i.J. 1120 ist Konrad. 689
Anno milleno centeno bis quatuor deno
Friburg fundatur, Berchtöldus dux dominatur.Aber das ist nur eine etwas künstliche Umarbeitung des auf dem Standpuncte des Stadt-rotels stehenden älteren und bekannteren Gedenkverses:
Anno milleno centeno bis quoque deno
Friburg fundatur, Bertholdus dux nominatur.(Auch die späte Freiburger Chronik im Anhange bei Königshofen-Schilter, dieso voller chronologischer Verwirrung ist, hat sich die Zahl 1118 angeeignet, S. 11.Noch andere, jüngere Verwirrungen, z. B. 1115; 1112, Zs. VIII 107, wohl entstandendurch Verwechslung von bis deno und duodeno, brauchen nicht besprochen zu werden.)Und zum Abschluss über das Gründungsjahr: erhebt sich nicht auch von der anderenSeite die Frage: wenn 1091 oder 1118 oder sonstwann Freiburg gegründet, d. h. einMarktort mit den nöthigen Freiheiten begabt und eingerichtet wurde, welches war dannnoch dasjenige Ereigniss, das so gute Quellen, wie die „Urk. Konrad's" und schliesslichauch der Stadtrotcl sind, ausschliesslich die Jahreszahl 1120 für die Gründung Frciburgsüberliefern Hess und ausserdem auch den Bernern die vorhin besprochene Nachricht überKonrad's Urheberschaft gab?Nun noch eine Angabe:
g) Das Todtenbuch von St. Peter hat (MGNecrol. 1 335) bei Bertold III den Zusatz:conditor civitatis Friburgensis. Aber diese nur durch Gremelspach's Ueberarbeitung(man vgl. des Hrsg. Baumann's Einleitung) erhaltene Quelle, deren sonstige Schwächenhier aus dem Spiele gelassen werden können, stellt mit jenem Zusätze eben nur die späte,von der Geneal. Zaring. an sich besser vertretene St. Petriner Ueberlieferung dar; mit derGeneal. Zar. hat sie sogar das Wort condere gemeinsam, und schon die appositionelleFassung weist sie später Zeit zu (die früheren Jahrhunderte hätten einen Relativsatz an-gewandt). Ein Zusatz, wie der hier in der Abschrift des Todtenbuches gemachte, der eineeinzelne Schöpfung hervorhebt, die sich an den betr. Namen knüpft, kann erst entstehen,wenn diese Schöpfung nach geraumer Zeit kräftigen Aufblühens beginnt ortsgeschichtlichenSinn zu entwickeln und die Erinnerung auf den (hier nur vermeintlichen) Begründer in dieVergangenheit hinein zurückzulenken.