32Laßet uns, meine Theuerste, klug seyn, undGotte glauben. Niemand mache ihn zum Lügnerder nicht lügen kan. Er ist die Warheit. Ein jedermerke sich es wol, und richte sich darnach: Gotttheilet seine Gaben mannigfaltig aus, in der Absichtdieselben zu seinem Dienste und Ehre, zum besten un-serer Mitmenschen und unserer eigenen Seligkeit anzu-wenden. Es ist gewis und unausbleiblich ein Rechnungstag, oder eine Zeit vorhanden, da der Herr vonder Anwendung ſeiner mannigfaltigen Gaben, von ei-nem jeden Rechenschaft fordern wird.Ein jeder hat sein besonderes Talent von Gotte em-pfangen, um damit Handel und Gewinst zu treiben,und davon wird er dem Herrn Rechenschaft gebenmüßen. Wol dem, der in der Kraft des Herrn Herrnwuchert, der kan versichert seyn, daß er eine reicheVergeltung aus Gnaden empfangen wird! Hingegenwehe dem, der sein Pfund verwahrloset, oder vergräbt!Er wird nichts zu seiner Entschuldigung vorbringenkönnen. Sein Gewissen wird ihn verdammen; under wird, er mag wollen, oder nicht, das Urtheil desHerrn billigen müßen.Es ist eine Ehre für uns, daß uns Gott seine Gü-ter übergibt, und uns zu seinen Haushaltern machetDas ist ja gewis etwas grosses, eine grose Ehre undWürde. Haben wir schon nicht alle gleich viel empfan-gen: so hat doch ein jeder sein Talent, und eines jedenseine Gabe, wie klein sie auch scheinen möchte, ist dochals Gottes Gabe, mithin als etwas groses anzusehen,und wird bey rechtem Gebrauche bald vermehret, jageht bis in die Ewigkeit hinein. Wir sitzen alle aufRechnung, und da müßen wir alles uns verliehene nichtals das Unserige, sondern als Gottes Gaben, unduns0
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Der Lohn der Treue und des Fleises im Gebrauche der von Gott empfangenen Talente im Gegensatze der Strafe der Untreue und der Faulheit : Eine christliche Synodalpredigt vor dem versamelten reformirten Clevischen Synodo zu Wesel den 1. Junius 1774
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