21fentlich gelobet und reichlich belohnet. Dem unnützenfaulen und treulosen Knechte aber, der sein strafbares Be-gehen mit falſchen und luͤgenhaften Ausfluͤchten entſchul-digen und beschönen wolte, ward sein Talent genom-men, und dem, der zehen Talente hatte, zum Bewei-se des gnädigen Wolgefallens seines Herrn an ihm, ge-geben. Und solches geschah nach dieser unveränderli-chen Richtschnur der Gerechtigkeit: Wer da hat,dem wird gegeben werden, daß er die Fülle ha-be: Wer aberWer da hat, heist also hier: Wer nicht nur Gü-ter und Vermögen hat, sondern auch mit dem ihm an-vertraueten Gute treu und fleisig, nach dem Willenseines Herrn, umgehet, es wol anleget, nutzet, unddamit klug handelet, daß er verhältnismäßig gewin-net, dem wird, zur Belohnung ſeiner Treue, mehrgegeben, daß er recht reich werde.Wer aber nicht hat, heist: Wer das, was erhat, verwahrloset, so faul, untreu und gewissenlossich beträgt, daß er es ganz ungebrauchet liegen läßet,ganz und gar nicht damit handelet und wuchert, ebenso sich beträgt, als ob er nichts hätte, so wie der un-nütze Knecht in dem Gleichnisse sich verhielt; Ein sol-cher wird des ihm anvertraueten Gutes gänzlich berau-bet, und wegen seiner Nachläßigkeit, Faulheit undTrägheit gesetzmäßig scharf gestrafet.Der Mensch, der Herr der Knechte und der Gü-ter in dem Gleichnisse, ist wol unstreitig Niemand an-ders, als Jesus Christus. Die Reise, welche ervornahm, kan unsere Gedanken auf seinen Hingangvon dieser Welt führen. Seine Knechte sind zu-forderst diejenigen, die mit Nachdrucke diesen Namentragen, seine Diener, die Apostel und Lehrer desEvangelii, hiernächst die anderen Menschen, die ge-wisse.
Druckschrift
Der Lohn der Treue und des Fleises im Gebrauche der von Gott empfangenen Talente im Gegensatze der Strafe der Untreue und der Faulheit : Eine christliche Synodalpredigt vor dem versamelten reformirten Clevischen Synodo zu Wesel den 1. Junius 1774
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