Der Gesaimntverlust beträgt demnach noch nicht soviel wie in der Schlacht bei Mars la Tour. Nachdem dieSanitätsdetachenients bis Ende Oktober, wie erwähnt,"20mal zur Thätigkeit gelangt waren, geschah dies bisJanuar 1871 noch 33mal. Neu-Einrichtungen von Feld-lazarethen, deren bis Ende Oktober 58 stattgefunden hatten,kamen bis Januar 1871 noch 34 vor 1 ).
Zeit nach der Kapitulation von Paris bis EndeFebruar 1871.
Mit der Beendigung der 132tägigen Einschliessungbezw. Belagerung von Paris durch die Kapitulation vom28. Januar 1871 erledigte sich der Dienst der Sanitäts-detachements auf Verbandplätzen; derselbe bestand nun-mehr hauptsächlich in der Unterstützung der Feldlazarethe,besonders durch Stellung von Wagen und Personal fürKranken-Transporte.
Da der Verwundetenzugang gänzlich aufhörte und derKrankenzugang beträchtliche Verminderung erfuhr, konntedie Zahl der etablirten Feldlazarethe im Februar von63 auf 32 vermindert werden. Der Auf- bezw. Ablösungvon 32 Feldlazarethen steht die Neueinrichtung von fünfFeldlazarethen gegenüber. Letztere waren: das 10. und12. Feldlazareth des Gardekorps in Villiers le Bei bezw.Gonesse, das 5. Feldlazareth XiT. (Königlich Sächsischen)Armeekorps in Raincy, das 2. Württembergische Feldspitalin Joinville le Pont und das Aufnahms-Feldspital No. 6I. Bayerischen Armeekorps in Creteil.
Das 10. Feldlazareth des Gardekorps übernahm am21. Februar die Bestände des 3., 7. und 9. Feldlazareths desGardekorps und blieb in Villiers le Bei bis zum 3. Juni 1871etablirt. Es behandelte in Summa 1069 Kranke und übergab59 Mann dem ablösenden 1. Feldlazareth IV. Armeekorps.
Das 12. Feldlazareth des Gardekorps löste am 21. Februardas 5. Feldlazareth des Gardekorps in Gonesse ab und über-nahm die Bestände sowohl des 5. als auch des seit dem30. Oktober gleichfalls in Gonesse etablirten 4. (vergl. Ein-schliessung im Oktober), sowie des in Louvres etahlirten 8. Feld-lazareths des Gardekorps (vergl. Einschliessung im September)mit zusammen 113 Kranken. Einschliesslich Dieser hat esbis 8. Juni 1209 Mann verpflegt.
Das 5. Feldlazareth XII. (Königlich Sächsischen) Armee-korps war am 6. Februar früh aus Le Pin, wo es bisher zurVerfügung gestanden, abmarschirt und kam Nachmittags inRaincy an. Dieser Ort, durch leicht ansteigende Berge vonallen Seiten geschützt, mit Wasser reichlich versehen, bot fürdie Krankenbehandlung günstige Verhältnisse dar. Acht frei-gelegene, luftige Gebäude nahmen die Kranken auf. Die Ver-pflegung wurde aus den Magazinen zu Livry und Claye ver-mittelt, das Wärterpersonal durch sechs kommandirte Mann-schaften der Infanterie unterstützt. Am 12. März brach dasLazareth von Raincy auf, Hess jedoch bei sechs transport-
] ) Hierbei ist jedes Feldlazareth als Ganzes, also auch in denFällen, in welchen eine Theilung stattfand, nur ein Mal in Rechnunggestellt.
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unfähigen Kranken bis zum 17. März Personal zurück. ] n ..gesammt hat das Lazareth 257 Kranke aufgenommen.
Württembergischerseits etablirte sich in Joinville le Pontdas 2. Feldspital und zwar mit seiner 2. Sektion am 3. Februarmit der 1. Sektion am 10. Februar, um bis 11. März 626 Mann(u. a. 19 Verwundete) zu verpflegen.
Das Aufnahms-Feldspital No. 6 I. Bayerischen Armeekorpsbegann am 2. Februar in dem Dorfe Creteil, 2 Kilometer süd-östlich des Fort Charenton am linken Marne-Ufer, zu wirken.Das Sommerpalais des Erzbischofs von Paris, in einem schöneEParke nach allen Seiten frei und sonnig gelegen, sowie sechspassende Wohnhäuser, darunter für die Blatternkranken ein ab-seits in einem Garten gelegenes Haus, wurden nach gründlicherReinigung und Desinfektion zur Aufnahme von 89 Krankeneingerichtet. Die Brunnen waren bis auf einen sämmtlich un-brauchbar. Vom 2. Februar bis 30. Juni wurden daselbst1816 Mann (darunter 4 Verwundete) behandelt. Das Spitalverblieb sodann bei der zur Okkupation bestimmten 2. Infanterie-Division und war noch bis 28. September 1871 in Creteil -dann in Soissons bis 21. Oktober 1871 und von da bis zum18. Juli 1873 mit der einen Hälfte in Charleville, mit derandern in Rethel — in Thätigkeit.
Mit der Unterzeichnung der Friedenspräliminarien am26. Februar 1871 und der Annahme derselben durch dieFranzösische National-Versammlung am 1. März war diehauptsächlichste Aufgabe auch der Sanitätsanstalten vorParis beendet, wenn auch der Rückmarsch der DeutschenI leere und weiterhin die Deutsche Besatzung FranzösischerGebietstheile die Etablirung einzelner Feldlazarethe notli-wendig machte (vergl. 10. Abschnitt).
Belagerung der kleineren rückliegendenFestungen.
In die Zeit der Einschliessung von Paris fällt zugleichdie Einschliessung und Beschiessung einiger kleiner Festungenauf dem rückwärtigen Gebiete, welche Unternehmung!zum Theil Beistand durch Sanitätsformationen erheischthaben.
Während der vom 24. September bis 15. Oktoberdauernden Einschliessung und Belagerung von Soissoi^. 1 !der nordöstlich Paris an der Eisenbahn Paris—Reims ge-legenen Festung, leistete solchen ausschliesslich das 12. Feld-lazareth X11I. Armeekorps während seiner bereits früh«erwähnten Etablirung in Acy le Haut. 2 )
Die vom 7. September bis 8. November 1870 währendeEinschliessung der westlich Paris an der Maas gelegenen
!) Vergl. Generalstabswerk II, S. 209. Die Verluste bei Soissoisbetrugen nach demselben Werke Anlage 73:
todt oder in Folge Ver-wundung gestorben
verwundet .....
vermisst ......
Offiziere,
10 .Mann,95 „6 „
7 Offiziere, 111 Mann.
a ) Vergl. S. 155 und 156.
Festung Verdun 1 ) b<platzen auf dem östYarheranville und Idetachernent XIII. .Kranken der Belagerhause zu Bras Unter]die Fcberluhrung derVom 18. November ;X. Armeekorps zur 1
Dasselbe benutzt*seminaire, welches seidaneben wurden die !belegten Lokalitäten:d'Aiigleinont und Grandvon denen indessen dschiessung stark besclkonnte und im LaufeSumma behandelte dswundete). Am 19. Malletzten Kranken aufgel
Einige den Gestehende Feldlazaretbenutzt, um auf der Liden Sanitätsdienst si<
In Toul gelangt*III. Armeekorps zur
Das 4. Feldlazaivember in der KäserHaupt-Feldspital No.
Es nahm dasellwundete). NachdemBestand von 194 Ma10. April an das 6.Luneville arbeitete voidas G. Feldlazareth Igewährte Raum fürU12 Mann (u. a. 127
In Ilagenau wirlazareth VII. Armeek
Es behandelte hiei(u. a. 108 VerwundeteXIV. Armeekorps am
Die an der Ilegene Festung Mo:von Trappentheilen
i ermst von vier Ma
') Vergl. GeneralsFestung betrugen vom 7
l : >ge 86 des genannten "\todt oder in J
wundung g<
verwundet .
vermisst . .
2 ) Vergl. 8. 114.
3 ) Vergl. S. 100.
4 ) Vergl. Generals