25heit dazu, gute Rührungen, Anklopfungen, Erwe-ckungen, es sey durch Ungemach, Trubsalen und Wi-derwärtigkeiten, oder Krankheiten, oder nahe Todes-fälle, oder allgemeine Gerichte über ganze Länder undVölker, oder ausserordentliche besondere Wolthaten,die uns Gott erweist, oder unvermuthete Errettungenaus grosen Gefahren, oder aus einem langwierigenElende, einer langdaurenden Noth; oder durch Er-mahnungen, Warnungen, Erinnerungen guter Freun-de; oder kräftige Bekehrungen an anderen in der näheoder ferne, oder dergleichen, die das schlafende Gewis-sen aufwecken und uns zum Nachdenken bringen sol-len. Dahin gehören die Gaben des Geistes, und alleAnerbietungen der Gnade, alle Lockungen und Anforde-rungen an unſer Herz, ein jeder Ruf, eine jede Stim-me Gottes an uns —In welcher Absicht sich Gottan Keinem unter uns unbezeugt läßt. Es wird nichtleicht jemand unter uns seyn, der sich nicht solcherStunden und Augenblicke bewust seyn solte, in wel-chen er durch dergleichen Umstände und Begebenheiten,erschüttert, oder gerühret, oder erwecket worden wäre.Beſinne dich, lieber Menſch! hat dir dein Gewiſſennicht einmal gesaget: du bist noch nicht so, wie duseyn must, wenn du dir gegründete Hofnung deinerSeligkeit machen wilſt; du muſt anders werden, dichbekehren, Buſe thun; dies oder jenes tauget nicht,das kan Gotte nicht gefallen; wenn du zu GOtt kom-men wilst, so must du dich vor ihm demüthigen, sei-ner Stimme Gehör geben, dein Leben ändern, bessern,ein ganz anderer Mensch werden; Kehre um, begegneGotte — Solche Umstände und Eräugnisse sind soverschieden, daß sich keine gewisse Bestimmung machenläßt.Auf diese Mannigfaltigkeit haben wir auch dabeyso sehr nicht zu achten, als vielmehr auf die TreueAn⸗
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Der Lohn der Treue und des Fleises im Gebrauche der von Gott empfangenen Talente im Gegensatze der Strafe der Untreue und der Faulheit : Eine christliche Synodalpredigt vor dem versamelten reformirten Clevischen Synodo zu Wesel den 1. Junius 1774
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