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Der Lohn der Treue und des Fleises im Gebrauche der von Gott empfangenen Talente im Gegensatze der Strafe der Untreue und der Faulheit : Eine christliche Synodalpredigt vor dem versamelten reformirten Clevischen Synodo zu Wesel den 1. Junius 1774
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37Wer treu und nützlich werden will, der fangevon sich selber an. Wer den Splitter aus seinesBruders Auge ziehen will, der muß erst den Balkenaus seinem eigenen ziehen. Zu Petro sagte einmalder Herr: Wenn du bekehret bist, so stärke deineBrüder. Darum bekehre dich von ganzem Herzen,und rette deine eigene Seele; ehe kanst du nicht rechttreu und fleisig seyn, und auch an anderen Nutzenund Frucht ſchaffen.Hast du dich bekehret, so solst und kanst du auchanderen nützlich seyn, ob du gleich noch so wenig,wäre es auch nur ein Talent, empfangen hättest.Kanst du nach deinen Umständen nicht mehr thun,so kanst du doch für andere bethen, und mit deinemguten Wandel vorleuchten. Und das ist schon wasgroses. Wirst du da auch mit der kleinsten Gabe treuseyn: so wird dir der Herr gewis mehr geben, daßdu die Fuͤlle habest.Fraget jemand, wie es anzufangen sey, daß manmehr Gnade, mehr Glauben, mehr Liebe und ande-re Gaben, auch mehr Gelegenheit Gutes zu stiften,und mehr Segen bekomme? So ist die Antwort: Seimit dem wenigen, bey der kleinen Gabe, treu. Han-dele nie nach deinem Eigenduͤnkel, nie wider dein Ge-vissen. Entsage allem Eigensinne, aller Rechtha-berey. Laß dir gerne sagen. Nimm Ermahnun-gen, Erinnerungen, Bestrafungen, Zurechtweisungengerne an. Höre und vernimm, was gut ist, undwas der Herr von dir fordert. Unterwirf allewegeund in allen Dingen deinen Willen dem Göttlichen.Merke auf die Spuren der Vorsehung und denWink Gottes überall. Suche so in allem als eintreuer Knecht erfunden zu werden, und sey fleisig:1