Bertold und die streitenden Könige. 453
Graf Ulrich von Kyburg, Graf Hartmann von Wirtemberg, ReichsmarschallHeinrich von Kalden, Marschall Ulrich von Rehberg, ferner, wie es scheint,ebenfalls persönlich Bischof Bertram von Metz, Graf Ludwig von Saar-werden und Graf Albert von Dagsburg. Dass letzterer spätestens damalsseinen Frieden mit dem König gemacht hat, bezeugt eine von diesem am7. April über ihn ausgestellte Urkunde 1352 .
Dieser Strassburger Hoftag von Ostern 1200, den Bertold V besuchte,war ein Vermittlungstag. Erzbischof Konrad von Mainz, inzwischen vonseiner Kreuzfahrt zurückgekehrt, hatte von seiner Abwesenheit aus Deutsch-land ein verspätetes Festhalten an Friedrich, dem schon erwählten jungenSohne Heinrich's VI mitgebracht, das durchkreuzt und mit beeinflusst wurdevon dem Wunsche eines möglichst baldigen Friedens in Deutschland, derihm erlaube, eine neue Kreuzfahrt anzutreten und sein Erzbisthum wie dasReich daheim in Ruhe und Obhut zu wissen. Dazu kam die von seinemAufenthalte in Rom her ihm wohl bewusste Abneigung des Papstes gegen dasdeutsche Königthum des normannischen Erben, wie gegen den Sieg Pbilipp's.Alles das liess Konrad nicht entschlossen Stellung nehmen; er schlug Still-stand, Aufschub und Schiedsgericht vor, und darüber sollte nun in Strassburgverhandelt werden.
Konrad erlangte einen Waffenstillstand, der bis Martini (11. Nov.)unter den rheinischen Fürsten gelten, aber Sachsen nicht mit einschliessensollte. In diesem Beschlüsse war also das Interesse der siegreichen staufi-schen Parthei gewahrt worden, desto weniger geschah das aber bei der An-nahme des zweiten Vorschlages : dass innerhalb der Waffenstillstandszeit amFreitag nach Jacobi (also am 28. Juli) zwischen Andernach und Coblenz ein dasganze Reich bindendes Fürstenschiedsgericht zusammentreten und durch seinenMehrheitsbeschluss den Träger der deutschen Krone bestimmen sollte. DenVorsitz wollte Konrad von Mainz führen, jeder der streitenden Könige solltedurch 8 Fürsten vertreten sein, Philipp durch die Erzbischöfe von Salzburgund Trier, die Bischöfe von Freising, Basel und Strassburg, die beiden Her-zöge Bertold (von Meran und von Zähringen) und den Markgrafen Konradvon Landsberg, Otto durch den Erzbischof von Cöln, die Bischöfe vonMünster, Lüttich, Utrecht und Paderborn, den Abt von Corvey, den Herzogvon Brabant und den Grafen von Flandern. Wenn für die stärkere Partheischon die der anderen zugestandene Gleichberechtigung der Vertretung undausserdem der gewichtige Einfluss des Vorsitzenden Erzbischofes bedenkHchwaren, so kam hinzu, dass gerade für sie nicht einmal die Aussicht, mindestens
1352 -ß.p _ 45_ comes Albertus de Dasborg verziehtet zu des Bischofs von Metz Gunstenauf sein Patronatsrecht über die Kirche des hl. Kreuzes in Metz und eine von ihr abhängigeCapelle. — Berthöldus äux Ceringie.