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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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Band I.

wurden, während |wetters hierzu da-echtzuventilirendein nicht gestatteten.i Le Bourget stau-oveinber noch ein[aus mit 25 Bettenlaus mit 30 Lauer-

iten Zeit der Stabs-ps allein, welcherm eines Theiles derrmeekorps bis zumareths in Funktionhaus geregelte, dampflege Viktualieni-Depots IV. Armee-genügender Menge

mber, d. h. bis zur I

, ein bedeutender!nten über 2000 :zenten von Typhustanden. Dieselbenund Lebensmitteln»efördert. Zur Auf-fast ausschliesslichRuhr-Kranke; eratsich auch mehr Ter-n wurde in einemdeten-Lazareth ein-nmt 109 zur Auf-Längere Aufnahme

i. 3 marschirte am:te am 29. Novemberige, düstere Strassen,nmitten anrauthigersich finden. Gegen-erhebt sich, gleich-:chaft Thorigny, To-des von Strassburjie die grossen Ter-' mit Thorigny ver-3 eiserne, waren toilurch die Franzosensation mittels zwei«ie meisten Bewohneronen waren zurück-sstentheils in eine»reinigung; die ziiilaher vorerst einerpital hatte sogleich'hätigkeit nach zweiselbst ein steheaanstalt zu errichte!wenigen disponibleifso blieben ineist nur4. Dezember war»ass in 15 Hausenand die Passanten-isste. Der Zugang.i einem Regiment»gen Wärterpen

Band L VI. Abschnitt: Bewegungen der III. und Maas-Armee nach der Schlacht bei Sedan, EinSchliessung von Paris etc.

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besorgt wurde, betrug öfters 300400 Verwundete auf einmal.Die anbefohlene weitere Ausdehnung war bis Mitte Januarvollendet, so dass an 800 Lagerstellen in 33 Häusern zur Auf-nahme von Kranken bereit standen. Da die etatsmässige Zahl anBettstellen(216) bei weitem nicht ausreichte, man sich daher anfangsdamit begnügen musste, Strohsäcke auf den theilweise mitSteinpflaster versehenen Boden zu legen, so wurden ausser denvom eigenen Personal hergestellten weitere 200 einfachehölzerne Bettladen durch Preussische Pioniere angefertigt,ausserdem 100 Bettstellen vom benachbarten 2. FeldlazarethXII. (Königlich Sächsischen) Armeekorps erworben. Im Januarerfolgte die Erweiterung der einen Küche durch Erbauungzweier Kochherde mit Einsatz von je drei Kesseln, so dass selbstden grössten Anforderungen hinsichtlich der Verpflegung Genügegeleistet werden konnte. Eine zweite Küche war für dieLaza-rethe des nördlichen Stadttheiles im Gange.

Ende Januar fand die Zurückziehung des in der Passanten-anstalt zu Thorigny verwendeten Personals und Materials unddie Uebernahme dieser Zweigstation durch die freiwilligeKrankenpflege statt; in Lagny konnten in Folge dessen siebenordinirende Aerzte mit je einem Assistenzarzt thätig sein.

Als im März das Sächsische und Württembergische Laza-refh abmarschirten und auch die freiwillige Krankenpflege ihreThätigkeit einstellte, erhielt das Haupt-Feldspital Befehl, alleinin Lagny zurückzubleiben und den gesammten ärztlichen Dienstzu übernehmen. Anfang März begannen die Gesuche der nachLagny zurückkehrenden Einwohner um Ueberlassung ihrerHäuser. Da ein grösserer Krankenzuwachs nicht mehr zu er-warten stand, so wurde der Mehrzahl dieser Gesuche statt-gegeben und innerhalb vier Wochen die Zahl der Betten all-mälig auf 300, welche noch in zwölf Häusern vertheilt blieben,herabgemindert.

Am 6. Juni erhielt das Spital Befehl zur Marschbereitschaft;am 15. Juni wurden mittels eines Preussischen Sanitätszuges32 Kranke nach Deutschland evakuirt, einige nicht transportableKranke und die zur Okkupations-Armee gehörigen, im Ganzen

21, am 17. Juni von dem 3. Preussischen Feldlazareth der

22. Division übernommen.

In der Periode vom 4. Dezember 1870 bis 17. Juni 1871kamen im Kriegsspital zu Lagny 2502 Mann in Behandlung,ausserdem 2924 Passanten, im Februar 22, im März 1110,April 806, Mai 469, Juni 517. In der Passanten-Anstalt zuThorigny wurden im Monat Dezember 2943, im Monat Januar2752 Mann versorgt.

Nach Ankunft der 3. Sektion Lazareth-ReservepersonalsXII. (Königlich Sächsischen) Armeekorps in Lagny am 21. De-zember wurden demselben drei noch unbenutzte Villen mit einemRäume für etwa 30 Kranke überwiesen. Es nahm, abgesehenvon 8523 Passanten, vom 21. Dezember bis 21. März 83 Krankein Behandlung, darunter 28 Verwundete.

In Lizy sur Ourcq, nordöstlich Paiis, wurde am 7. Oktobereine Verbandstation für die aus den umliegenden Lazarethen zu-rückbeförderten Kranken eingerichtet. Für die nichttransportabelBefundenen waren in dem Schlosse, einem sehr gut gelegenenund ausgestatteten Gebäude, 30 Betten aufgestellt, währendin vier anderen Gebäuden die Passanten Verpflegung fanden.Begünstigt wurde die ärztliche Thätigkeit durch ein mit Be-kleidungs- und Labemitteln ausgestattetes Depot der freiwilligenKraukenpflege. Gewöhnlich waren zwei Aerzte einer vonder freiwilligen Krankenpflege in Lizy thätig, denen nur«n Lazarethgehilfe zur Seite stand, während sechs Mann derBesatzung Wärterdienste verrichteten. In den zwei Monatenseines Bestehens hat das Etappenlazareth 2399 Mann, ein-schliesslich 544 Verwundete, theils als Passanten verpflegt,theils in längere Behandlung genommen.

Endlich bestanden auf der Linie ParisNancy rückwärtsder bisher erwähnten Orte, theils behufs Unterbringung dervon Besatzungstruppen herrührenden Kranken, hauptsächlichaber ebenfalls für Zwecke der Evakuation, kleinere odergrössere, zum Theil sehr umfangreiche Lazaretheinrichtungenin Dormans, Epernay, Keims, CMlons s. M., Vitry leFraneais, Commercy und Toni.')

In Dormans war schon im Oktober ein stehendesLazareth, und zwar in einem in Parkanlagen gelegenen,von seinem Besitzer in reichlichster Weise für Lazareth-zwecke ausgestatteten Schlosse, eingerichtet worden. AnBuhr, Typhus und Wechselfieber Leidende bildeten denHauptbestandtheil der Kranken.

In Epernay waren seit Beginn des Krieges von wohl-habenden Champagner-Fabrikanten Lazarethe für ihre Lands-leute, von denen indessen bei Besetzung der Stadt durchdie Deutschen Truppen nur wenige vorgefunden wurden,hergestellt.

Vorzüglich waren 1) Chambre des notaires mit 13 Betten;2) St. Chretien mit 32 Betten; 3) Dominicain mit 20 Betten;4) Hospice mit 22 Betten; 5) Hotel Chandon mit 13 Betten(Offizier-). Weniger gut, aber noch sehr brauchbar 6) Collegemit 17 Betten; 7) Theätre mit 13 Betten; 8) Lucquac mit12 Betten; 9) Machet pere mit 31 Betten; 10) EtablissementMoet et Chandon mit 280 Betten; 11) Biache mit 19 Betten;12) Machet freres mit 19 Betten; 13) Perier mit 30 Betten.Das grosse Etablissement Moet et Chandon wurde alsbaldnoch um 160 Betten vergrössert. In allen Räumen herrschte diegrösste Sauberkeit; barmherzige Schwestern und Diakonissinnenwetteiferten in der Pflege der Kranken. Die Beköstigung erfolgtetheils durch die Besitzer, theils durch Requisitionen und wurdeunterstützt durch die Depots der freiwilligen Krankenpflege.Den ärztlichen Dienst in diesen Anstalten versahen bis zumMärz 13 freiwillige Deutsche und ausländische Aerzte. Die inEpernay stationirte Evakuations-Kommission richtete ausser-dem zwei grosse Eisenbahnschuppen als Uebernachtungsstationein, die einem Preussischen Stabsarzt allein unterstellt blieben.Der Krankenzugang war ein bedeutender: bis 11. März gingen3546 Mann zu, unter denen sich 310 Verwundete befanden.Die Hauptmasse der Zugehenden litt an Typhus und Ruhr undderen Folgezuständen. Am 11. März übernahm das Lazareth-Reservepersonal IL Armeekorps den Lazarethdienst in Epernaybei einem Bestände von 147 Kranken.

Nördlich Epernay bestand eine umfangreiche Lazareth-anlage in Reims, an welcher sich vom 4. November bis10. Dezember 1870 die 2. Sektion Lazareth-BeservepersonalsXIII. Armeekorps betheiligte. Sämmtliehe Lazareth-Ein-richtungen waren dem Feldlazareth-Direktor des General-G ouvernements unterstellt.

Eines der grössten Lazarethe, das Lycee imperiale, welches200 Mann fassen konnte, übernahm am 4. November die ge-nannte Sektion mit einem Krankenbestande von 116 Personen,welche grösstentheils typhuskrank waren. Während der Zeitseiner Thätigkeit nahm das Personal im Lycee noch 224 Krankeund Verwundete von letzteren nur vier auf, so dassinsgesammt 340 Gegenstand seiner Pflege bis 10. Dezember 1870,

l ) Die an derselben Bahnlinie noch weiter rückwärts, sowie einigezwischen den oben genannten Stationen gelegenen Etappeulazarethesind bereits in früheren Abschnitten erwähnt worden.