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Waldenser, ohne die „desseins" anzugeben, weggezogen, auchunter diesen Umständen nicht zu hoffen ist, dass aus Neu-Kelsterbach ein Handelsplatz gebildet werde, wird am 29. Sep-tember 1730 der Vorschlag gemacht, die Gemeinden Alt- undNeu-Kelsterbach zu vereinigen; 'das erstere zählte damals30 Bürger und 4 Beisassen, das letztere 20 Bürger und 11—12Beisassen. Der Amtmann Arnold zu Langen räth von einerVereinigung der beiden Gemeinden ab.
Im Jahre 1736 will ein gewisser „Unbekannter" ChristianFriedrich von Steinbach Fabriken in Neu-Kelsterbach anlegen,worin dann die Bewohner, deren Häuser zum Theil noch mitDarlehen belastet sind, hätten Arbeit finden können. Da dieserHerr aber Reisekosten bis nach Kelsterbach beansprucht, siehtman von vornherein von der Sache ab. Die erwähnten Dar-lehen konnten bei der grossen Armut der Bevölkerung nichtzurückgezahlt werden. Nach wiederholter Mahnung muss manzu strengeren Mitteln greifen. So wird einem gewissenLausterer, auf dessen Hause noch 75 fl. lasten, mit Räumungder Wohnung gedroht, wenn er seine Schuld nicht binnen8 Tagen beglichen hätte. In einem anderen Falle beginnendie Verhandlungen schon 1711. Im Jahre 1726 findet in der-selben Sache eine Sitzung statt, zu der folgende Herrenzugezogen sind: Baron de Riedesel, Baron de Loewenstein,Baron de Gemmingen, de Remoncourt, Schwarzenau undOtto Schulz. Erst im Jahre 1731 ist diese Angelegenheiterledigt.
Im Jahre 1798, also 86 Jahre nach dem Wegzuge derWaldenser, unterzeichnen die Bürger von Neu-Kelsterbacheine Eingabe: „die sämmtlichen Waldenser-Colonisten aus Neu-Kelsterbach." Darin suchten sie um Befreiung von den Fronennach, die damals in der Colonie Rohrbach-Wembach-Hahnnicht geleistet wurden. Den „Waldensern" von Neu-Kelster-bach hat man das Gesuch abgeschlagen.
Im gleichen Jahre erneuern 4 Bürger der neuen Gemeindeihre Bitte, in Alt-Kelsterbach aufgenommen zu werden, umbesonders, wie die Bewohner der alten Gemeinde, an dieWeidgerechtigkeit im Frankfurter Stadtwalde theilnehmen zu