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können. An dieses Recht knüpft sich ein alter Brauch, derjetzt nur noch wenigen in der Gemeinde bekannt sein dürfte:
„Alljährlich am 29. November erscheinen aus FrankfurtAbgeordnete mit 3 Waldschützen in Kelsterbach. Dort findensie einen weiss gedeckten Tisch, eine leere Kanne und drei leereBecher vor. Die Frankfurter lassen 2 Wagen Holz in dasDorf fahren, wo es alsbald abgeladen wird. Jeder Bürgerträgt dann ein Simmer Hafer zu, und bald sind die Wagenmit Frucht anstatt mit Holz beladen. Inzwischen ist dieKanne gefüllt und für Essen reichlich gesorgt worden; bisin die späte Nacht hinein bleibt man beim fröhlichen Schmause.Dann werden die Pferde, die inzwischen der Sitte gemässbis an den Leib in Stroh gestanden, aus dem Stalle geholt,und es geht wieder zurück zur Stadt."*)
Bei Beginne des 19. Jahrhunderts war die Gemeindegewachsen. In einem Verzeichnisse vom 18. März 1801finden sich 51 Namen. Darunter werden 7 Fabrikanten auf-gezählt: Christoph Hörn, Adolf Berner, Jakob Hütter, vonHof, Kabitzky, Karlstädt und Joh. Rühl. Die Fabrikenscheinen jedoch nicht bedeutend gewesen zu sein, denn imganzen werden 6 Männer als „Taglöhner in der Fabrik" be-zeichnet Erwähnt werden ferner ein Pottaschenbrenner, einFayence-Händler, ein Glashändler. Mehrere Schuhmacher,Zimmermeister, Schreiner, Maurer, Metzger, ein Milchhändler,zwei Soldaten, zwei Säckler, vier Juden, ein Kuhhirt, mehrereWirthinnen, ein Barbier und ein Gerichtsmann vervollständigendie Liste. In den Jahren 1801, 1802, 1808 wird dieVereinigung mit Alt-Kelsterbach noch nachgesucht, bis sie1829 vollzogen ist. (1826).
Bei Wagner, Geschichte von Hessen, B. I. 1829 finden wir:
„Kelsterbach, luth. Pfarrdorf, hat 92 Häuser und 930Einwohner, die bis auf 24 Katholiken, einen Reformirten und46 Juden lutherisch sind. Es befinden sich daselbst eineFayence- und Steingut-Fabrik, eine Taback-Fabrik, mehrereZiegelhütten."
*) Archiv für hess. Geschichte. B. XI. S. 437.