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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachemente, Feld- etc. Lazurethe.
Band I.
In dem im Marne-Thale gelegenen Nogent d'Artaud, einemkleineren Etappenorte der III. Armee an der Bahnlinie Paris—Epernay, richtete der Etappenarzt am 20. Oktober ein Etappen-lazareth ein, welches jedoch wegen der Nähe grösserer Etappen-orte, Chäteau Thierry etc., eine erheblichere Bedeutung nichtgewonnen hat. Den Krankendienst versah bis Mitte Novembepder Etappen - Stabsarzt, später ein im Orte kantonnirenderTruppenarzt unter Beihilfe von zwei Ordensschwestern unddem Wartepersonal des Truppentheils. Im Ganzen kamen134 Mann zur Aufnahme.
In Gonesse, 1 /t Meile von der nach Chantilly führendenBahn, nordöstlich St. Denis gelegen, arbeiteten vom 26. No-vember bis 28. Februar 1871 die 3. Sektion Lazareth-Reserve-personals des Garde- und die 1. Sektion IV. Armeekorps,um später von einem Etappenarzte abgelöst zu werden.Das von seinen Bewohnern fast gänzlich verlassene Städtchenblieb lange Zeit Sitz vieler militärischen Behörden (auch Eta-blirungsort von Feldlazaretten), so dass es schwierig war, fürden Andrang der Kranken und Verwundeten geeignete Unterkunftzu finden. In allen nur irgend verwerthbaren Häusern, auchin dem l /i Stunde von der Stadt entfernt liegenden Bahnhofs-gebäude wurden Lagerstätten eingerichtet. In der Zeit vonEnde November bis Ende Februar war es möglich, auf dieseWeise 3773 durchpassirenden Kranken und Verwundeten Bei-stand angedeihen zu lassen. In der letzten Zeit der Etablirungwar der Zugang nicht mehr so stark, da die Eröffnung andererBahnlinien, welche einen veränderten Gang der Kranken-zerstreuung im Gefolge hatte, 1 ) ihren Einfluss geltend machte.
Unmittelbar nach der Einschliessung von Paris wurde inDammartin (etwa 4 Meilen nordöstlich Paris und '/a Meile von derBahn Sevran—Crepy), dem Sitze der General-Etappeninspektionder Maas-Armee, am 22. September ein Etappen-Lazareth mitzunächst 33 Betten eingerichtet. Dammartin würde sich durchseine hohe freie Lage sehr gut zu einer umfangreichen Lazareth-anlage geeignet haben, wenn nicht Mangel an Wasser undgrösseren Lokalitäten hinderlich gewesen wären. Bei dergrossen Bedeutung, welche Dammartin für die Maas-Armeegewann, mussten schliesslich zehn Häuser zu Lazarethen einge-richtet werden, deren räumliche Entfernung von einander denDienstbetrieb sehr erschwerte. Die Offizierstation befand sichin einem mitten in schönem Parke gelegenen sehr gut einge-richteten Schlösschen, in welchem 20 Offiziere mit ihrer Be-dienung untergebracht werden konnten. Für die zahlreichenSchwerkranken waren die hygienisch besten Häuser des Orteseingerichtet:
1) das Brüder-Lazareth zu 30 Betten, Franziskanermönchepflegten die Kranken;
2) das „Neue Lazareth", ein hochgelegenes, freistehendeszweistöckiges Haus zu 30 Betten;
3—4) das „Diakonen- und Diakonissen - Lazareth" zu60 Betten, welches drei nebeneinander liegende Privathäusermit grossen Stuben und geräumigen Höfen und Gärten umfasste.
Für die leichter Erkrankten blieben bestimmt:
1) Hotel Dieu, in einem Garten gelegen, mit luftigen, ge-räumigen Zimmern und 19 Betten;
2) MaisonPellard: dreistöckige zusammenhängende Häuser,welche in ihren engen und verbauten Zimmern nur wenig Platzund Uebersicht boten, auch durch die winkligen Treppen denTransport der Kranken sehr erschwerten ;
3—4) die Apotheke mit 5 und ein Privathaus mit 9 Betten.Als „Kekonvaleszenten-Station" endlich diente ein Garten-haus (mit Nebengebäude), dessen niedrige und kleine Zimmer
!) Vergl. das Kapitel „Krankenzerstreuung".
anfänglich als Durchgangsstation verwendet wurden, W ;man bei dem Eintritt des nasskalten Herbstwetters hierzu da.„Pensionat" wählte,dessen zahlreiche, nur schlecht zuventilirendeZimmer eine Belegung mit schwerer Erkrankten nicht gestattetenZur Aufnahme der aus den Kämpfen bei Le Bourget stau-menden Schwerverwundeten wurden im November noch eindreistöckiges, in einem Garten gelegenes Haus mit 25 Bettenund zur Aushilfe für Passanten ein kleines Haus mit 30 Lauer-steilen ausgestattet.
Den ärztlichen Dienst versah in der ersten Zeit der Stabs-arzt des Etappen-Hauptortes IV. Armeekorps allein, welchernach dem am 20. Oktober erfolgten Eintreffen eines Theiles der3. Sektion Lazareth-Reservepersonals IV. Armeekorps bis zum6. März 1871 als Chefarzt des Etappen-Lazareths in Funktionblieb. Die Verpflegung war bald eine durchaus geregelte, daein grosses Depot der freiwilligen Krankenpflege Viktualienund bis zum Eintreffen des Lazareth-Reserve-Depots IV. Armee-korps sonstige nothwendige Gegenstände in genügender Mengelieferte.
Der Krankenzugang war bis zum November, d. h. bis zurEröffnung der Etappenlinie Mitry—Gonesse, ein bedeutenderbis Ende November gingen allein an Passanten über 2000 zu,welche zum grossen Theile aus Rekonvaleszenten von Typhu.-und Ruhr und aus Leichtverwundeten bestanden. Dieselbenwurden, mit Verbänden, warmer Kleidung und Lebensmittelnversehen, meist am folgenden Tage weiter befördert. Zur Auf-nahme in das Lazareth kamen anfänglich fast ausschliesslichinnerlich, und zwar besonders Typhus- und Ruhr-Kranke; erstnach den Kämpfen bei Le Bourget stellten sieh auch mehr Ver-wundete ein. Für die Nichttransportablen wurde in einemfreiliegenden Hause ein besonderes Verwundeten-Lazareth ein-gerichtet. Verwundete gelangten insgesammt 109 zur Auf-nahme, fast ausschliesslich Schwerverletzte. Längere Aufnahmeim Lazareth fanden überhaupt 1122 Mann.
Das Bayerische Haupt-Feldspital No. 3 marschirte27. November 1870 von Nancy ab und rückte am 29. Novemberin Lagny ein. Die ältere Stadt hat meist enge, düstere Strassen.während in der Umgebung sehr zahlreiche, inmitten anmuthigerGärten und Parks zerstreut liegende Villen sich finden. Gegen-über Lagny, am rechten Ufer der Marne, erhebt sich, gleich-falls an eine Hügelreihe angelehnt, die Ortschaft Thorigny, wo-selbst der Bahnhof, damals der Endpunkt des von Strassburjnach Paris führenden Schienenweges, sowie die grossen Ver-pflegungsmazine lagen. Die beiden, Lagny mit Thorigny ver-bindenden Brücken, eine steinerne und eine eiserne, waren vordem Anmärsche der Deutschen Truppen durch die Franz««gesprengt, doch hatten erstere die Kommunikation mittels zwei«Bockbrücken sogleich wieder hergestellt. Die meisten Bewohnerhatten die Stadt verlassen; kaum 500 Personen waren zurück-geblieben. Die Häuser befanden sich grösstenteils in einemhohen Grade der Verwüstung und Verunreinigung; die zmEtablirung benutzten Lokale bedurften daher vorerst einergründlichen Reinigung. Das Haupt-Feldspital hatte sogleichbei seiner Ankunft Befehl erhalten, seine Thätigkeit nach zwRichtungen zu theilen, nämlich in Lagny selbst ein stehendesKriegsspital und in Thorigny eine Passantenanstalt zu errichtenDa das 1. Württembergische Feldspital die wenigen disponible!grösseren Gebäude bereits belegt hatte, so blieben meist nurkleinere Räume zur Auswahl übrig. Am 4. Dezember wareidie Einrichtungen so weit getroffen, dass in 15 Hausen390 Krankenbetten bereit standen, während die Passanten-anstalt in Thorigny 300 Lagerstellen umfasste. Der ZugamJnamentlich in letzterer Anstalt, welche von einem Regiment"arzt mit zwei Assistenten und dem nöthigen Wärterpersor»
Band
VI. Absch
besorgt wurde, betrugDie anbefohlene weivollendet, so dass annähme von Kranken lBettstellen(216)beiwe:damit begnügen musSteinpflaster versehenevom eigenen Persona,hölzerne Bettladen iausserdem 100 BettsXII. (Königlich Sachserfolgte die Erweiteizweier Kochherde mitden grössten Anfordergeleistet werden konnrethe des nördlichen !
Ende Januar fananstalt zu Thorignydie Uebernahme dieKrankenpflege statt;ordiuirende Aerzte mi
Als im März dasreth abmarschirten uiThätigkeit einstellte,in Lagny zurückzublezu übernehmen. AnjLagny zurückkehrenHäuser. Da ein groswarten stand, so wugegeben und innerhamälig auf 300, weichtherabgemindert.
Am 6. Juni erhieam 15. Juni wurden32 Kranke nach DeutsKranke und die zur (
21, am 17. Juni vo
22. Division übernom
In der Periode vkamen im Kriegsspitausserdem 2924 PasApril 806, Mai 469,Thorigny wurden im2752 Mann versorgt.
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In Lizy sur Our(eine Verbandstation firückbeförderten KranlBefundenen waren inund ausgestatteten Gin vier anderen GehBegünstigt wurde dikleidungs- und LabenKraukenpflege. Gewider freiwilligen Kran«n Lazarethgehilfe ziBesatzung Wärterdieiseines Bestehens hatschliesslich 544 Vertheils in längere Beb