Mai 1558.
Hans Eßlinger, beide des Raths. Freiburg. Hans Reiff, Sekelmeister; Franz Gurnel, Stadt-schrciber. Solothurn. UrS Sury, alt-Schultheiß. Schaffhausen. Georg Hiltbrand, und HeinrichRamsauer, beide des Raths. Appenzell. Sebastian Thörig, Landammann.
Der französische Gesandle, Herr von St. Laurent, hatte auf leztem Tage an die eilf mit demKönige in der Vereinung befindlichen Orte das Begehren gestellt, dem Könige einen Aufbruch von 6W0Mann in die Picardie und einige Fähnchen zur Verstärkung derer im Piemont und im Fall der Rothnoch WW Mann zu bewilligen. — Lueern, Zug, Freibnrg, Solothurn und Appenzell stimmen nun da-hin, daß sie die verlangten WM Mann in die Picardie und die Fähnchen nach dem Piemont unter fol-genden Bedingungen erlauben, nämlich, daß der König diese Truppen nicht wider die Vereinung nochgegen die Erbeinung brauche, daß die Erben der Gestorbenen für den ganzen Monat bezahlt und dieKranken auch in die Musterrödel aufgenommen werden, daß die Bezahlung der Hauptleute in Kronengeschehe, oder, wenn in Münze bezahlt werde, soviel für einen Kronen gegeben werde, um damit Gold-kronen aufwechseln zu können, daß auch der Ehrcnsold wieder bezahlt werde, wie zur Zeit des KönigsFranz, daß die Mannschaft alle Monate gemustert und ausbezahlt werde, daß die Hauptlcute solche Be-stallungen erhalten, daß sie jedem Mann vierthalb Kronen Sold geben können, endlich daß die siebenFähnchen in's Piemont n das dortige Regiment eingctheilt und daß denselben der betreffende Antheilan den Aemtern u. a. m. zuerkannt werde; über die noch darüber verlangten WM Mann werden sieAntwort geben, sobald er diesen Aufbruch gemäß Vereinung begehre. Scbwhz hat nur Auftrag anzu-hören und zu referieren; es will sich mit den Angelegenheiten fremder Fürsten nicht befassen und nurgemein-eidgenössische Sachen verhandeln helfen. Obwalden verlangt, daß zuvor die verfallenen Pensio-nen bezahlt werden; wenn dann die Mehrheit dem Könige die Truppen bewillige, und er laut VereinungBestallung und Ehrensold geben will, werde es auch dazu stimme». Nidwalden will zuerst vernehmen,wohin der König die Truppen führen und ob er sie zu Beschirmung seines Landes brauchen wolle.Glarus kann nur zustimmen, wenn alle Orte dazu stimmen, sonst muß es die Sache wieder vor dieLandsgcmeinde kommen lassen. Basel und Schaffhausen wollen ans verschiedenen Gründen keine Knechtebewilligen und ihre Leute zu Hause behalte». — Der französische Ambaffador, dem dieses eröffnet wor-den, dankt den Orten, welche den Aufbruch bewilligen, spricht die Erwartung aus, daß auch die andernes noch thun werden, und giebt die besten Versicherungen, indem die meisten der gestellten Bedingungenin der Vereinnng, die der König zu halten entschlossen sei, enthalten seien. H». Herr von St. Laurentmacht die Anzeige, daß der König ihn abberufen und an seine Stelle den Herrn von Eoignet ernannt habe,»nd bittet, mau möchte, wenn während seines Hierseins etwas vorgekommen, das den Eidgenossen nichtgefallen habe, dieses nicht seiner Person, sondern den vom Könige erhaltenen Jnstruetionen zuschreiben; ersichert schließlich seine stete Dienstgefälligkeit zu. — Herr von Eoignet übcrgiebt seine Beglaubigung undverspricht, in zeinen Geschäften stets die Freundschaft zwischen dem Könige und den Eidgenossen zu er-halten zu suchen. Wird beiden verdankt. Da der Pannerberr von Schwvz sich mit dieser Sache nichtbeladen wollte, wird sie ibm in den Abschied gegeben. Lneern, Basel und Schaffhausen machen dieAnzeige, daß sie ein scharfes Verbot gegen das Anwerben ihrer Angehörigen erlassen haben und Feblbare nachVerdienen strafen werden. «>. Da die Anstände zwischen dem Abt von Pfäfers und denen von Churin Betreff des streitigen Zehntens beigelegt find, so brauchen die Boten nicht mehr über diese Sacheinstruiert zu werden. (S. n. Lauisü. f. Nidwalden führt Beschwerde, daß viele aus den Orten sich