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Der Lohn der Treue und des Fleises im Gebrauche der von Gott empfangenen Talente im Gegensatze der Strafe der Untreue und der Faulheit : Eine christliche Synodalpredigt vor dem versamelten reformirten Clevischen Synodo zu Wesel den 1. Junius 1774
Entstehung
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32Gott ist eben so warhaftig in seinen Drohungen, alsin ſeinen Verheiſungen.Das Evangelium, die beste unter allen GabenGottes, wandelet von einem Orte zum andern, aus ei-nem Lande in das andere, aus einer Weltgegend indie andere, und suchet gleichsam treue Haushalterund Verwalter. Die morgenländischen blühendenGemeinen, vornehmlich in klein Asien, wo sind sienun? Ihr Pfund, womit sie untreu umgingen, istvon ihnen genommen, und anderen gegeben worden,die bessere Früchte bringen. Nicht besser wird es unsergehen, wenn wir nicht treu sind, handelen, wuchernund gewinnen. Gott ist gerecht. Wer da hat,dem wird gegeben werden, und wird die Füllehaben: Wer aber nicht hat, dem wird auch,das Er hat, genommen werden.Da uns die Erfahrung schon so viel saget zumBeweise und zur Bestätigung dieser grosen und an-gelegentlichen Warheit: so dürfen wir an dem eins-maligen Gerichte darnach nicht zweifeln. Wer sol-sches nun nicht glauben will, der wird es unfehlbarzu seinem unersetzlichen Schaden erfahren.Warlich die Sache verdienet Ueberlegung, Nachdenken, Ernst. Auf seine Gefahr es wagen und ei-nen Versuch an sich selber machen wollen, ob es wahrſey, was die heilige Schrift von zukuͤnftigen Strafenund Belohnungen saget, das würde eine Verwägen-heit seyn, die ihres gleichen nicht hätte, worauf eineunausſprechlich bittere Reue folgen wuͤrde, mit Heulenund Zähnknirschen verknüpfet.1Laßet.