Juni 1556.
teu, bei ihren Obern dabin zu wirken, daß selbe sieh mit dem Abt in einen freien AuSkauf einlassen, indemder Stifter der Stadl Bern, Herzog Bcrchthold von Zähringen, diese Gottesgabe an das Kloster St. Petervergäbet;wird von den Gesandten von Bern in den Abschied genommen. Jedes Ort soll seinen Ge-sandte» auf nächste Tagsazung Vollmacht mitgeben, die Parteien zu vertragen. Gesandte von St. Gal-len bringen abermals vor, daß sich ihre Kanflcute beschweren, die Pässe also, wie vorgeschlagen, nehmenund ihre mitführende Baarschast angeben zu müssen, indem ihre Angaben doch nicht verschwiegen bleibenund ihnen Gefahr daraus erwachse; da laut des Friedens jeder frei handeln und wandeln dürfe, ohne durchNeuerungen mit Zöllen oder anderen Beschwerden gehindert zu sein, bitten sie beim König auszuwirken, daßer sie dabei verbleiben lasse, weit man ja auch die Franzosen in der ganzen Eidgenossenschaft frei handeln undwandeln lasse. Der französische Ambassador, Herr von St. Laurent, erwiedert: ES haben die Kaufleute keinenGrund, sich zu beschweren, indem sie nur dem obersten Statthalter zu Lyon die Summe ausgeben haben,welche sie mit sich fortführen; eS sei deS Königs auSdrüklicher Wille, daß ihre Angaben verschwiegenbleiben ; es sei dem Könige aber viel daran gelegen zu wissen, wie viel Geld von der Messe zu Lyonweggeführt werde; wenn die Kaufleute sich noch ferner weigern, so sei fast zu vermnthen, daß eö nichtrecht zugehe; weil nun dem Könige und dem Königreich so viel daran gelegen und die Kanflente keinenSchaden davon haben, so möchte man doch weiter nichts mehr dagegen haben. — Weil nun aber dieGesandten ungleicher Meinung sind, so wird die Sache wiederum in den Abschied genommen. Doch sollensich die Kaufleute inzwischen an die Verordnung halten, v. Alt-Landschreiber Roll beschwert sich überseine Absezung, stellt die meisten der gegen ihn erhobenen Klagen in Abrede und bemerkt, daß er, umseine Unschuld darzuthun, vom Kanzler, der damals beim Herzog von Alba gewesen, und vom Landschrei-ber im Mainthal, der mit ihm geritten, und endlich vom Landvogt von Luggarus Kundschaft eingenom-men; zudem erzeige es sich auS den Briefen des Herzogs von Alba, waS er mit demselben unterhandelt;er verlangt endlich Entschädigung für die erlittenen Kosten. — Da sich nun die frühern und die jezigenAngaben widersprechen, so wird, um mit der Sache auf's Reine zu kommen, beschlossen - Schwhz soll sichvon seinem Landschreiber zu LuggaruS, Balthasar Mürdi, eine Abschrift jener Jnstrnetion verschassen undsich bei Landammann Reding erkundigen, woher er die Angabc habe, daß Roll dem Herzog von Alba5 — 6000 Mann zuführen wolle; Solothurn endlich soll sich bei Hauptmann Frölich erkundigen, obRoll sich beim Herzog als Hauptmann Roll von Uri genannt; — wird all roldronllum genominen.> . Der päpstliche Nuntius, Bischof von Terracina, eröffnet nach Ueberreichung eines päpstlichen Breve:Seit der Besteigung des päpstlichen Stuhls wünsche der Papst nichts sehnlicher, als einen dauerhaftenFrieden zwischen den christlichen Fürsten, damit ein allgemeines Concilium gehalten und die Angelegen-heiten der christlichen Religion berichtigt werden könnten, auf daß man dann mit aller Macht wider dieFeinde des Glaubens sich wenden könne; bereits sei zwischen dem Kaiser und dem Könige von Frankreichein Waffenstillstand abgeschlossen und daher auch zu hoffen, daß bald ein Friede zu Stande kommenwerde; der Papst habe an beide Fürsten Legaten gesendet, um sie zum Frieden zu ermahnen und ihnendie Nothwendigkeit des ConeiliumS vorzustellen; da nun die Eidgenossen bei allen Fürsten so hoch an-gesehen seien, so möchten sie nicht unterlassen, dieses christliche Unternehmen mit Gebet zu nnterstüzen unddurch Abscndung von Gesandten zu fördern. — Wird in den Abschied genommen. zS. u. Lnuis).
Weil der Schazmeister des Königs von Frankreich endlich nach langem Verzug das Friedgeld unddie gemeinen und besondern Pensionen bezahlt, aber in schlechten Geldsorten, was weder der Vercinung