Juni 1589,
Verhältnis vertheucrt werden müßten, in. Vor den Rathöboten der Xi!I Orte eröffnen Abgeordneteder Itl Bünde: Man werde ohne Zweifel noch im frischen Gedächtnis habe», wie sie auf einer Tagleistungnach Bartholomäustag 1584 daS Ansuchen gestellt haben, es möchte das Bündnis zwischen den sieben altenOrten und dem Obern (Grauen) Bund von 1497 und mit dem Gotteshausbund von 1498 unter an-gemessener Solennität wieder erneuert werden und es möchten auch die sechs andern Orte die beidenBünde in ein gleiches Bündnis aufnehmen, wie diese mit den sieben O^en haben, und endlich, es möchtenalle XllI Orte auch den Zehngerichten-Bund in dieses Bündnis „ineorporiereu;" auf spätern Tagen habensie wiederholt ihr Gesuch erneuert, aber noch zu keiner endlichen Antwort gelangen können; darum bittensie nochmals um entsprechenden Bescheid, — Weil aber auch jezt wieder einige Orte darüber nicht in-struiert sind und weil man mit Oesterreich wegen des neuen Zolls noch in Unterhandlung steht, wirddas Gesuch nochmals in den Abschied genommen, — Die VII katholischen Orte aber geben den Bündncrnvier Artikel über RcligionSsachcu (S, Staatsarchiv Lueern,^AktenIII Bünde) in den Abschied und er-warten vorerst den Bescheid darüber; wenn sie diese einzugehen und zuhalten versprechen, so werden sichdie katholischen Orte in das begehrte Bündnis einlassen, Der Gesandte der Stadt Genf eröffnetvor den Gesandten gemeiner XIII Orte: Es möchten vielleicht einige sein, die es der Stadt Genf alsUnbescheidenheit anrechnen, das siedle Eidgenossen so oft mit ihren Klagen bemühe; weit jedoch die beid-seitigen Vorfahren schon anerkannt haben, wie nüzlich man einander sein könne, und sich dieses wiederin den neuesten Kriegen gezeigt habe, so zweifle die Stadt Genf nicht, die Eidgenossen werden ihr Beistand leisten, damit sie von den unaufhörlichen Plakereien der savoyischen Beamten befreit werde; dieEidgenossen haben in ihrem freundlichen Spruch zwischen dem Herzog und der Stadt Genf scstgesezt,daß der Herzog die neuen Zölle um die Stadt Genf herum abschaffen und freien Handel und Verkehrgestatten solle; diese Bestimmung werde jedoch vom Herzog nicht gehalten, wie schon auf leztcr Tag-leistung eingeklagt worden, gegentheils seien seither die Beamten noch strenger verfahren; zudem seien auchdie Verwendungen für Freilassung des Villaus Lifert u. a, m, ohne Erfolg geblieben, — Nachdem dersavoyische Gesandte umständlich auf die vorgebrachten Beschwerden geantwortet, wird er ersucht, denHerzog darum anzugehen, das er, sowie die Stadt Gens bereits ihre Zusäzer ernannt habe, seine Zusäzcr auch ernennen möchte. Herr von Lambert versichert, sein möglichstes thun zu wollen, t. Auf dieBitte des Jakob und Matthias Finninger und des Or. Oswald Schrekenfuchs von Mühlhausen warenvon den VII katholischen Orten sammt Appenzell Landammanu Tanner und Sekelmeister Bühler nachMühlhausen abgeordnet worden. Diese berichten nun, das in Mühlhauscn in ihrer Gegenwart die dreiObbenannten verhaftet worden, daß man selbst gegen sie, die Gesandten, die Waffen gezükt und sich trozigbenommen und das mau ihnen abgeschlagen habe, vor die versammelte Gemeinde zu treten. Auch die Ver-wandten der drei Verhafteten klagen und bitten um entsprechende Verwendung, Aus eine Zuschrift anMühlhausen um Freilassung der drei Gefangenen erfolgt abschlägige Antwort, — Da nun die Gesandtender obbenannten acht Orte sich dieses Trozes gegen ihre Abgeordneten sowie dieses Abschlages nicht ver-sehen haben, nehmen sie es all rokoronllum; was ihre Obern in der Sache thun werden, müssen sie geschehenlassen; sie erklären aber, sie hätten erwartet, das die von Mühlhausen sich eidgenössischer benehmen wür-den, — Hierauf erbieten sich die Gesandten der fünf andern Orte, sich nochmals um Freilassung der Ge-fangenen bei Mühlhausen verwenden zu wollen. Die Gesandten der acht Orte erklären sich damit einver-standen, Jeder Gesandte weiß darüber zu referieren, waö Abgeordnete der Domstift Constanz vor-