosen, von denen 169 Deutsche und 34 Franzosen am21. Januar nach Harn evakuirt werden konnten. Die Eva-kuationen erfolgten später nach Tergnier, Montescourt undSt. Quentin mittels Sanitätszügeu von Hannover, Berlin undKöln; die letzte Rückbeförderung geschah am 10. März beiAuflösung des Lazareths in einer für die Verwundeten sehrschonenden Weise auf einem Kohlenschiffe nach St. Quentin.Das Pflegepersonal des Lazareths war durch eine Anzahl frei-williger Krankenpfleger verstärkt worden; doch wurden die-selben Anfang Februar durch vier freiwillige Krankenpflegerinnenund sechs Würzburger Ordensschwestern ersetzt. Die Gemeindehat sich dem Lazareth gegenüber stets entgegenkommendverhalten.
] ) Vergl. Generalstabswerk II, S. 994 ff. Die Verluste beiSt. Quentin betrugen nach Anlage 127:
todt ... 27 Offiziere, 423 Mann,verwundet . 69 , 1809 .
vermisst . . — „ 72 „
96 Offiziere, 2304 Mann.
In Essigny le Grand war das 6. Feldlazareth VIII. Armee-korps bei dem starken Zugange an Verwundeten genöthigt, alleverfügbaren Käume in der Ortschaft zu belegen und die leichterVerwundeten alsbald nach Harn zu dirigiren. Das Lazarethbehielt 280 Schwerverwundete, und zwar 253 Deutsche, 27 Fran-zosen. Die Gesundheitsverhältnisse Essignys waren leiderwenig günstige, weshalb nach der Etablirung des 5. FeldlazarettsVIII. Armeekorps in St. Quentin die thunlichste Ueberführungder Verwundeten in dieses Lazareth stattfand. Am 31. Januar,als das 6. Feldlazareth VIII. Armeekorps noch 56 Schwer-verwundete im Bestand hatte, ging der Dienst in Essigny an dasLazareth-Reservepersonal VIII. Armeekorps über.
Das 9. Feldlazareth VIII. Armeekorps richtete sich am18. Januar in Tertry für die Verwundeten dieses Gefechtstagesein und nahm iu mehreren grösseren Privathäusern 122 Mannauf, von denen es am 19. Januar 80 nach Peronne überführte.Es liess bei dem in Tertry verbleibenden Bestände entsprechendesPersonal zurück und rückte am Abend des 19. Januar nachSavy ab, woselbst das Schulhaus und zehn Privathäuser den zahl-reichen Verwundeten ein nur nothdürftiges Unterkommen ge-währten. Das Lazareth behandelte 251 Verwundete, ein-schliesslich 57 Franzosen. Am 22. Februar beendete es seineThätigkeit in Savy, indem es seinen Bestand — 13 schwer-verwundete Franzosen — der Maine übergab. In Tertryhatte die Thätigkeit des daselbst zurückgelassenen Per-sonals am 27. Januar ihr Ende erreicht, nachdem die Ver-wundeten mit Hilfe des 3. Sanitätsdetachements VIII. Armee-korps nach St. Quentin übergeleitet worden waren.
Das 11. Feldlazareth VII. Armeekorps übernahm am18. Januar zu Vraignes in zwei Privathäusern 75 Verwundetedieses Gefechtstages und beförderte dieselben alsbald überNesle nach Amiens. Am 19. Januar etablirte es sich in Folg.eBefehls der 3. Kavallerie-Division zu Poeuilly in der Mairieund dem Schulhause und nahm daselbst 131 Verwundete auf;auch versah es vom 20. Januar ab den Dienst bei 21 imSchulhause zu Holnon untergebrachten Verwundeten. Bei Auf-lösung der Lazarethe wurden die Bestände aus allen drei Ort-schaften nach St. Quentin übergeführt. Holnon wurde am 5.,Vraignes am 6., Poeuilly am 16. Februar seitens des 11. Feld-lazarette aufgegeben.
Das 5. Feldlazareth VIII. Armeekorps erhielt am Abenddes 20. Januar in Amiens Befehl, nach St. Quentin abzurücken.Nach einem 20stündigen Marsche kam es am Abend des21. Januar daselbst an und richtete sich im Lyceum, welcheszur Aufnahme von 400 Kranken vorzüglich geeignet war, ein.Eine internationale Ambulanz, welche in demselben Gebäudethätig war, siedelte am 28. Januar mit Hilfe des 3. Sanitäts-detachements VIII. Armeekorps in ein städtisches Hospital über.Das Feldlazareth diente sodann als Sammellazareth bei Auf-lösung der Lazarethe zu Essigny, Holnon, Poeuilly und Savy.In Summa nahm es 523 Mann auf (u. a. 305 Verwundete). DieKranken-Transporte erfolgten über La Fere nach Keims; dieVerwundeten wurden mittels Sanitätszügen nach der Heimathbefördert. Die freiwillige Krankenpflege hatte acht barmherzigeSchwestern und sechs Diakonen dem Lazareth überwiesen,doch verliessen die Mitglieder der freiwilligen KrankenpflegeSt. Quentin im Laufe des Februar, während das Lazareth seineThätigkeit daselbst erst am 20. März 1871 beendete.
Ergebniss.Die Verluste auf dem nördlichen Kriegsschauplatzehaben nach den Anlagen No. 99, 114 und 127 des General-