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Der Lohn der Treue und des Fleises im Gebrauche der von Gott empfangenen Talente im Gegensatze der Strafe der Untreue und der Faulheit : Eine christliche Synodalpredigt vor dem versamelten reformirten Clevischen Synodo zu Wesel den 1. Junius 1774
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nicht auf, so gleich thu es: Was für ein Haushal-ter bist du bisher gewesen? — Wie bist du mitdem, so du empfangen hast, umgegangen? Hast dues zweckmäsig genutzet, oder verwahrloset?Dies ist die grose und wichtige Warheit, die unsallen unser Text zu Gemüthe führen soll. Die sollenwir uns wol merken. Darnach sollen wir uns in un-serm Leben richten, und einmal unausbleiblich gerichtetwerden.Laßet uns diese angelegentliche Warheit, die vonunüberfehlichen Gefolgen für einen jeden unter uns ist,etwas naher in Erwägung ziehen. Die Güter, dieuns Gott, der der allgemeine Herrscher und Eigen-thümer aller Talente und Gaben der Menschen ist,die Urquelle alles Guten, anvertrauet, können wir inzwo Gattungen unterscheiden, in Natur- und Gnaden-gaben. Zu jenen rechnen wir alles, was der Menschim Natürlichen hat, den Leib und die Seele; denndieselben haben wir uns nicht selber gegeben, sondernGott unser Schöpfer; samt allen natürlichen Anla-gen, Fähigkeiten, Geschicklichkeiten etwas nützlicheszu lernen und auszurichten; alle Kräfte des Geistesund des Leibes, Gesundheit; auch die ist eine GabeGottes; Verstand, Klugheit, Scharfsinn; die soge-nanten Glüksgüter, Reichthum, Ehre, Ansehen,Vorzüge vor anderen Menschen, gewisse vortheilhafteUmstände der Zeit, worin wir leben, des Ortes, wowir wohnen, der Verbindungen, worin wir stehen,der Aemter und Bedienungen, die wir bekleiden, derGelegenheiten, die wir haben Gutes zu thun, anderenzu helfen, nuͤtzlich zu seyn. — u. s. w.Zu den Gnadengaben gehören das Wort Gottes,die Predigt des Evangelii, ein jeder Vorschub zur Er-kentnis und zum Unterrichte, eine jede gute Gelegen-heit