42Ein jeder hüte sich vor aller trägen Versäumnisseines Pfundes sorgfältig; vor aller Faulheit, Nachläßigkeit und Verwahrlosung seines Amtes! Nie-mand laße sich durch den Strom des Verderbensoder die Macht der Vorurtheile hinreisen. Ein jeder helfe vielmehr dem Verderben steuren, und dieVorurtheile ausreuten. Keiner hege solche harteGedanken von Gotte, wie jener Schalksknecht, dieihn zu allem Guten unfähig machen, und abschrockenwürden seinen Dienst eifrig zu treiben.Es ist nur noch um ein kleines zu thun: so wirdunser Herr Abrechnung mit uns halten. Ermunte-re dich, mein Bruder! Erwache aus allem Schlum-mer; Höre: Es ist nur noch um ein Kleines zu thunso wird unser Herr Abrechnung mit uns halten. Nach allerWahrscheinlichkeit geurtheilet haben die mehresten unteruns bereits die Hälfte ihres Weges zur Ewigkeit zurückge-leget; und vielleicht ist mancher naͤher am Ende, als er den-ket. Wie bald, wie unvermuthet bald kan es zu dir, odermir heisen: Thue Rechnung von deinem Haushal-ten! Und wie, wenn nun wirklich dieser Befehl er-ginge, heute, morgen, oder in wenigen Tagen? Wiewird uns zu Muthe seyn, wenn wir ihn horen? wirder uns nicht erschröcken; werden wir nicht zu Schan-den werden, sondern Freudigkeit vor ihm haben beiseiner Zukunft? Ein jeder höre die Stimme seinesGewissens, und desselben Antwort über diese wichti-gen Fragen!Es gilt nicht gleich viel, wie wir gesinnet sind;wie wir uns betragen in unserm Amte. Unsere eige-ne Seelen müßen wir in unseren Händen tragen,wenn wir über andere Seelen würdig wachen wollen.Die
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Der Lohn der Treue und des Fleises im Gebrauche der von Gott empfangenen Talente im Gegensatze der Strafe der Untreue und der Faulheit : Eine christliche Synodalpredigt vor dem versamelten reformirten Clevischen Synodo zu Wesel den 1. Junius 1774
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