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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazaretlie.
Band
Thätigkeit des Spitals (vom 12. Oktober 1870 bis 9. April1871) wurden 1728 Mann aufgenommen, ausser diesen noch6362 Passanten je 1—3 Tage hindurch verpflegt. Am 9. Aprilerfolgte die Auflösung des Spitals, nachdem einige Tage vorhermittels Sanitätszuges auf einmal 93 Verwundete und Kranke, dieletzten zehn Kranken aber am 8. und 9. April theils nach Brunoy,theils nach Lagny evakuirt worden waren.
In dem Maasse, wie Lazareth-Reservepersonal der vorParis stellenden Armeekorps an seinen bisherigen Etablirungs-orten entbehrlich ward, fand durch dasselbe die Ablösungder Feldlazarethe in Juilly, Evry sur Seine, Brie ComteRobert, Chantilly, Pontoise, Meaux und die Neu-Errichtungstehender Kriegslazarethe in Juilly und Chäteau Thierrystatt. Mit Ausnahme von Evry liegen sämmtliche Orte,an welchen Lazareth-Reservepersonal zur Verwendung ge-kommen ist, rechts der Seine.
In Juilly war vom 2. bis 23. November die 3. SektionLazareth-Reservepersonals IV. Armeekorps, vom 1. Dezember1870 bis 7. März 1871 die 2. und vom 7. März bis 2. Aprildie 3. Sektion Lazareth-Keservepersonals des Gardekorps thätig.Die 2. Sektion des Gardekorps löste daselbst das 9. FeldlazarethXII. Armeekorps ab. Die erstgenannte Sektion IV. Armeekorpsbehandelte 70 Verwundete und zehn Kranke; die beiden Sektionendes Gardekorps zusammen 16 Verwundete und 552 Kranke.
Die 3. Sektion Lazareth-Reservepersonals IL Armeekorpsübernahm am 7. Dezember von dem 10. Feldlazareth VI. Armee-korps nahezu 300 Kranke, welche bei Evry sur Seine in denSchlössern des Tourelles, Beauvoir, Mousseau, Pageot und Petit-bourg, was Raum und Ausstattung betrifft, vorzüglich unter-gebracht waren. Nur Schloss Mousseau besass eine eigeneCisterne, welche jedoch für den Krankendienst nicht ausreichte.Die vier übrigen Schlösser wurden mittels Röhrenleitung vonLizy aus mit Wasser versorgt. Da indessen die Leitungsröhreneinfroren, musste der ganze Wasserbedarf aus der Seine herauf-geschafft werden. Die Schlösser waren überdies lediglich zumSommeraufenthalt bestimmt und leicht gebaut, Thüren undFenster wenig dicht; die Luftheizung in den unteren Räumenreichte nicht aus. Im Februar war es nach zahlreichem Abgangedurch Heilung, Evakuation etc. möglich, alle Schlösser bis aufBeauvoir zu räumen, in welchem die letzten Kranken bis zurAuflösung des Lazareths am 5. März verblieben. Im Ganzenhat das Lazareth 74 Verwundete und 823 Kranke behandelt.
In dem kleinen Landstädtchen Brie Comte Robert, süd-östlich Paris etwa zwei Meilen von der nächsten Eisenbahn-station gelegen, übernahm am 8. Dezember die 1. SektionLazareth-Reservepersonals IL Armeekorps 61 vorwiegend Typhus-und Ruhrkranke von dem seit dem 1. Oktober hier etablirten3. Feldlazareth XL Armeekorps. Die Kranken waren in demfast ganz von seinen Einwohnern verlassenen Städtchen ziemlichgut untergebracht. Die räumliche Entfernung der fünf belegtenPrivathäuser, zu denen späterhin noch zwei andere kamen,welche an sich ebenso wie die früheren allen hygienischenAnforderungen entsprachen, erschwerte den Dienst, zumal derChefarzt nur noch über zwei Aerzte verfügte. Das Personalbehandelte 21 Verwundete und 360 Kranke.
In Chantilly löste am 25. Dezember die 2. Sektion Lazareth-Reservepersonals IV. Armeekorps das dort seit dem 16. Novemberthätige 12. Feldlazareth XII. Armeekorps ab und übernahmeinen Bestand von 61 Kranken. Dieselben waren in einemausserhalb der Stadt frei in einem Parke gelegenen Schlosseund in einem Hotel, welches ca. fünf Minuten vom Schlosseentfernt, am Ausgange der Stadt lag, untergebracht. Zu diesen
Anlagen kam Anfang Januar noch ein im Parke befindlichesHäuschen hinzu, welches zur Aufnahme der wenigen Pocken-kranken eingerichtet wurde. Insgesammt behandelte imPersonal bis 7. April 1871 219 Kranke.
In Pontoise übergab die 2. Sektion des 12. FeldlazarettsXII. Armeekorps den verbliebenen Bestand von 39 Kranken an2. Januar der 1. Sektion Lazareth-Reservepersonals des Garde-korps. Bis zum 22. Februar nahm das Personal noch 37 z D .meist leichter an Katarrhen und Rheumatismus Erkrankte aufvon denen der grösste Theil geheilt zur Truppe entlassenwerden konnte. Ein Schwerverwundeter wurde am 8. Märzder Mairie übergeben.
Die 2. Sektion Lazareth-Reservepersonals desselben Armee-korps übernahm am 4. Februar in Meaux den in der Kavallerie-Kaserne befindlichen Krankenbestand des abrückenden2. Württembergischen Feldspitals. Unter den 119 Mann be-fanden sich 27 Typhuskranke. Zur Unterkunft derselbendiente weiterhin noch die Kavallerie-Kaserne, in welcher freilichdie Luft durch die im Erdgeschosse untergebrachten Ställe ver-schlechtert wurde. Während ihrer 58tägigen Thätigkeit inMeaux hat bis 2. April die 2. Sektion 1123 Kranke aufgenommen,darunter 11 Verwundete. Am 2. April wurden die verbleibendenKranken an das 1. Feldlazareth XL Armeekorps abgegeben.
In Chäteau Thierry richtete die 2. Sektion Lazareth-Reservepersonals II. Armeekorps am 24. Januar 1871 ehLazareth ein mit der Bestimmung, solche Kranken und Ver-wundeten aufzunehmen, welche voraussichtlich bald wiedergeheilt zu ihrem Truppentheil zurückkehren könnten. Diehygienischen Verhältnisse waren für diesen Zweck im All-gemeinen günstig, doch fehlte es an geräumigen Lokalen.Ende Januar gelang es, 340 Lagerstellen in folgenden Hansenzu beschaffen:
1) im College mit niedrigen feuchten Parterre -Zimmernin der I. Etage mit grossen ziemlich luftigen Schlafzimmern,welche letzteren, durch Oefen erwärmt, billigen Anforderungeientsprachen, für 200 Lagerstellen;
2) in der nebenliegenden Gendarmerie-Kaserne; in denkleinen Zimmern des dreistöckigen Gebäudes konnten zurNoth 100 Lagerstellen aufgestellt werden; die nicht ausreichend)Kaminheizung Hess sich wegen Platzmangels durch Oefen nichtersetzen;
3) in dem Hause Goutron; das geschmackvoll eingerichteteGebäude hatte im Parterre mehrere grosse, brauchbare Säle.welche durch Luftheizung erwärmt wurden, in den beidenanderen Etagen nur kleine Zimmer mit Kaminen, es fa80 Lagerstellen; leider war die Küche in diesem Hause nklein; das Essen musste aus der mehrere 100 Schritt entferntenKaserne herangeschafft werden, in welcher eine Kücheneinrichtuujfür 200 Mann vorgefunden wurde;
4) in Maison Pinard, welches im Parterre und in derI. Etage 60 Lagerstellen gestattete; auch hier fand sich keineausreichende Küche; das Essen wurde aus dem weit entferntenCollege geholt.
Sämmtliche Räume besassen gar keine Ausstattung;wurden daher sofort Feldbetten besorgt, welche schon EndeJanuar grösstentheils in Benutzung kamen. Die Verpflegunglieferten die Königlichen Magazine unter Erhöhung der Fleisch-portion auf das Doppelte mit Rücksicht auf den Nährbedarfder Rekonvaleszenten; ausserdem wurde für Darreichung vonWein in genügender Menge gesorgt. In die eintönige Magazin-Verpflegung kam Abwechselung nach Auflösung des LazarethiNanteuil, in Folge deren reiche Vorräthe an Viktualien nachChäteau Thierry gesandt wurden. Den ärztlichen Dienst ver-sahen drei Aerzte, welchen 8 — 9 Lazareth-Gehilfen und zehn
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VI. Abschn
Krankenwärter nebststanden; bei starkemden Dienst nicht bewäder Garnison Hilfswärt<stand, der Bestimmung'den von leichteren Wuibesonders Typhus undkamen SchwerkrankeRekonvaleszenz nachdingte gleichwohl, daChäteau Thierry auswerden konnten, sonder28. Januar bis 30. A1190 Kranke aufgenomworden.
Ausser den durclauf dem Vormarsche <einrichtungen waren,Kranken der vorrück«traktlick engagirte Chmiers (Endstation derAerzte der freiwilligPersonal in La Ferttder Bahn Paris — Epworden.
In Coulommiers laggab es vorzügliches Qu«rethe wurden anfängliclwohl eingerichtete, auGärten gelegene Häuserin 31 Zimmern) wurderbestimmt, während inOffiziere vorbehalten blifür den massenhaften izum Theil in dem Pamussten, einem hygieniswurde das Palais nur nobenutzt. Als Uebernaclgleich in den ersten Tageingerichtet, welches sjnommen, nach deren AIgünstigen Lage und Bdafür richtete das Etapeinem Mädchen-PensionaUebemachtungsstationerwurden sofort in das stsDienst nahmen — abgeSpitale thätigen Aerztendem beschwerlichen Etabis Mitte November tägldem Lazarethdienst obbder freiwilligen Krankernach Coulommiers, welchversahen. Der Pflege-Zeit von vier StudirendeBayerischen MannschaftKranken erfolgte im Wwelche anfangs auch für dhatte. Von Mitte NoveFleisch und Brot in natden Magazinen gedecktder ersten Zeit bedeute