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Band I
Band I. VT. Abschnitt: Bewegungen der TIT. und Maas-Armee nach der Schlacht bei Sedan, Rinschliessung von Paris etc.
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korps besetzt worden war, mit Hilfe des 2. und 3. Sanitäts-detacliements V. Armeekorps nach Versailles befördert.Dahin wurden auch diejenigen (172) Verwundeten des Ge-fechts bei Petit Bicetre gebracht, welche das 7. BayerischeAufnahrns-Feldspital in Bicetre und auf dem Verbandplatzevon La Motte quarre'e vorübergehend aufgenommen hatte.Die erste Hilfe leistete in dem bezeichneten Gefechte ausserden genannten Preussischen Sanitätsdetachements die3. Bayerische Sanitätskompagnie, welche in Croix de Berniseinen Verbandplatz errichtete und dort von der 2. Sanitäts-kompagnie unterstützt wurde. Noch am Abend übernahmdie liier befindlichen Verwundeten das eintreffende 8. Auf-nahrns-Feldspital IL Bayerischen Armeekorps. An dem-selben Tage gab das Gefecht des VI. Armeekorps beiThiais und Chevilly dem 1. Sanitätsdetachement VI. Armee-korps Anlass zur Etablirung eines Verbandplatzes bei Labelle Epine.
Zur Unterbringung der am 19. September Verwundetenworden noch an demselben Tage 3 Lazarethe etablirt: das12. Feldlazarett V. Armeekorps in Versailles, das 7. Feld-lazarett. VI. Armeekorps in Villeneuve St. Georges unddas 8. Aufnahms-Peldspital IL Bayerischen Armeekorps inCroix de Bernis, welches später nach Pont d'Antony über-siedelte. (Siehe unten.)
Während der Gefechte des VI. Armeekorps am 23. Sep-tember 1 ) etablirte das 1. Sanitätsdetachement dieses Armee-korps einen Verbandplatz bei Grignon; eine Sektion des2. Sanitätsdetachements leistete bei La belle Epine Beistand.Anlässlich des Gefechts bei Chevilly am 30. September 2 )schlug wiederum das 1. Sanitätsdetachement VI. Armee-korps einen Verbandplatz bei Grignon auf, die 1. Sektiondes 2. und die 2. Sektion des 3. Sanitätsdetachements jeeinen bei Chevilly, während die 1. Sektion des 3. Sanitäts-detachements bei Thiais thätig war.
Die Deutschen Verwundeten dieser Gefechte fandentheils in den schon eingerichteten Feldlazaretten zu Ver-sailles (12. V.) und Villeneuve St. Georges (7. VI.) Auf-nahme, theils in dem erst anlässlich des Gefechts beiChevilly in der Nähe des Gefechtsfeldes am 30. Septemberin Orly etablirten 4. Feldlazarett VI. Armeekorps. (Siehenuten.) 97 Verwundete (darunter 36 Franzosen) kamen indie Behandlung des 2. Feldlazaretts VI. Armeekorps,welches am 1. Oktober ebenfalls in Villeneuve St. Georgesstationirt ward. Nach Beendigung des Gefechts vom30. September wurden 145 schwer verwundete Franzosenvom Gefechtsfelde aus durch die Vorposten hindurch inFranzösische Ambulanzen geschafft.
Ausser den vier bereits genannten, in erster Reihe mit«er Pflege der Verwundeten beschäftigten Feldlazarettengelangten im September bei der III. Armee noch 10, vor-
') Vergl. Generalstabswerk II, S. 159.2 ) Vergl- Generalstabswerk II, S. 166.
wiegend für innerlich Kranke bestimmte Feldlazarette zurEtablirung und zwar:
Bei dem V. Armeekorps das 2. Feldlazarett in Ver-sailles, bei dem VI. Armeekorps das 6. Feldlazarett inEpinay sur Orge, bei dem 11. Armeekorps das 1. Feld-lazarett in Boissy St. Leger, bei dem 1. BayerischenArmeekorps die Aufnahms-Feldspitäler No. 6, 10 und 9und zwar die beiden erstgenannten in Corbeil, das letzt-genannte in Villebousin, bei dem IL Bayerischen Armee-korps das Aufnahms-Feldspital No. 12 in Verrieres le Buisson.bei der Württembergischen Feld-Division das 1. Feldspitalin Lagny, das 2. in Noisiel, das 4. in Meaux.
Die meisten dieser Lazarett-Einrichtungen bliebenwährend der ganzen Dauer der Einschliessung von Paris unddarüber hinaus bestehen. Einige derselben gewannen einenungewöhnlichen Umfang und eine besondere Bedeutung fürdie Krankenpflege vor Paris: so namentlich die Lazarethein Corbeil, Lagny, Meaux 1 ) und besonders in Versailles,wo zu den beiden im September etablirten Feldlazarettenim Laufe der nächsten Monate noch 5 andere hinzutraten.(Siehe später.) Einige der in Versailles thätigen Lazarethe,namentlich aber das 12. Feldlazarett V. Armeekorps —dessen Etablirung im Schloss zu Versailles 2 ) eine dergrössten während des Deutsch-Französischen Krieges zuStande gekommenen Lazarett-Einrichtungen repräsentirt —wurden durch das Personal nicht etablirter Feldlazarettedes V. Armeekorps verstärkt. Hauptsächlich betheiligthierbei waren das 1., 8., 9. und 11. Feldlazarett des ge-nannten Armeekorps. Auch das ärztliche Personal desgrossen Hauptquartiers Seiner Majestät widmete sich imSchlosslazareth zu Versailles der Krankenpflege.
Das 12. Feldlazarett V. Armeekorps hatte auf dem Ge-fechtsfelde vom 19. September Befehl erhalten, sich im Schlossezu Versailles alsbald zu etabliren. Bei der Ankunft daselbstfand es von einer Holländischen Ambulanz Einrichtungen füretwa 60 Verwundete getroffen; ausserdem war im grossenSaale des Parterre (Salle de Louis XIV.) eine Anzahl typhus-krankor Franzosen untergebracht, welche alsbald nach demStadthospital verlegt wurden. Diese Räume dienten als Ausgangs-und Mittelpunkt umfangreicher Lazarethanlagen, in welchendas 12. Feldlazarett V. Armeekorps bis zum 5. März 1871gewirkt und in dieser Zeit vorzugsweise Verwundete (2004),namentlich aus den Gefechten vom 19. und 30. September,21. Oktober 1870 und 19. Januar 1871, behandelt hat.DieGesammt-zahl der in das Lazareth Aufgenommenen betrug 2099 Mann. DieHolländische Ambulanz fügte sich, nachdem der Bestand der-selben in das Französische Militärhospital übergeführt wordenwar, als besondere „Holländische Abtheilung" dem Feldlazarettein und bestand.als solche bis zum 27.November. Als Kranken-pfleger wirkten neben dem Lazarethpersonal Mitglieder fran-zösischer religiöser Genossenschaften, sowie mehrere Deutschefreiwillige Pfleger und Pflegerinnen. Die Beköstigung wurdedurch Lieferungen aus dem Centralmagazin der III. Armee,
1 ) Vergl. betreffs dieser Orte auch „Kriegs- und Etappen-Lazarethe" am Schluss dieses Abschnittes, sowie das Kapitel „Kranken-zerstreuung".
2 ) Yevgl. Kirchner im Literatur-Verzeichniss.