Druckschrift 
4,2,a (1861) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1556 bis 1586
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

Februar 1557.

25

zwischen denen von Stabbio und denen von Areisatc wäre schon längst beigelegt, wenn man den durchden Herzog von Alba angebotenen Vertrag angenommen hätte. 4.) Die Klage wegen des Zolls sei denSteuerbeamtcn überwiesen; wenn es sich finde, daß der Zoll ein neuer sei, werde den Kaufleuten ihrhintcrlegtcS Geld znrükerstattet werden, wenn nicht, so müssen die Kaufleute den Zoll ohne Weigerungbezahlen. 5.) Die Märkte seien wegen der in Venedig, Veltlin und in Graubündcn ausgekrochenenSeuche gesperrt worden; nichts desto weniger bewillige der Gubernator, daß alle die, welche sich auf denMarkt nach Färris lVarese) mit Vieh und Pferden aufgemacht, diese dahin führen und verkaufen dürfen. Nach Anhörung der Beschwerden der Abgeordneten von Lauis wird dem mahländischen Gesandtenfolgendes erwiedert: Man soll ihnen laut der Capitel freien Kauf ohne Liccnzen bewilligen, wenn dasKorn 13 Pfund oder minder gelte; die Licenzen seien eine freiwillige Schenkung und der Gubernatorkönne damit verfahren, wie er wolle; welche sich aber dabei Betrug erlauben, werde man strafen; zu Be-richtigung des Landmarchstreits zwischen Arcisate und Stabbio werde man den Landvogt von Mendrisabordnen; mit der Verfügung hinsichtlich des Zolls zu Mayland sei man zufrieden, wünsche aber, daßdie Sache befördert werde; schließlich bitte man, daß den cnnetbirgischen Unterthanen von jenen Gütern,welche sie auf mahländischem Gebiet besizcn, keine Steuern oder andere Beschwerden auferlegt werdenund daß er darüber auf nächstem Tage Autwort gebe. Ii. Der mahländische Gesandte, AseaninS Mar-ius, führt Klage, daß die französischen Befehlshaber, ungeachtet des Vertrages zwischen dem Kaiser nndFrankreich, mit Hülfe ihrer eidgenössischen Truppen die Stadt Balenza im Herzogthum Mahlaud überfallenhaben und bis nach Tortona, Alessandria und Pavia streifen, was Alles wider die Capitel sei, und ver-langt, daß man nicht allein unverzüglich die Hauptleute davon abmahne, sondern auch die Sebuldigenstraft. Weil man jedoch zu solchen Befehlen keine Vollmacht hat, wird es in den Abschied genommen.I. und »». (S. u. Freie Aemter.) i». Der Ammann von Schwhz meldet, daß der Herzog vonFerrara"(Mantua)*) schon seit vielen Jahren dem Kloster Einficdeln eine Summe schulde und daß bisher alleBemühungen zu Einbringung der Schuld ohne Erfolg geblieben seien; er wünscht, daß die VII Orte darüberau den Herzog schreiben, indem sonst Schwhz gcnötbigt wäre, dem Kloster behülflich zu sein, daß es sichdurch Beschlagnahme auf Kaufleute und Waarcu oder auf andere Weise selbst bezahlt mache.Jedes Ortsoll seinen Bescheid darüber beförderlichst nach Luecrn melden, damit dieses im Namen der Vll Orte das^Schreiben au den Herzog erlassen könne. «». fS. u. Lauis.) p, fS. u. Ennetbirgische Vogteien übcrh.)«t» Da der mahländische Gesandte, Aöcanius Marsns, bei allen Geschäften stets alle Schuld auf die eid-genössischen Unterthanen schiebt, als ob dieselben den Capiteln nicht nachkämen, während sich nachherstets das Gegentheil findet, und da ferner derselbe immer verspricht, aber nichts halt, und auch neulichwieder Dinge angesponnen, die der Eidgenossenschaft zum Nachtheil ausfallen könnten, so soll jeder Boteauf nächsten Tag darüber instruiert werden, ob man ibn fortwcisen wolle, i. Der französische Gesandte,Herr von St. Laureut, trägt vor: Er habe vernommen, daß bei den Eidgenossen Klage geführt worden,

») Hier kömmt dieser Herzog als Herzog von Ferrara, im Abschied Nr. 30. aber als Herzog von Mantua vor. Dererste Herzog zu Mantua, welcher sich auch Herzog zu Montferrat schrieb, war Friedrich II., gestorben 1540. Vielleicht hathier der Concipisi aus einem Markgrafen z» Montferrat einen Herzog von Ferrara gemacht. Daß es auch Herzoge zu Modenaund Ferrara gab, ist bekannt. Im Jahr 1557 regierte Hercules II., hingegen hieß der damals regierende Herzog von Mantuaund Markgraf von Montferrat Wilhelm. Erst dieser wurde 1573 aus einem Markgrafen zu einem Herzog von Montferrat,und zwar, weil er Schwager des Kaisers war.

4