Genealogisches. 565
Nun identificirte Gisi 1. c. 284 ff. Lanzelin I mit dem von den Einsiedler Auf-zeichnungen (vgl. auch oben S. 7 u. 15 f.) erwähnten Thurgaugrafen Landold, worin sich auchKrüger (in einem Feuilleton in der Badischen Landeszeitung, Anfang Febr. 1891) anschloss.An diese Beweisführung von weittragendster Wichtigkeit aber knüpft sich auch Gisi'sIrrthum an. Er sieht in Landold-Lanzelin I, oder wie ich fortan kurz sage, in Landold Iden Vorfahren der Bertolde von Zähringen im Mannesstamme (Krüger mit). Daraus entstehtnun lauter Zwang: die schwierige Unterbringung der älteren Bertolde (derZähringerahnen),die Notwendigkeit der Annahme weiterer nicht von den Quellen genannten SöhneLandold's I u. s. w. So wurde denn schon oben (S. 15 f.) eine andere Deutung gegeben,die nur eine Enkelin des Landold zur Mutter Herzog Bertold's I macht, Landold I alsonur als Ahnen mütterlicherseits nimmt. Oben geschah das zunächst aus negativenRücksichten, weil diese Deutung jenen Schwierigkeiten nicht begegnet; jetzt soll sie abernoch positiv verstärkt werden.
Ludwig Schmid, Hohenzollern, I 206 hat das Verdienst, die Stifterfamilie vonSt. Georgen mit dem Thurgaugrafen Landold (I) zusammengebracht zu haben. Freilichsogleich in zwiefach irreführender Hinsicht: auch er macht jenen Landold, der bei ihmder Gemahl der Bertha von Büren ist [das wäre, mit Hinzurechnung der beiden von Gisigeforderten, seine dritte Frau], zum Ahnen der Zähringer im Mannesstamme, und nimmtferner den in der Notitia fand. mon. SGeorgii, Zs. IX 205 genannten Landold, den proavusHezelo's, als identisch mit dem Thurgaugrafen. Das geht (abgesehen von den verschiedenenFrauen, die für diese beiden Landolde gesichert sind) desswegen nicht, weil Landold, derproavus Hezelo's, just nach des Thurgaugrafen Tode (991) die Vogtei von Reichenauerhält (Zs. IX 205). Er ist vielmehr (als ein Landold II) des Thurgaugrafen Landold's ISohn. Der von Gisi identificirte Landold-Lanzelin I hat ja schon einen Sohn des NamensLandold, nämlich (vgl. die obige Tafel) Lanzelin IL Der ist eben Niemand anders als jenerLandold geheissene proavus Hezelo's. Nun weiss man endlich, was sowohl aus dem so ver-nachlässigten Lanzelin II der habsburgischen Ahnentafel wird, wie auch, wohin überhauptder Name kommt, der auffälligerweise sowohl in der Form Landold, wie in dem DeminutivLanzelin ohne jede Wiederkehr bei den bisher bekannten Nachkommen Landold's I ver-schwindet. Die Stammtafel, wie ich sie daraufhin entwerfe (und sogleich für die Landoldeweiter führe, ohne Alles im Einzelnen zu besprechen) bringt dann noch weiteren Auf-schluss, den für uns wichtigsten: wer denn eigentlich der in der zähringischen Ahnenreihenothwendige, aber oben S. 15 f. noch namenlose Sohn Landold's I (der Schwiegervater des1024 f Bertold's) war.