wird dir der Herr unfehlbar bald mehr anvertrauenja auch wol gar dir geben was ein anderer vergräbtund untreu verwendet. Eben das kan den Untreuenund Faulen zum Schröcken dienen, und den Treuenhöchst tröstlich seyn. Wenn andere Menschen, auchandere Lehrer und Arbeiter untreu und faul sind: sosollen treue Seelen, treue Knechte keinen Schadendarunter leiden, sondern vielmehr noch Nutzen davonhaben. Gott nimt dem Untreuen sein Pfund, undgibt es dem Treuen. Der Segen, den jener vonsich stößt, wird diesem vermehret zu Theile. Dasmache einen jeden aufmerksam auf sich selber! Wersein Talent vergräbt, hat nicht nur keinen Nutzen,sondern entsetzlichen Schaden. Er verliert, was erhat, und wird dabey gestrafet. O möchten dochdie Kinder des Lichtes so klug seyn, als die Kin-der der Welt in ihrer Art und in ihrem Geschlech-te sind! Diese wissen es gar zu wol, daß sie da-durch nicht nur nicht reicher, sondern vielmehr wirk-lich zusehens aͤrmer werden, wenn sie von ihren irdi-schen Gütern keinen Nutzen ziehen, sondern dieselbenmüßig und ohne Interessen liegen laßen; daher siealle darauf bedacht sind ihre Kapitalien zinsbar un-terzubringen, und den vortheilhaftesten Gebrauch da-von zu machen. Verdienen solches nicht auch dieweit edelern Güter, die unser ewiges Eigenthum seynsollen? Müßten die nicht noch weit sorgfältiger ge-nutzt und angewandt werden?Hat jemand unter uns, seiner Treue halben, dasZeugnis eines guten Gewissens, der danke Gotte,und sey täglich treuer, täglich fleisiger, und freuesich auf jenen erfreulichen Zuruf: Ey du from-mer und getreuer Knecht, du bist über wenigemge=
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Der Lohn der Treue und des Fleises im Gebrauche der von Gott empfangenen Talente im Gegensatze der Strafe der Untreue und der Faulheit : Eine christliche Synodalpredigt vor dem versamelten reformirten Clevischen Synodo zu Wesel den 1. Junius 1774
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