26Anwendung und den gewissenhaften Gebrauch, so einjeder insbesondere machet von dem, das er hat, es seyso viel, oder so wenig, als es immer will. Dieses alleinkömt in Rechnung. Ein Haushalter oder Rentmei-ster brauchet keine Rechenschaft zu geben von einem Gu-te, das seiner Aufsicht und Verwaltung nie ist über-geben worden, sondern nur von dem, worüber er ge-setzet ist. Wie ein jeder mit dem ihm anvertrauetenGute umgegangen ist; was für Nutzen oder Schadener damit bey Leibes Leben gestiftet hat; nur darnachwird am Tage der Rechenschaft, die zur gesetzten Zeitunausbleiblich abgeleget werden muß, gefraget werden.Nach seiner Treue, oder Untreue wird er belohnet, odergestrafet werden. So machen es weise und gerechteMenschen mit ihren leiblichen Knechten und Dienern.So wird es auch der Herr über alle halten.So wie ein gerechter und kluger Herr in seinerHaushaltung handelet: eben so handelet Gott in sei-nem Reiche, dessen Wege in der heiligen SchriftHaushaltungen genant werden, und der sich mit ei-nem weisen, gütigen und gerechten Hausvater ver-gleicht, der keinem Unrecht thut, sondern mit einemjeden nach den Regeln der Weisheit und Gerechtigkeithandelet.An dieser Weise Gottes mit den Menschen kanalso Niemand mit Rechte etwas aussetzen oder tadeln,da sie nach einer untadelhaften unveränderlichen Regelder Gerechtigkeit eingerichtet ist. Es kan nicht unrechtbey Gotte seyn, wenn er es in Ansehung seiner weitschätzbarern Güter eben so hält, wie es weise und ge-rechte Menschen im geringern halten, damit die Men-schen beständig an die grose Warheit erinnert werden,daß sie so wol im Anfange, als Fortgange ihres Lebensund der Gnade allewege von ihm abhangen müßen.Wäre
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Der Lohn der Treue und des Fleises im Gebrauche der von Gott empfangenen Talente im Gegensatze der Strafe der Untreue und der Faulheit : Eine christliche Synodalpredigt vor dem versamelten reformirten Clevischen Synodo zu Wesel den 1. Junius 1774
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