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Bund I.
VI. Abschnitt: Bewegungen der III. und Maus-Armee nach der Schlacht bei Sedan, Einschliessung von Paris etc.
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Stelle waren. Ferner errichtete die 3. Sanitäts-KompagnieIL Bayerischen Armeekorps Hilfsplätze in Clamart(ein Unteroffizier, zwölf Soldaten und zwei Krankenwagen),sowie in La Motte Quarree. Eine Anzahl von Lagerstellenwurde auf den Verbandplätzen hergesfellt und Vorkehrungengetroffen, welche selbst ein längeres Verweilen der Ver-wundeten daselbst gestatteten.
Die Verbandplätze zu Plessis-Piquet und Fontenay auxRoses mussten am 5. bezw. 8. Januar wegen zu grosserUnsicherheit nach Malabry bezw. Sceaux verlegt werden.
In der Schlacht am Mont Valerien') war es insbesonderedas 2. Sanitätsdetachernent V. Armeekorps, welches aufdein Verbandplätze in St. Cloud die Verwundeten diesesTages aufnahm, während bei der Beschiessung von St. Denisder Verbandplatz des 1. Sanitätsdetachements des Garde-korps Lei Pierrefitte, bei der Fortsetzung des artilleristischenAngriffes auf der Nordfront seit dem 21. Januar die Ver-bandplätze des IV. Armeekorps in Montmorency undEnghien in Wirksamkeit traten, und die SächsischenDetaeheinents, namentlich das 2., beständig Patrouillennach den Batterien und Feldwachen abgehen Hessen.
Im Allgemeinen blieben die im Beginn des Jahres 1871thätigen Feldlazarethe während des Januar 1871 etablirt;für das IL Armeekorps jedoch, welches im Laufe desMonats eine andere Verwendung erhielt (vergl. südöstlicherKriegsschauplatz) ergab sich bei dessen Abrücken vonParis die Nothwendigkeit, die Feldlazarethe thunlichst freizu machen. Von den acht im Januar vor Paris thätiggewesenen Feldlazarethen dieses Korps waren in Folgedessen am Schluss des Monats nur noch zwei in Wirksamkeit.Aufgelöst wurden: das 3., 5. und 10. Feldlazareth IL Armee-korps in Ormesson, La Queue en Brie und Chennevieres.Aussei' diesen schloss sich von den in früheren Monateneröffneten Krankenanstalten nur noch in Pontoise diejenigeder 2. Sektion 12. Feldlazareths XII. (Königlich Sächsischen)Armeekorps, dessen 1. Sektion (in Chantilly) bereits imDezember durch Lazareth-Reservepersonal abgelöst wordenwar.
Andererseits liess das I. Bayerische Armeekorps,welches an Stelle des IL Preussischen am 4. Januar vorParis eintraf, Lazarethe neu einrichten und zwar durch dieAufnabms-Feldspitäler No. 2, 9, 10 und 11. Ersteresarbeitete zuerst in Villebousin, später in Chäteau la Graiige,das 9. in Schloss La Cane bei Brunoy, später zeitweiligauch in Yeres, die beiden zuletzt genannten in BoissySt. Leger bezw. Draveil.
Da das Aufnahms-Feldspital No. 2 am 30. Januarseine Thätigkeit wieder beendete, so steht im Januar derNeu-Einrichtung von vier Feldlazarethen die Auflösungvon 7'/j Feldlazarethen gegenüber. Die Zahl der voriaris thätigen Feldlazarethe verminderte sich danach imLaufe des Januar von 66 »/j auf 63.
') Vergl. Generalstabswerk II, S. 1155.
Das Aufnahms-Feldspital No. 2 rückte am 24. Dezember1870 aus der Gegend von Orleans überEtampes nach Villebousin,um am 1. und 2. Januar 1871 in dein dortigen kleinen Schlosse23 innerlich Kranke aufzunehmen. Am 3. Januar führte esgegen Paris vormarschirend diese Kranken mit, gab sie an dieLazarethe von Corbeil ab und traf am 4. Januar Abends inChäteau la Grange ein, wo es 118 Verwundete und Krankedes 1. Feldlazareths II. Preussischen Armeekorps übernahm.Nachdem es vorübergebend (vom 5. bis 15. Mai) in Marsch-bereitschaft gestanden, hatte es am 6. Juni 1871 — der zurBesetzung bestimmten 2. Infanterie-Division zugetheilt — vondem heimkehrenden Aufnahms-Feldspital No. 9 das SchlossLa Cane bei Brunoy mit 76 Kranken als Filiale zu übernehmen.Diese zwei Lazarethstätten räumte es erst beim Abzüge derDivision am 20. September 1871. Vom 6. Januar bis 30. Junisind daselbst 1135 Mann behandelt worden.
Das Schloss La Cane bei Brunoy hatte am 12. Januar dasvon Orleans kommende Aufnahms-Feldspital No. 9 I. BayerischenArmeekorps übernommen. Letzteres versorgte auch die Krankenin Yeres nach Abzug des 7. Feldlazareths II. Armeekorps. Bis zum5. Juni hat es 2084 Kranke behandelt, davon 76 bei seiner Rück-kehr in die Heimath dem Aufnahms-Feldspital No. 2 übergeben.
Das Aufnahms-Feldspital No. 10 1. Bayerischen Armeekorps,welches am 11. Januar Orleans verlassen hatte, traf an demneuen Bestimmungsort Boissy St. Leger am 15. Januar ein, umdort sogleich die bisher von der 4. Sanitäts-Kompagnie besorgten123 Kranken zu übernehmen. Dieser Zahl sowie dem be-deutenden Krankenzugang gegenüber, welcher in den nächstenzwei Tagen stattfand, waren weitere Unterkunftsräume dringendesBedürfniss, deren unmittelbarer Beschaffung jedoch Schwierig-keiten entgegentraten, da, ausser einigen Stäben, zwei BatailloneInfanterie, Artillerie, Kavallerie, eine Genie-Abtheilung und dieBayerische Sanitäts-Kompagnie in dem Orte kantonnirten. NachDesinfektion und Reinigung der betreffenden Lokalitäten gelanges, neun Privathäuser und die Schule entsprechend einzurichten.Einer Ueberfüllung liess sich nur durch regelmässige Kranken-entlassung nach Lagny (später nach Corbeil) vorbeugen. InFolge Verminderung des Zuganges konnte von Mitte Februarab auch die Zahl der benutzten Lokale verringert werden.Vom 24. Februar an hörte die Krankenaufnahme ganz auf, undam 28. Februar 1871 wurden die letzten in Bestand Verbliebenenentlassen, nachdem das Spital 990 Mann aufgenommen hatte.
Am 21. Januar 1871 etablirte sich das Aufnahms-Feld-spital No. 11 I. Bayerischen Armeekorps in Draveil an derSeine, zwei Stunden unterhalb Corbeil. In dem grossen undreichen Dorfe an der Hauptstrasse nach Paris fehlte es nichtan günstigen Unterkunftsräumen. Acht Schlösschen und Villen,hochgelegen und von Gärten umgeben, wurden in der Folgezur Unterbringung von Kranken, deren das Spital 37 vorfand,benutzt. Es nahm bis 12. März 558 Mann (u.a. 38 Ver-wundete) auf und gab am 12. März die letzten Insassen nachCorbeil ab.
Ergebniss.Die Verluste vor Paris haben in dem Zeitraum vomSeptember 1870 bis Januar 1871 (nach Anlage No. 61, 71,97, 117, 155 und den Berichtigungen des Generalstabs-werkes) betragen:
todt oder in Folge Ver-wundung gestorben . 230 Offiziere, 3 054 Mann,
verwundet.....459 „ 8 770 „
vermisst......11 „ 1553 „
700 Offiziere, 13 377 Mann.