Druckschrift 
Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
385
Einzelbild herunterladen
 

Das vierte Mal nach Italien. 385

Der Marsch führte durch das Gebiet von Brescia nach Lodi, wo alleanwesenden deutschen und italischen Grossen auf Betreiben Christian'svon Mainz die Beschlüsse des Würzburger Reichstages von 1165, des Inhaltsdem nach Victor's IV Tode (1164) erwählten Paschalis III (Guido von Cre-mona) zum Siege über Alexander III zu verhelfen, beschworen und die Ab-sicht des Kaisers guthiessen sofort auf Rom zu ziehen. Auch VertreterGenua's und Pisa's waren unter den vielen italischen Fürsten und Gesandt-schaften auf dem Tage von Lodi erschienen, der zur Schlichtung des Städte-streites die Sendung des Oölner Erzbischofs, Rainald's von Dassel nachGenua und Christian's von Mainz nach Pisa in Aussicht nahm. Nachdemdas "Weihnachtsfest im Lager zu Bagnolo (wohin der Kaiser aus Misstrauengegen Brescia das Heer zurückgeführt hatte) gefeiert worden war, brach manam 11. Jan. 1167 von hier auf und zog nach Ueberschreiten des Po durchdas Gebiet von Piacenza. Am 27. Jan. war das Heer in Parma, am 1. Febr.in Reggio und zog bei andauernd kaltem Winterwetter und Schneefällendurch das modenesische Gebiet in das von Bologna, wo es am 10. Febr. beiBorgo Panigale lagerte. Bologna war dem Kaiser verdächtig, erwies sichaber ganz willig, als Friedrich's Truppen verwüstend bis an seine Mauerndrangen. Bis an's Ende des Monats wurde hier gerastet, dann zog man überImola (4. März) in der Richtung auf Faenza weiter und lagerte bei S. Procolo.

Von dieser Gegend aus sandte Friedrich Theile des Heeres unter denErzbischöfen Rainald und Christian nach Ligurien und Tuscien, um jeneBeschlüsse von Lodi über Genua und Pisa in nachdrücklicher Weise zurAusführung zu bringen. Bertold blieb bei dem Kaiser, der langsam an dasMeer vorrückte; er ist Zeuge in einer am 23. April im Gebiete von Riminifür die Markgrafen von Tuscien ausgestellten Urkunde 1168 . Am AnfangMai begann die Belagerung Ancona's, das sich unter das byzantinische Reichgestellt hatte und dem deutschen offen widerspenstig war.

Während man noch bei Ancona lag, das schliesslich die deutsche Hoheitwieder anerkennen musste, waren die beiden Erzbischöfe von Tuscien herbis vor das gegnerische Rom gelangt und hatten bei Tusculum die Ihrigen,mit der Fahne selber voranstürmend, zu einem bedeutenden Siege über diemit grosser Uebermacht ausgerückten Städter geführt. Nun brach auch derKaiser auf und gelangte nach einem Umweg durch die Abruzzen, wo er diemit Alexander verbündeten Normannen von einigen ihm treuen Burgen ab-wehrte, und selbst durch Apulien, um die Mitte des Juli in die Nähe Roms.Hierher führte ihm der junge Weif, aus Schwaben kommend, zahlreicheRitterschaft zu und blieb bei dem Heere, in welchem sich ja auch sein ver-trauterer Bundesgenosse, Herzog Bertold, befand.

1168 St. 4085. dux Berthölfus de Zeringa.Heyok. 25