Juni 1559
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einer Empfehlung von Lucern, um Schenkung von Fenstern in sein neues Wirthöhaus wird in den Ab-schied genommen, — Da aber früher beschlossen worden ist, daß Gesuche um Fenster nicht mehr in de»Abschied genommen werden sollen, wenn sie nicht eine Kirche, Rathhaus oder Gesellenhaus betreffen,sondern daß die Bittsteller sich an die einzelnen Orte zu wenden haben, so soll sich jedes Ort ansnächstem Tage erklären. ob man daran festhalten wolle, ««. Hinsichtlich der Landstreicher und Bettlerwird von der Mehrheit verordnet: Starke gesunde Personen, die nicht arbeiten wollen, sondern deneigentlich Bedürftigen das Brod und Almosen vor dein Mund weg betteln, sollen an der Folter überihre Herkunft und ihren Erwerb verhört, die, welche nichts bekennen, eidlich über den Rhein gewiesen,die als Uebelthäter Erfundenen nach Verdienen bestraft werden; den hausarmen und presthaften Leuten,welche sich nicht anders als mit dem Bettel ernähreil können, tan» jedes Ort einen Bettelbrief, in wel-chem ihre Armuth, Gebrechen und ihr Aussehen beschrieben werden müssen, geben, damit der, welcherei» Almosen spenden will, wissen könne, wie es angewendet sei, tll. Benediet Stoker von Schaffhansenverantwortet sich über die gegen ihn vorgebrachten Anschuldigungen, daß er von dem Gclde des lcztenpicardischen FeldzugS etwas veruntreut, daß er ein Faß voll Realen aus Frankreich in die Münzen zumEinschmelzen gcschikt und daß er Münzstempel in Händen habe und nach Belieben münzen lasse. SeineVerantwortung wird in den Abschied genommen, —- lieber den Anzug, daß man Maßregeln gegen dasEinschmelzen der guten Münzen treffen möchte, damit der Preis des Goldes nicht immer mehr gesteigertwerde, soll jedes Ort seine Boten auf nächsten Tag instruieren, KK. (S. u. Ennetbirg. Vogteien überh.)I»I». Appenzell macht die Anzeige, daß in Herisan über vierzig Feuerstätten sammt der Kirche abgebranntseien, daß es bereits eine ansehnliche Nnterstüzung an die Vrandbeschädigten verabreicht habe, daß esaber denselben nicht möglich sei, die Kirche, Kirchthürme und Gloken herzustellen; eS bittet dringend,man möchte denen von Herisan eine Unterstüzung zum Wiederaufbau ihrer Kirche verabfolgen. — DasGesuch wird in den Abschied genommen, Ii. (S. u. Luggarus,) (S. u, Rheinthal.) II. Marc
Anton Bosso, der Gesandte des Königs von Spanien und des GubernatorS von Moyland, meldet nachUcberreichnng seiner Creditive: Er sei an die Stelle des ASeaninS Marsns abgeordnet worden, um dieAngelegenheiten des Königs und des GubernatorS und die Anfrechthaltnng der Erbeinung und andererVerträge zwischen den Häusern Oesterreich und Burgund und den Eidgenossen zu besorgen; der Könighabe in den Frieden mit Frankreich auch seine Freunde und Bundesgenossen, die Eidgenossen, einverleibt;der König und der Gubernator wollen alle Artikel der Erbeinung und Capitel unverbrüchlich halten inder VoranSsezung, daß die Eidgenossen dasselbe thnn werden; der langwierige Marchstrcit zwischendenen von Stabbio und Arcisate sei beigelegt und der Herzog bereit, wenn man cS wünsche, den Ver-trag zu ratifieieren; er bitte, die Eidgenossen möchten in ihrem guten Willen gegen die Einwohner desHerzogthnms Moyland verharren, — Antwort: Auch die Eidgenossen seien gesinnt, die Erbeinung mitden Hänjern Oesterreich und Burgund und ebenso die Eapitel und freundschaftlichen Beziehungen mitMoyland aufrecht zu erhalten, obschon lezterc bisher in einigen Artikeln ihnen nicht gehalten worden;sie danken dem König, daß er ste in den Frieden mit Frankreich eingeschlossen habe; sie halten für nn-nöthig, daß der Gubernator den Marchvertrag bestätige, weil derselbe schon hinlänglich durch Briefe versichertjei; sie würden aber dennoch, auch wenn dieses nicht geschehen wäre, für dessen Anfrechthaltnng gesorgthaben, i»in. Der französische Gesandte, Herr von Eoignet, eröffnet: Der König habe in seinem