April l586.
Vnnd Ist nitt on, das wörttlin verhetztt hatt vnnß nitt wenig bedurens bracht, Das Jr, vnnser G. L. A. E.,vnnsj darfür hallten sölltend, Alls ob wir über ander lütt so begirig wärent, oder Lust hettendt, sy In vngefell ze-bringen vnnd vnns Jres Unglücks erfroüwen sölltendt, Das doch wytt von vnnß Ist. Wir Helten aber (vnnserserachtens) vnns dessen meer zu beschwüren vnnd erklagen; Dann vnns nit soll vffgehept oder verwissen werden,wann wir zewenden vnnd darvor zesyn begerent, Damit groß bluttvergießen nitt ervolge, wie dann derglichenPündtnußen Letstlich vrsach sin möchtendt; Darumb dann ein Jeder Christ die vermydung vnnd abschaffnng desselbigenn zefürderen schulldig Ist.
Das aber Jr, alls vor gehörtt, den Hugenotten In Franckrych wider vnnß Catholische allso zugezogen, nimpttvnns nit wenig wunder, Sittenmall doch die Hugenotten nitt üwers gloubens oder Confession sind, zudcin ouch Jrglich vnnder üch selbs zwey vnnd dryerley glauben In einer Statt geduldent, Darann üch nit vill gelegen, wasConfession oder gloubens einer sye, allein das man nur nit katholisch sye; Daruß dann wir Lychtlich abnemmenkönnent, wie verhetzt Jr über vnns Catholische syent w.
So dann melldent vnnd klagent Jr In den 9., 19., 21. vnnd 25. Artickell, wie zu diesen gefahrlichen Zitte»allenthalben vill enderungen vnnd empörungen vnder dem schyn der Religion ynrysse vnnd angesehen, vnnd allso dieReligionssachen großen Widerwillen erwecktt, vill vngerympter spöttlicher wortten mit schmächen, schellten vnnd sche»-den gebracht werden vnnd ouch von dem geistlichen standt schandtliche schmachbüchlin Im truckh vßgangen, Da manüch Kätzer, Abgötterei, üweren gloubcn ein falltschen nüwen erdichten, üwere Kilchen Diener falltsche Leerer, ver-fürer vnnd anders ncmme (nenne), verhasst mache vnnd die Lütt berede, Alls wann Jr wanckelbar, nütt gwüsses nochgründtlichs In üwer Christlichen Confession habent; Mann schmäche die hochgclopt Junckfrouw Mariam, die würdigeMutter Gottes, die Lieben Heilligen, halltent nütt vff gutten wercken, vnnd derglychen meer; Ouch das man vwbReligions fachen nienmndt weder Pflicht, thrüw noch Eydt schuldig sye zu hallten»; Deßglychen ouch offt beredtwerde, Das by Übung meer dann einer Religion gemeiner frid nit bestan noch erhallten werden möge; Daruß da»»volge, das söllche Zwytracht zwüschen beider Religionen anhengeren entstanden, vnnd ye einer den anderen der vn-ruw halb beschuldige, vß dem allem Jr schliessent, vnns allen zur Zytt der nott grosser zwyffell vnnd mißthrüwen(vnnd wider gwallt), gfahr vnnd vnrath begegnen vnnd widerfahren möchtt, Ouch der Leydig vßgang vnnsers glücksmißgünstigen, nit wenig fröwd vnnd srolockens gebären vnnd bringenn wurde w.
Haruff antwortend wir, Das die Religions fachen vill empörungen, Jammer vnnd Widerwillen erwecktt, habenwir zuvor die Exempel anderer Nationen gemeldet; Diewyll Jr Es aber an disem Ortt widerumb eräfferent, s"können wir kein klarrers Exempel für ougen stellen, Dann glych vnnsernselbs Eignen vnnfall vnnd trüebsall, so zwüsche"vnns Eydtgnossen sydt der Endcrung der Religion entstanden vnnd noch stätts vnablasslich allso wäret. Vnnd daswir deß allten alles geschwygent, so wöllent wir üch allein deß, so sich erst Kürtzlich zugetragen, erynnern, namblichwie zwüschenn üch vnnd vnns ein grosser mißverstandt erwachsen von wegen der Reformation» oder Correctur deßCallenders, wöllichs Jr für ein geistliche vnnd gloubens fach geacht, vnnd üch allein der Ursachen entrüst vnnd ver-bittert), Das Es vom Bapst vßgangen, sonnst hettenn Jr Lychtlich können erwcgenn vnnd wüssendts zum theill woll,das es ein natürlich, gerecht vnnd nottwcndig ding Ist, wie es dann ouch ettliche der geleertten vnnd Astronomberfarne oder Mathematici, so glych üwer Religio» sindt, selbs ouch bekhennendt. Daruß nun woll abzehnemen, wärmehr über den andern verhetzt) sye; Dann wir die bücher vnnd was man von natürlichen dingen oder welt geschich-ten (so sy ann ynen selbs warhafft sind) von deß Authors wcgenn, der sy beschriben oder vßgan laßen, nitt ver-werffcnt, ob er glych nit katholisch Ist w.
Was dann das von üch yngefüertt vnnd angezogen» schmähen wider üweren gloubenn vnnd kilchendiener oderPredicanten vnnd Erstlich den geistlichen stand betangtt, Da Ist vnnß nitt zu wüsten», Das vnnsre geistliche nie-mandt schmächent; Deß aber sind wir bekanntlich, das sy vnns vor allem dem, nützit vßgenommen, was dann widervnnsern Catholischen gloubenn geprediget würdt oder sonnst In thruck vnnd geschrifft vßgath, öffentlich an den Cantz-len vnnd an ordenlichen gcbürenden orttenn, Ouch zu rechter gelegner Zytt, wann es ettwann die fach allso anJr selbs ervordertt, warnent, dasselbig alls Jrthumb stroffent, ettwann mit sollchen wortten, Das syent falltscheLeeren, arme blinde lütt oder falsche prophetten, ouch ettwann, dieselbig Leer sye kätzerisch vnnd derglychen», ^