October 1557.
ili.
Couferenz der V katholischen Orte.
Lucern. >537, Ä<». .October (Dienstag vor Simon und Judas).
Staatsarchiv Lucern. Allgem Abscb. Bd.lAucb im Landesarchiv Scliwvz.j
Boten: Lueern. (Unbekannt.) llri. Ammann Jmhos Schwhz. (Entschuldigt.) Untcrwalden.(Unbekannt.) Zug. (Unbekannt.)
t». Die in französischen Diensteit befindlichen Truppen im Piemont haben immer noch keine Bezah-lung erhalten, obschon der Gesandte, Herr von St. Laurent, wiederholt Bezahlung verheißen; es wurdedeßwegen gegenwärtige Konferenz ausgeschrieben. Schwhz entschuldigt sich schriftlich über sein Ausblei-ben damit, weil es beschlossen habe, es wolle mit fremden Fürsten und Herren nichts mehr zu thun haben; eswill aber zu allem stimmen, was den schon in fremden Diensten Befindlichen ersprießlich sein möchte. —Es wird nun beschlossen, an den Bischof von Orleans in Lyon eine Gesandtschaft abzuordnen, um dem-selben den Verlauf der Sache zu berichten und ihm vorzustellen, daß die Eidgenossen solchen Verzug sehrbedauern müssen, und ihn anzufragen, ob nun Bezahlung erfolgt sei; ist sie nicht erfolgt, so soll dieGesandtschaft darauf dringen, daß die Bezahlung unverzüglich und zwar in vertragsmäßigen Geldsortengeleistet werde, und dem Bischof eröffnen, daß sie nicht entsprechenden Falls Auftrag habe, die Leute ausPwmont heimzumahneu, und soll dann sogleich von Lyon nach Piemont abreisen und die Mannschaftzur Heimkehr auffordern. Ammann Jmhof von Uri hat keine Vollmacht, sich so weit einzulassen, wirddaher ermahnt, den Entschluß von llri beförderlichst nach Lucern zu melden. Lucern wird beauftragt,sogleich einen Rathsboten mit dieser Instruction abzuordnen. — Von diesem Beschlüsse wird an St. Gal-len und die Graubündner Mittheilung gemacht, weil auch sie Leute im Piemont habeil; man erwartet,daß sie ihn billigen werden. I». Der Gesandte des jungen Herzogs von Savohen, Graf von „Arignan"(Carignano) hatte in Bern vorgetragen: Da der junge Fürst (Emanuel Philibert) zur Regierung gekom-men, habe er gewünscht, die alte Freundschaft und Nachbarschaft mit Bern zu erhalten; schon lange habeder König von Frankreich den größten Theil des savohischen Landes ohne Ursache im Besiz; der Herzoghabe nie zu dessen Restitution gelangen können, und sei daher gcuöthiget worden, sich mit dem Königvon Spanien zu verbinden, um zu seinem Rechte zu gelangen; hierauf erzählte er den Hergang derSchlacht bei St. Quentin (l(>. August), meldete, daß Herr von Bollwhler nahe an Bern s Grenzen vor-beiziehen werde, um dem Herzog zur Wiedercrobcrung seines Landes zu verhelfen, und sprach die Hoff-nung aus, daß Bern nichts dagegen haben werde. Bern hatte geantwortet: es würde dein Fürstenwohl vertrauen, dem Herrn von Bollwhler aber traue es nicht; einen eigentlichen Bescheid könne es erstspäter geben. Abschriften dieser Vorträge werden jedem Boten in den Alstchied gegeben.
Freibnrg und Solothurn an Luecrn erlassene Berichte über das Vorrüken des Herrn von Bollwhler gegenLhon werden jedem Boten abschriftlich mitgetheilt. «>. (S. u. Luggarus.) v. Lucern macht Anzug, daßviele schlechte fremde Münzen im Land cursieren, daß Bern und Zürich dieselben bereits verrufen haben unddaß es selbe auch probieren und dann deren Werth den übrigen Orten mittheilen werde; inzwischen.