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Der Lohn der Treue und des Fleises im Gebrauche der von Gott empfangenen Talente im Gegensatze der Strafe der Untreue und der Faulheit : Eine christliche Synodalpredigt vor dem versamelten reformirten Clevischen Synodo zu Wesel den 1. Junius 1774
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56gel, wie ein gewapneter Mann. * Gott kan undwird ihnen nicht nur nichts mehr geben: sondernwird ihnen auch noch das Wenige, das sie nichtrecht gebrauchet, oder vergraben haben, nehmen, undeinem andern geben, der es besser nutzet; denn, wieallein die Treue alle Gaben vermehret: also machetdie Untreue aller Gaben unwürdig, und die Versün-digung ist desto gröser. Die untreuen Knechte verlie-ten immer mehr die Gabe, Zeit und Gelegenheit et-was Gutes auszurichten, und es wird solche Gnadeund Gabe, und solche Gelegenheit einem andern ge-geben, der sie besser anleget. Gott will Gnade mit Gna-de und Ehre krönen; aber auch die Verachtungder Gnade mit Strafe und Schande belegen.Wie erging es dem treulosen Apostel Judas? Erward seines Amtes entsetzet und zu schanden. De-mas, der die Welt lieb gewinnet, verliert Würde,Stand und Gabe.Die christliche Kirche, wie viel hat sie nicht vorden Juden voraus, denen wegen ihrer Untreue ihreVorrechte sind genommen worden, so gar, daß auchdie bürgerlichen Tugenden, Aufrichtigkeit, Tapferkeit,Gerechtigkeit unter ihnen selten sind: da hingegenBlindheit, Bosheit, Arglist, Betrug, Ungerechtig-keit allgemein geworden sind; und das durch ihre ei-gene Schuld, und aus gerechtem Urtheile Gottes,weil sie mit seinen Gaben, so untreu und gewissen-los umgegangen sind. Blindheit ist Israel wieder-fahren; und das Gericht, durch dessen lange vorheran sie ergangene Bedrohung sie sich nicht haben wol-len warnen laßen, ist endlich über sie gekommen.Gott* Sprüw. Salm. 6, 11.