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ihrer Homosexualität dem Ansehen bekannter Persönlich-keiten keinen Abbruch gethan hat. Im Bayernvolke warund ist beispielsweise die Meinung weitverbreitet — obmit Recht, soll liier nicht erörtert werden —, dass KönigLudwig II. ein Urning war, seine Beliebtheit hat darunternicht gelitten.
Dem Rechtsbewusstsein im Volke entspricht der Ab-scheu des Einzelnen, welcher denn auch in einem weiterenTeil der Antwortsehreiben, teils in mehr objektiver,teils in mehr subjektiver Fassung zu einem recht lebhaftenAusdruck gelangt. Auch hier heben wir einige der be-merkenswerteren Zuschriften hervor.
Freiherr von Schweiger-Lerchenfeld, der bekannteForschungsreisende schreibt: „Die Homosexualität istetwas so Abscheuliches, dass selbst nur der Gedanke ansie Ekel erregt. Die Liebe des Weibes, beziehungsweisedie wahre Erotik in Verbindnng mit Leidenschaft, Em-pfindung und Geist seitens des AVeibes ist etwas so deli-ciöses, dass alles andere dagegen als Unzucht erscheint.Man mag noch die lesbische Liebe entschuldigen, sei esbei feurigen Weibern, welche durch ihre Gatten nicht be-friedigt werden, aber die Ehre festhalten wollen, oder beitemperamentvollen Mädchen, die sich nicht wegwerfen kön-nen und wollen. Die homosexuelle Verirrung des Mannesaber, dem in der natürlichen Befriedigung des Geschlechts-triebes nichts, garnichts entgegensteht, ist und bleibt eineSchande." Aehnlich äussert sich der bereits oben zitierteAutor, welcher für Homosexuelle, „die den Trieb nichtersticken können" den Selbstmord als Ausweg empfahl.Er hält diese Delicte in den meisten Fällen „für den letztenAkt eines wilden Genusslebens" und fährt dann fort: Gebensich Frauen dem gleichgeschlechtlichen Verkehr heimlichhin, so halte ich das für weit weniger verwerflich, alswenn es bei Männern geschieht, denn die Frauen ent-behren gar oft der Männer, um ihren natürlichen Trieb