Februar 1560
Run aber langen Klage» ein, daß die armen Unterthanen von den Inhabern bischöflicher Lehen sehr be-drängt werden, daß ihnen mehr abgefordert werde, als wozu sie laut des Lehenbuchö verpflichtet wären,und daß sie in kostbare Proeesse vcrwikelt werden. Da man überzeugt ist, daß dieses nicht im Willendes Bischofs liege, so wird er um eine Abschrift deö Lehcnbuchs ersucht, um die armen Leute besser beiihren Rechten schirmen zu können, «I. (S. u. Baden», v u. t". HS, n. Thurgau). K. Die Gesandte»von Zürich, Schwhz und GlaruS wollen dem Gesuche des Hans Graf von Rorschach um ein Verwcn-dungsschreiben au den Abt von St, Gallen entsprechen. Da die Gesandten von Luceru aber Anstandnehmen, dieses ohne Borwissen ihrer Obrigkeit zu thun, so wird ihnen der Entwurf des Schreibens inden Abschied gegeben mit dem Gesuch, sich bald möglichst darüber an Zürich zu erklären, damit diesesdaö Schreiben im Namen der vier oder der drei Orte ausfertige» könne, I». (S, u. Thurgau). l. Baseltheilt einige ihm zugekommene vertrauliche Nachrichten mit über die Pläne des PapsteS, des Herzogsvon Savohen u, a, m, gegen die Eidgenossen, worin zur Wachsamkeit crmahnt wird. Es wird verdanktmit der Bitte, fernerhin sorgfältig zu kundschaften und über alles stets zu berichten, k. Gesandte derStadt Genf eröffnen - Die Stadt Genf habe sich ungeachtet vielfältiger Drohungen von Seite des Her-zogs von Savohen still verhalten ! sie habe vernommen, daß die savohischen Gesandten bei den Eidge-nossen stets um ein Bündnis; werben; deßhalb müsse sie bitten, sie nicht zu vergessen, wenn ein solcheszu Stande kommen sollte; sie bitte ferner, die Eidgenossen möchten bei allen Verabredungen und Ver-trägen der Stadt Genf eingedenk sein und sie endlich in den Bund aufnehmen, wie man ihr früherHoffnung gegeben babe, damit der Herzog um so geneigter sei, in guter Nachbarschaft mit der StadtGenf zu leben Dieser Vortrag wird in den Abschied genommen, mit der Versicherung, daß mangegen die Stadt Genf und deren Freunde stets zu nachbarlichen Diensten bereit sc^ l. (S. u. Vierennetb. Voglen» überh.), I». Bern dankt verbindlich, daß mau es auf lcztem Tage au den Verhandlun-gen mit den savohischen Gesandten habe Antheil nehmen und deren Vortrag habe anhören lassen, undstellt die Bitte, daß man, da seine Anstände mit dem Herzog noch nicht beigelegt seien und da der Aus-gang der Sache noch nicht vorzusehen sei, mit Abschließung des vom Herzog begehrten Bündnisses nichteilen, sondern bedenken möchte, daß auch jener Krieg, in welchem Bern einen Theil des savohischen Ge-biets in Besiz genommen, nicht ein gesuchter muthwilliger, sondern ein erzwungener gewesen sei. Daauch Freiburg dieselbe Bitte stellt, so werden Beider Dank und Gesuch in de» Abschied genommen, über-zeugt, daß die Orte sich also verhalten werden, wie sie es gegen jedermann wohl verantworten könne»I». HS. u. Thurgau), «». Auf den Bericht, daß Uri von sich aus W Kronen an die Brandbeschädigrenvon Herisau verabfolgt habe, nehmen es Luceru, Schwhz, Uuterwalden, Zug, Freiburg und Solothurnin den Abschied, um »ich auf nächstem Tage zu erklären, was und wie sie den armen Leuten schenkenwollen, p. Der Gedanke, eine hohe Schule oder Universität zu errichten, wird abermals unter denVII katholischen Orte» angeregt. Da nun die Aebte von St, Gallen, Kreuzlingen, Rheinau, Wettingen,Muri », a, », ibre Uuterstüzung bereitwillig zusichern und da die Nothwendigkcit eingesehen wird, daßgelehrte Priester herangebildet werden, welche im Fall der Noth über ihre Lehre Rechenschaft zu gebenWilsten und den gemeinen Manu in der katholischen Religion gehörig unterweisen, so soll dieses jederBote an seine Obern bringen; kein Ort soll sich die darauf zu verwendende Summe reuen lassen, damitdwscö gottselige Werk endlich zur Ausführung komme, ein Werk, das der ganzen katholischen Eidgenos-»einchafi zum Lob und ihren Nachkommen zum Wohl gereichen wird. Was jedes Orr zu thun gesinnt