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Der Lohn der Treue und des Fleises im Gebrauche der von Gott empfangenen Talente im Gegensatze der Strafe der Untreue und der Faulheit : Eine christliche Synodalpredigt vor dem versamelten reformirten Clevischen Synodo zu Wesel den 1. Junius 1774
Entstehung
Seite
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wisse Güter von ihm empfangen haben, und in dieserRucksicht seine Knechte seyn solten. Durch die Ta-lente müßen wir seine Gaben verstehen, die er seinenDienern und Knechten in verschiedenem Maße austhei-let, so, daß er dem einen mehr, dem andern wenigergibt, je nachdem sie empfänglich und fähig sind. Vonallen aber erwartet er einen treuen, fleiſigen und gewiſ-senhaften Gebrauch des Empfangenen, so viel, oderso wenig es immerhin seyn mag. Sie sollen damithandelen und wuchern, das ist, es so anwenden undgebrauchen, daß damit viel Gutes geschaffet werde,daß sich das Gute bey ihnen und anderen durch sie ver-mehre. Seine Zurückkunft von seiner Reise kanuns seine Wiederkunft zum Gerichte vorstellen. Dawird er so richten, wie hier, und in dem Schlusse un-sers Textkapitels gezeiget wird. Einem jeden wird eralsdann vergelten, wie seine Werke werth sind. Vor-nehmlich wird auf den Nutzen gesehen werden, den einjeder bey Leibes Leben gestiftet hat. Je mehr einer hat,desto mehr wird ihm gegeben werden. Und wer nichthat, wird ganz arm werden.Obgleich, nach diesem Augenmerke, hier zunächstauf die Diener des Evangelii mag gesehen werden:sehen wir doch nicht, warum wir diese Worte auf sieallein dergestalt zu beschränken hätten, daß wir dabeyweiter nicht denken könten. Wir glauben vielmehr,daß wir nicht irren, wenn wir darin eine allgemeineWarheit finden, die zum Gesetze und zur Richtschnurdienet, nach welcher einmal mit allen Menschen, be-sonders denen, die unter dem Evangelio gelebet haben,wird gehandelt werden. Saget doch die heilige Schriftausdrucklich, daß Gott einem jeglichen geben werdenach seinen Werken. Röm. 2, 6..