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§ 175 des Reichsstrafgesetzbuches : die homosexuelle Frage im Urteile der Zeitgenossen
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zu befriedigen, diesen dagegen wird ausgiebig Gelegenheitgeboten, ihrem Liebesbedürfnis bei Frauen zu genügen."

Medizinalrat F. meint: „In der Mehrzahl der Fällehandelt es sich erfahrungsgemäss um Leute, welche dennormalen Geschlechtsgenuss frühzeitig bis zur Neige er-schöpft haben." Er beruft sich des weiteren auf Erfahr-ungen, die er in Persien gesammelt hat, und schreibt: „Imkeinem Lande ist der mannmännliche Verkehr vielleichtmehr im Brauch, als in Persien, wo man auch offen da-rüber sprechen kann. Kein Mensch ist dort auf dieUrningtheorie verfallen. Als ich einen vornehmen Perserfragte, ob auf dieser Verirrung denn gar kein Odiumläge, antwortete er: „durchaus nicht, das ist gerade vor-nehm, im Sommer benutzt der Perser den Mann, imWinter die Frau, denn im Sommer stinkt die Frau." End-lich noch folgende Ausführungen eines bekannten Künstlers:„Es ist mir unverständlich, ja in meinem tiefsten Innernwiderwärtig, den Gedanken zu denken, dass es noch eineandere Liebe, eine andere geschlechtliche Zuneigung gebensoll, als die zum Weibe, welche nach meiner Ansicht dieallein natürliche und von unserem Schöpfer eingesetzte Liebeist. Ich glaube, dass alles, was darüber hinausgeht, Ueber-sättigung, Folgen des zügellosen ausschweifenden Lebenssind. Menschen, welche vergessen Menschen zu sein,müssen unschädlich gemacht werden u. s. w." Ein Herrist so sehr davon durchdrungen, „dass es sich hier nur umRoheiten und böswillige Verbrechen handeln kann, dasser die Ernsthaftigkeit des Rundschreibens mit den Unter-schriften bestreitet und dahinter einen schlechten Scherzresp. eine Verhöhnung überhumaner Bestrebungen wittert."

Der starke subjektive Widerwille, die Entrüstung,wie sie aus den angeführten und in anderen Schreibenhervortritt, ist an sich gewiss verständlich, aber dieses Ent-setzen kann Vernunftgründe nicht ersetzen und kann nichtan die Stelle der Gerechtigkeit treten, die das Fundament

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