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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.
Band ]
sowie durch Zuwendungen der freiwilligen Hilfsthätigkeit, ins-besondere des Berliner Central-Komitees, des Bayerischen Central-Komitees, der Hilfsvereine zu Bremen und Hamburg sichergestellt. Bas Lazareth zählte schliesslich 7 Abtheilungen undnahm fast das ganze Schloss ein. Für die leichteren durch-gehenden Fälle war im Nordflügel eine besondere Station ein-gerichtet. Bie Rückbeförderung der Verwundeten konnte erst■von Mitte Oktober ab und zwar anfangs nach Nogent, vom Be-zember ab nach Lagny stattfinden. Nachdem das Lazareth am3. März seinen Bestand bis auf 5 Nichttransportable mittels einesSanitätszuges evakuirt hatte, wurde es am 5. März aufgelöst,indem es die Nichttransportablen dem 3. Feldlazareth XL Armee-korps übergab.
Bas 2. Feldlazareth V. Armeekorps gelangte am 19. Sep-tember ebenfalls nach Versailles und richtete sich am 21. d. M.für innerlich Kranke im Kaiserlichen Lyceum ein; das zugehörigePetit College wurde mit 200 Betten ausgestattet vorgefunden.Bis zum 5. März 1871 behandelte das Lazareth 3614 Kranke.
Bas 7. Feldlazareth VI. Armeekorps war am 19. Septemberin Villeneuve St. Georges in dem Schulhause und drei Privat-gebäuden zur Etablirung gelangt, woselbst es bis zum 20. Februarverblieb. Vom Beginn des Oktober ab benutzte es neben denseitherigen Gebäuden die Schlösser Balzac und Cotterau II so-wie die Mairie. In Summa behandelte das Lazareth 1151 Mann,darunter 516 Beutsche, 106 Französische Verwundete.
Am 27. September etablirte das VI. Armeekorps sein6. Feldlazareth in Epinay sur Orge in dem Schulhause. Vom14. Oktober ab versah nur die 2. Sektion den Bienst daselbst,während die 1. Sektion der 2. Kavallerie-Bivision in der Richtungauf Orleans folgte. Als die Räumlichkeiten des Schulhausesin Epinay sur Orge, insbesondere in Folge des Zuganges vonKranken der Garde-Landwehr-Bivision, sich als unzulänglicherwiesen, wurde das bei Epinay gelegene Schloss Sillery alsKrankenanstalt eingerichtet. Bas Lazareth behandelte in Epinaysur Orge bezw. Sillery, abgesehen von mehreren Hundert Leicht-kranken, 98 Typhuskranke. Es wurde am 12. Bezember durchdas 11. Feldlazareth VI. Armeekorps abgelöst.
Bas 4. Feldlazareth desselben Armeekorps hatte am30. September Befehl erhalten, sich in Orly für die Verwundetendes Gefechts bei Chevilly zu etabliren; es wurde die Mädchen-Waisenanstalt der Vincentinerinnen, welche allen hygienischenAnforderungen entsprach, als Lazareth eingerichtet. Unterdem Gesammtzugange von 228 Mann befanden sich 169 Ver-wundete. Bas Lazareth hat bis zum 27. Oktober seine letztenPflegebefohlenen entlassen.
Seitens des XL Armeekorps wurde während des Septembervor Paris nur das 1. Feldlazareth in Boissy St. Leger alsKantonnementslazareth in der Mairie und dem Schulhause,später auch in einem nahegelegenen Schlosse etablirt. Basselbebehandelte in der Zeit vom 27. September bis 11. Oktober ins-gesammt 130 Mann, von welchen es 87 am 11. Oktober demablösenden 7. Feldlazareth XIII. Armeekorps übergab.
Bas Aufnahms-Feldspital No. 8 IL Bayerischen Armeekorpsrückte am 19. September von Longjumeau bei Paris in Eil-märschen nach Antony vor und übernahm den Hauptverband-platz in dem angrenzenden Croix de Bernis, auf welchem siehin vier Häusern 136 in den Gefechten bei Petit Bicetre undChatillon Verwundete befanden. Am folgenden Tage, dem20. September, wurden, um Raum für neu zugehende Verwundeteund Kranke zu gewinnen, zahlreiche Verwundete in das zuVersailles im Schlosse etablirte Preussische Feldlazareth (12. V.)übergeleitet und sechs feindliche Schwerverwundete derFranzösischen Ambulanz im Chäteau de Norville überlassen.Vom 23.—25. September brachte man sämmtliche Verwundeten,
sowie die mittlerweile zugegangenen Kranken nach demgünstigere Räumlichkeiten darbietenden Pont d'Antony. Daauch dieser Ort, gleich dem vorigen, durch vorgeschobenefeindliche Werke bedroht war, so wurden am 13. Oktober, demTage des Gefechts bei Bagneux, die Verwundeten und Krankenaus den am meisten gefährdeten Räumlichkeiten nach demeine Stunde entfernt gelegenen Massy übergeführt und dieUebersiedelung der übrigen, nicht sogleich transportfähigenKranken am 23. und 24. Oktober unter Beihilfe der 2. Sanität»,kompagnie bewerkstelligt.
Bie Räumlichkeiten des sehr günstig gelegenen OrtesMassy erwiesen sich jedoch in Folge des gewaltigen Zugangesnamentlich innerlich Kranker, unter denen sich viele der Jahres-zeit wegen nicht transportfähige Schwerkranke befanden, als nichtausreichend; es wurde deshalb, auch mit Rücksicht auf einenspäteren, voraussichtlich grösseren Zugang von Verwundetenam 15. November in dem eine halbe Stunde entfernten Palaiseaneine Filiale errichtet. In dieser fand während derBeschiessun»von Paris eine grössere Anzahl Verwundeter aus den Aufnahm*Feldspitälern No. 3, 4, 7 und 9 Unterkunft. Bie Thätigkeitdes Spitals zu Massy endete am 20. Februar 1871; sämmt-liche transportfähigen Kranken und Verwundeten wurden nachVersailles entlassen und 20 Intransportable der Filiale desAufnahms-Feldspitals No. 12 in Massy einverleibt. Am gleichenTage fand auch die Auflösung der Filiale in Palaiseau statt;am 24. Februar stand das Spital wieder marschbereit. Ins-gesammt sind in den eben genannten vier Orten 2303 Krankeeinschliesslich 7 Franzosen behandelt worden.
Südsüdwestlich Lagny, in Corbeil, etablirte sich am23. September das Aufnahms-Feldspital No. 6 I. BayerischenArmeekorps. Beim Eintreffen desselben in Corbeil fanden sieldas Theätre lyrique, das städtische Hospice, das Quarantäne-Gebäude und Maison Beudon mit Kranken angefüllt, welche inersterem Lokale von dem Bataillonsarzte des dort befindlichenLandwehr-Bataillons, in den übrigen von drei FranzösischenCivilärzten versorgt wurden. An der zur Unterkunft be-stimmten Mühlhalle, einem grossartigen Lagerungsplatze fürGetreide, Mehl etc., harrte noch eine grosse Zahl von Kranken,welche rasch alle Räume der Halle erfüllten und die ersteNacht auf Stroh zubringen mussten. Am nächsten Tagl(24. September) wurde in der Mühlhalle der Parterre-Raum.eine grosse Säulenhalle, mangelhaft erhellt und ventilirt durchspärliche Oeffnungen ohne Fenster, mit 100 Feldbetten aus-gerüstet und der darüber befindliche Speicherraum von dagleichen Grösse zur Unterkunft von Passanten hergerichtet, didieses Gebäude, an der Hauptstrasse gelegen, in der Folge iden ersten Zufluchtsort für ankommende Krankentransportibilden sollte. Ferner übernahm das Spital an diesem Tag*zwei schon belegte Lokale — das Theätre lyrique sowie denGartenpavillon des Schlosses zu St. Germain am rechten Seine-Ufer, etwa zwei Kilometer von Corbeil entfernt. — LetzteresLokal, inmitten eines Parkes, war vom Besitzer in aussenkomfortabler Weise zur Aufnahme von 20 — 25 Verwundeteneingerichtet worden. Endlich wurde noch die verlasse«Gendarmerie-Kaserne, welche, sehr günstig vor der Stadt gelegen,in einem Vorder- und Hintergebäude je 15 und 10 kleineZimmer enthielt, für neuen Krankenzugang in Stand gesetzt.Am 26. September ward ein Theil der in dem neuerbautenstädtischen Krankenhause angehäuften Kranken übernommenam nächsten Tage begann die Belegung der Schlaf- und Lehr-säle eines Pensionats und am 30. September der BibliotheqKpopulaire, des früheren städtischen Spitals — in ungünstiger,tiefer Lage unweit des Seine-Kanales — als eines Notbehelfes-Ein Neubau unfern der Gendarmerie-Kaserne (Maison Huron!
Band I.
VI. Absei
vollkommen trocken,böden, konnte erst naczur Unterbringung v1. und 2. Oktober aucCivilärzten besorgtenGebäude und in der Vijene aus den umliegeAufbruch des I. Armesteigerte sich die Kr:des Spitals, der am28. September auf 621und vom 7. Oktober(einschl. der Passanteiüberfüllt; das ärztlic'getheilten Aerzten usammt dem durch Mamehrten WartepersonaAm 11. Oktober erfogetroffene Haupt - Fe741 Kranke Übergeber1839 Mann, darunter
In demselben O:No.101.Bayerischen AiDasselbe benutzte vielSpinnerei. Schon ambanden; insgesammt si:gab das Spital den IFeldspital No. 1 ab.
Nordwestlich Corldas Aufnahms-Feldspi29. September zunächdas Schloss und 10Ballainvilliers, wo eiSchwestern die Kranke:ausreichten, musste di1 k Stunden entfernteAufgenommen wurden359 am 8. Oktober veI. Bayerischen Armeek
Das Aufnahme-Mhatte in Verrieres le 1zu treten. Bieser vofast gänzlich verlassenLage im Bievrethale andes vom Bois de Verrievon Versailles, sowie ^die Höhen und den Vschützt, nach Süden iein beliebter Sommer;und die Umgebung mitLandhäusern versehen,zu statten kamen. InVillen nebst zwei groshaus eingerichtet undhöher stieg und die IRuhrfälle eine weitläuzweite Schulhaus, eineKrankenaufnahme, in«Mtalt mit Bädern u:Blatternkranke ein ganHaus eingerichtet, sozehn Gebäuden bestanf ür die Kranken undgerechnet die Räume
Sanitäts-Bericht
über die
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