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Aktenmäßige Geschichte der Siedelung Neu-Kelsterbach
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ancien, Schutz gegen eine Sekte, durch welche ihre Gemeindein Religionsangelegenheiten verhöhnt würde. Von einer Be-willigung des Bauplatzes und des erforderlichen Bauholzessagen uns die Akten nichts. Nur das von dem Oberjäger-meister von Uetterod eingereichte Gutachten giebt uns denWink, dass man dem Kirchenbau nicht entgegen war; vonUetterod giebt den Bescheid:Wenn die Waldenser mitin die Gemeinde Kelsterbach gehören, so ist diese schuldig,das Holz aus dem Gemeindewald zu lieffern. Sind sie fürsich, so können sie nichts praetendiren. Ausserdem sind siezu bedeuten, vom Zimmermann sich einen Ueberschlag machenzu lassen". Eine weitere Bitte um Holz zu Pallisaden wirdmit dem Bemerken abgelehnt, sie möchten entweder das Holzsich kaufen oder Mauern anstatt der Pallisaden errichten.

Neu-Kelsterbach mit seinen Freiheiten und Vorrechtenwar natürlich das Ziel vieler Leute, die nichts zu verlierenhatten, wohl aber viel zu gewinnen hofften. Ein Bericht desAmtmannes Hasenwinkel vom 11. April 1709 giebt darüberAufschlüsse:

Die Beisassen in Neu-Kelsterbach sind:

1) Handwerksleute, welche die Arbeit wegnehmen,

2) böss und ruchloss gesindt,

3) nicht im Stande, ein Haus zu bauen,

4) Niemand im Stande, auch nicht der Intention, ein Unterthanzu werden.

5) Sie machen dem Ort nur Blame,

6) Sie führen ein ruchloses und gefährliches Leben.

7) In Religionssachen haben sie allerley Singularitäten.

Dies der Grund, warum so viele Waldenser wiederwegziehen."

Eine Verfügung vom 16. April 1709 ordnet an, dassalle nicht der evangelisch - reformirten Religion Angehörigebinnen zwei Monaten, die Beisassen aber binnen drei Monatendie neue Stadt Kelsterbach verlassen sollten.

So streng man gegen diejenigen vorgeht, die, dem, .Ortenur Schaden bringen, so wohlwollend ist man gegen jeden,von dem man Vortheil für die Niederlassung erwarten zu