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Der Lohn der Treue und des Fleises im Gebrauche der von Gott empfangenen Talente im Gegensatze der Strafe der Untreue und der Faulheit : Eine christliche Synodalpredigt vor dem versamelten reformirten Clevischen Synodo zu Wesel den 1. Junius 1774
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20Verachtung Jesu Christi und seines Evangelii; in dieseminsbesondere vor aller Vernachläßigung, Faulheit undUntreue ernstlich gewarnet.Das Gleichnis, wovon unser Text den Beschlußausmachet, ist dieses: Ein Mensch, der, wie aus denUmständen erhellet, reich und ein Herr vieler Güterwar, wolte eine weite Reise unternehmen. Zuvor be-rief er seine Knechte zusamen, und that seine Güterunter sie aus. Dem einen vertrauete er fuͤnf Talentean, einem andern Zwey, wieder einem andern nurEines; Einem jeglichen nach seinem Vermögen, soviel, als seine Fähigkeit mit sich brachte dem anver-traueten Gute vorzustehen, oder nachdem zum vorausgeurtheilet werden konte, wie er damit umgehen möch-te. Darauf trat der Herr seine Reise an, und setztesie fort. Der eine Knecht, welcher fuͤnf Talente em-pfangen hatte, hielt sich treu und fleisig, handelete undwucherte in der Abwesenheit seines Herrn mit dem ihmanvertrauten Gute dergestalt, daß der Werth dessel-ben sich verdoppelte, und er damit fünf andere Ta-lente gewann. Eben so treu und fleisig verhielt sichauch derjenige, der zwey Talente empfangen hatte.Der dritte Knecht aber, der nur ein Talent empfan-gen hatte, und darüber unzufrieden und misvergnügtwar, daß ihm nicht mehr war gegeben worden, über-ließ sich einer strafbaren Faulheit und knechtischenFurcht, vergrub treulos das Gut seines Herrn heim-lich in die Erde, und bekümmerte sich nicht um die Nu-tzung desselben.Nach einer langen Zeit kam der Herr wieder vonseiner Reise zurück, und zog seine Knechte zur Rechen-schaft. Diejenigen, die das ihnen anvertrauete Gutwol verwaltet, und damit in ihrem Theile, und nachihren Umständen, Nutzen gestiftet hatten, wurden öf-fent-