40ten unsers wichtigen Amtes aufzumuntern, wenn wirgegen diese Stimme unsers Herrn taub und unem-pfindlich bleiben? Der Herr, dem wir dienen, hateinem jeden unter uns sein Pfund gegeben, dasselbein seinem Dienste, zum Heile unserer Mitmenschen,die mit uns der Ewigkeit und jenem entscheidendenZeitpuncte mit schnellen Schritten entgegen gehen,treu zu gebrauchen. O laßet uns dahin sehen, daßwir unparteyisch treu arbeiten! Alle zur Ewigkeiterschaffene Seelen haben in sich gleichen Werth.Wir müßen in kurzer Zeit einem unparteyischen Rich-ter Rechenschaft geben.Ein jeglicher hat das Seinige von der Handdes Herrn empfangen; es seyn nun fünf, oder zwey,oder ein Talent. Laßet uns, meine Brüder, er-muntert werden mit demselben treu und fleisig umzu-gehen. Nach dem Verhältnisse unserer Trene undunseres Fleises wird sich unser künftiger Lohn ver-halten, wenn wir nur mit dem empfangenen treusind: so ist nichts daran gelegen, wir mögen vieloder wenig zu verwalten haben; wir mögen in derStadt, oder auf dem Lande wohnen; wir mögeneiner grosen, oder kleinen Gemeine vorgesetzt seyn;wir mögen hoch, oder niedrig, wir mögen in einemRange stehen, in welchem wir wollen. Das gnä-dige Wolgefallen des höchsten Herrn, und unsereBelohnung, wird nicht nach Rang, Stand undEhre, sondern nach unserer Treue und unserm Flei-se eingerichtet seyn. Es wird keinem unter unszum Nachtheile gereichen, daß er nicht fünf Talenteempfangen hat, daß er nicht in einer Gemeine ge-dienet, die aus tausenden bestanden hat, da er wirk-lich nur ein Talent zu verwalten gehabt, nur weni-gen vorgesetzet gewesen ist; ob wol gar manche des-we⸗
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Der Lohn der Treue und des Fleises im Gebrauche der von Gott empfangenen Talente im Gegensatze der Strafe der Untreue und der Faulheit : Eine christliche Synodalpredigt vor dem versamelten reformirten Clevischen Synodo zu Wesel den 1. Junius 1774
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